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28.08.2010 Sozialbericht: Armes Deutschland - Reiches Deutschland

von Reinhold Schramm

Armut in der Klassengesellschaft der Bundesrepublik Deutschland.

In der Deutschland AG verarmen Menschen in Lohnarbeit und Arbeitslosigkeit, Hartz-IV-Vollzug und Rente.

Das reichste Zehntel der Bevölkerung in der Klassengesellschaft der Bundesrepublik Deutschland verfügt über einen privaten Netto-Vermögensanteil aus der Wert- und Mehrwertschöpfung der Gesamtgesellschaft - vor allem der (enteigneten) Frauen und Männer in wissenschaftlicher und technischer Lohnarbeit - in Höhe von 61,1 Prozent, bzw. über 4.032,6 Milliarden Euro.

Weitere 20 Prozent der Bevölkerung, - der differenzierte "Mittelstand" (20-25 % der Gesamtbevölkerung, einschließlich Teile der unteren "Oberschicht"), verfügen über 30,1 Prozent aller Netto-Vermögensanteile, über 1.986,6 Milliarden Euro.

70 Prozent der Gesamtbevölkerung - die Bevölkerungsmehrheit aus differenzierter Lohnarbeit und realer Reichtums- und Mehrwertschöpfung - verfügt (nur) über knapp 9 Prozent des Netto-Gesamtvermögens, rund 594 Milliarden Euro. Unter dieser Bevölkerungsgruppe ein Anteil von 40 % der Gesamtbevölkerung mit einem Netto-Vermögensanteil von 1,6 Prozent bzw. 105,6 Mrd. Euro, und ein Anteil von 10 % der Gesamtbevölkerung mit einem Schuldenstand von 105,6 Mrd. Euro. [In Verrechnung sind 50 % der Gesamtbevölkerung in der Germany AG ohne Eigentum und Vermögen; allenfalls differenzierte Reproduktionsmittel, einschließlich der Menschen in Hungerlohn, Mini-Mindestlohn, - ‘Aufstocker’ - , Zeitarbeit und Leiharbeit, Hartz-IV-Vollzug und (sozialdarwinistischer, gesellschaftspolitisch - kapitalliberal - erwünschter und stets geleugneter) Armut.] [1]

Nach dem aktuellen offiziellen Sozialbericht wächst die soziale Kluft zwischen Reichtum und Armut weiter. Die Hälfte aller Arbeitslosen ist armutgefährdet. In Ostdeutschland gibt es noch mehr arme Menschen als in Westdeutschland - das gilt für Menschen in Lohnarbeit, Arbeitslosigkeit und für (vor allem) allein erziehende Frauen. Offiziell waren im Jahr 2009 in Westdeutschland rund 13 Prozent der sozialökonomisch differenzierten Bevölkerung armutgefährdet, in Ostdeutschland lag der offizielle Anteil bei 19,5 Prozent. Berücksichtigen wir die statistischen Zahlen-Fälschungen (Armuterhebungen, Kriterien und Berichte etc.), so liegen die realen Anteile der Armutsgefährdung deutlich höher. [2] (*) Extrem schlecht ist die finanzielle Lage von Alleinerziehenden, in der Mehrzahl Frauen. In Westdeutschland sind 38 Prozent der Alleinerziehenden armutgefährdet und in Ostdeutschland 47 Prozent (- auch eine Folge der 'Deutschen Einheit's- und Kahlschlagpolitik). Ein großer Anteil der Alleinerziehenden ist beruflich qualifiziert. Hier spielen die geringen Einkünfte und die ungenügenden Kinderbetreuungs-Einrichtungen auch eine Rolle; insbesondere die Diskriminierung von Alleinerziehenden (Frauen mit/und Kinder) im täglichen Kampf um bezahlte Arbeit. [3]

Quelle:
[1] Klassengesellschaft und Vermögensverteilung in Deutschland 2007 (vor der offiziellen Finanz- und Wirtschaftskrise der Spekulanten, Bourgeoisie und Aktionäre).
www.debatte.info/fileadmin/download/rschramm_
10052009.pdf
[2] Der Armutsbericht der Bundesregierung (2008) ist ein Schwindel nach unten! (*)www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/allg/
schramm.pdf
[3] FR - am 27.08.2010. Sozialbericht. Armes Deutschland [in der 'Reichen Deutschland AG]
www.fr-online.de/politik/armes-deutschland/-/1472596/4595316/-/index.html

*) Der Deutsche Gewerkschaftsbund berichtet zum Armutsbericht am 19.05.2008 wie folgt:
Merke: "Die Dimension des Armutsproblems wird umso deutlicher, wenn man berücksichtigt, dass die Armutsschwelle trotz der hohen Inflation von 2003 bis heute (von 938 auf 781 Euro) abgesenkt wurde." (DGB)