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20.12.2010 Die unteren Arbeitslöhne in Deutschland schrumpfen weiter.

Von Reinhold Schramm

Von der Hochkonjunktur der Profite in Deutschland profitierten die Lohnarbeiterinnen und Lohnarbeiter nicht. Sie nehmen Einkommenseinbußen hin. In anderen kapitalistischen Industrieländern haben die Lohnabhängigen hingegen mehr in der Geldbörse. Außer in der Deutschland AG hat nur die Japan AG ein Minus bei den Löhnen der werktätigen Bevölkerung.

Die deutschen LohnarbeiterInnen nahmen im vergangenen Jahrzehnt trotz anziehender Konjunktur und steigender Gewinne und Profite ihrer Unternehmer und Aktionäre kräftige Gehalts- und Lohneinbußen hin. Der durchschnittliche Monatslohn schrumpfte preisbereinigt in Deutschland um 4,5 Prozent. Das geht aus dem "Globalen Lohn Report" hervor, den die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) veröffentlichte. - Zum Vergleich: In Norwegen betrug das Lohnplus 25 Prozent.

Die ILU lobt die deutsche Spezial- und Sozialpartnerschaft zwischen Lohnarbeit und Kapital: "Die vergleichsweise sehr erfolgreiche Krisenbewältigung", führt sie "auf den intelligenten Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente und einen gut funktionierenden Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zurück".

Weltweit sind knapp die Hälfte aller Menschen zwischen 15 und 65 Jahren Lohnabhängige - in den Industrieländern 86 Prozent, in Afrika z. Z. nur 28 Prozent. Die ILO untersuchte die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf die Beschäftigung von Geringverdienern. Die These, dass (menschenwürdige) Mindestlöhne den unteren Einkommensgruppen schade, kann die kapitalfreundliche ILO nicht bestätigen. In den meisten Staaten habe die Einführung von Mindestlöhnen dazu geführt, dass gering verdienende LohnarbeiterInnen in höhere Lohngruppen aufrückten. [1]

Ein FR-Leser-Kommentar: "Es gibt ja so sturzdumme Kommentare, da möchte man eigentlich nur noch weglaufen, wie 'die Lohnzurückhaltung' sei gut gewesen für den 'Wettbewerb'. So ein Dreck wurde seit Jahren in die Gehirne gepflanzt. Die Lohnzurückhaltung hat den Binnenmarkt abgewürgt, das ist Fakt und die Lohnzurückhaltung hat Deutschland diese gigantischen Außenhandelsüberschüsse beschert, die gleichzeitig die Schulden der anderen Länder sind. Auch ist die zentrale Frage unbeantwortet: Für wen ist die Wirtschaft da - für den Menschen oder ist der Mensch der Sklave der Wirtschaft? Im Neoliberalismus ist die Frage beantwortet! Der Wettlauf auf der Spirale nach unten ist für die Masse der Menschen vorbestimmt, damit sich eine kleine Feudalschicht weiter mästen kann. Der ganze Mummenschanz, der hier abgezogen wird, hat mit Demokratie schon lange nichts mehr zu tun. Das begreifen immer mehr Menschen. Die Mehrheit lässt sich allabendlich vom Idiotenfernsehen berauschen statt sich zu bilden und den Widerstand zu organisieren. Die Finanzkonzerne pressen die Menschen und Staaten mit Hilfe der Vasallenregime aus, zu denen 'unsere' Regierungen mutiert sind. Das gilt nicht nur für Deutschland, das ist der 'neoliberale Fahrplan', das 'neoliberale Projekt' in ganz Europa. Die Regierungen sind die Gegner der Völker, die sollen bluten für die Verbrecher, die das alles angerichtet haben. Wenn die Menschen nicht aufstehen, werden sie immer weiter erniedrigt und enteignet: Die Löhne runter, die Renten weg, die Krankenversicherung zerstört, die Gesellschaft atomisiert, immer mehr psychisch Kranke, Aufstandsbekämpfung im Innern, Polizeistaat usw. usf.." (Von "Dr. Jauchner" in der FR - am 16.12.2010.)

Quelle: [1] Frankfurter Rundschau - am 15.12.2010.
Einkommen. Löhne in Deutschland schrumpfen.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/arbeit---soziales/loehne-in-deutschland-schrumpfen/-/1473632/4926352/-/index.html

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