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Liebe DGB Gewerkschaften, warum habt ihr uns verraten als ihr
der Hartz IV Gesetzgebung zugestimmt habt? |
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Bei Hartz IV geht es nicht „nur“ um sechs Millionen unmittelbar Betroffene. Es geht um 20 bis 30 Millionen Erwerbstätige Ein Beitrag von Michael Schlecht Passend zum 1. Mai verkündet Arbeitsministerin von der Leyen einen neuerlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 3,08 Millionen. Wenn sie rund eine Million Arbeitslose noch hinzuzählen würde, wäre sie dichter an der Wahrheit. Alleine fast 400.000 Arbeitslose werden nicht mitgezählt, weil sie älter als 58 Jahre sind. Schaut man genauer in die Statistik der Bundesagentur, dann offenbart sich, wie viele bereits ins Abseits gedrängt wurden. 830.000 Menschen beziehen Arbeitslosengeld I, mehr als 4,7 Millionen Arbeitslosengeld II. Sie sind erwerbsfähig und finden keinen Job. Oder nur menschenunwürdige bei denen sie so wenig verdienen, dass sie nicht aus der Abhängigkeit vom Arbeitslosengeld II heraus kommen. Das sind die rund 1,4 Millionen „Aufstocker“. Mit mehr Vollzeitjobs und dem Mindestlohn von 10 Euro könnte dieser Skandal, der die Sozialkassen mehr als zehn Milliarden Euro kostet, weitgehend beseitigt werden. Das vermeintliche Jobwunder wird auch bejubelt, weil es mittlerweile wieder 28 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftige gibt. Rund 700.000 mehr als noch vor einem Jahr. Nur dieser Erfolg beruht zu einem großen Teil auf Leiharbeit, befristeten und anderen miesen Jobs. Eine richtige „Erfolgsbranche“ ist die Leiharbeit. Innerhalb eines Jahres ein Plus von 200.000. Mittlerweile ist die Millionengrenze längst überschritten. Ein absoluter Rekord. Selbst im „Musterländle“ Baden-Württemberg waren im letzten Jahr mehr als 80 Prozent aller Neueinstellungen nur Leihjobs! So wird Lohndumping betrieben. Es gibt 30 bis 50 Prozent weniger Lohn als für die „Stammbelegschaft“. Und man kann jederzeit rausfliegen. Die relative Arbeitsplatzabsicherung in der Krise 2009 durch Kurzarbeit galt nicht für Leihjobs. Und dann die Mini-Jobs. Davon kann man eigentlich
nicht leben und nicht sterben. 7,3 Millionen solcher „Jobs“
gibt es, rund 1,6 Millionen mehr seit 2003. 4,6 Millionen Frauen arbeiten
in Mini-Jobs, 3,3 Millionen bestreiten alleine so ihren Lebensunterhalt.
Wenn Frau Glück hat, dann hat sie zwei, drei oder vier dieser Jobs,
die in der Regel mit mickrigen Löhnen bezahlt werden. Und später
führt dies geradewegs in die Bei Hartz IV geht es nicht „nur“ um sechs Millionen unmittelbar Betroffene. Es geht um 20 bis 30 Millionen Erwerbstätige. Sie alle wissen, dass sie bei Verlust des Arbeitsplatzes nach einem Jahr in ein tiefes Loch fallen. Nicht nur, dass „Armut per Gesetz“ droht. Nicht nur, dass manche ihr in einem langem Arbeitsleben erarbeitete Häuschen verkaufen müssen. Nein, sie wissen, dass sie zu jedem miesen und schlecht bezahlten Job gezwungen werden können. Für 2,50 das Klo putzen, für 3,50 den Hof kehren, das ist zuweilen die Ansage. Ohne Rücksicht auf bisherige Tätigkeiten und Qualifikationen droht die Entwürdigung. Dies alles, weil unter dem Applaus von Union und FDP die Steinmeiers, Künasts und Trittins – und wie sie alle heißen –, den Fortfall des Zumutbarkeitsschutzes durch Hartz IV 2003 beschlossen haben. All diese Missstände, die sich hinter dem „Jobwunder“ verbergen, werden erst beseitigt sein, wenn die Agenda 2010 wieder überwunden ist. Dafür streitet DIE LINKE! Michael Schlecht ist Chefvolkswirt Fraktion DIE
LINKE und Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand
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| 1.Mai
2011, Saarbrücken Hartz IV Gewerkschaften demonstrieren für die Interessen der privilegierten Kernarbeiterschaft - Das ist doch das Mindeste und zugleich das Einzigste. 1. Mai in Saarbrücken: Demo um 11 Uhr ab Schlossplatz. "Das ist
das Mindeste! Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit." Unter dem Motto "Das ist das Mindeste! Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit!" steht der Tag der Arbeit 2011 in Saarbrücken, wo der DGB Saar seine zentrale 1.-Mai-Feier veranstaltet. Um 11 Uhr startet der Demonstrationszug am Saarbrücker Schlossplatz.
Wie in den vergangenen drei Jahren, marschiert der Demonstrationszug auch
diesmal rund um die Staatskanzlei und wird dabei lautstark begleitet von der Gegen 12 Uhr beginnen auf dem Tblisser Platz die politischen Reden. Und nach dem Protest sorgt der DGB Saar danach auf dem Tbilisser Platz (Platz Einen abwechslungsreichen Nachmittag für die ganze Familie garantiert
das Zahlreiche Infostände von Gewerkschaften, Organisationen und Verbänden
auf Die Teilnahme ist für alle Programmpunkte kostenlos. Die traditionellen Infos: www.dgb-saar.de (Downloads/Material) |
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