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Stadtzeitung Saarbrücken

DGB Saar am Antikriegstag, 01. September 2008
Kranzniederlegung und Zeitzeugenberichte in Völklingen

In bewährter Kooperation gedenken die DGB-Region Saar und der DGB-Ortsverband Völklingen am Antikriegstag, 01. September, mit einer Veranstaltung in Völklingen der Opfer von Kriegen und Gewalt.

Dieter Blaesy, Vorsitzender DGB-Ortsverband Völklingen, erklärt den
Hintergrund der Veranstaltung: "In unserer Region endete der letzte Krieg vor
mehr als 60 Jahren. In anderen Teilen der Welt gehen alte Kriege weiter und
werden neue begonnen. Und überall dort werden Menschen sinnlos Opfer einer Logik, die das Recht auf Leben nicht achtet. Deshalb setzt der
DGB-Ortsverband Völklingen gemeinsam mit dem DGB Saar am Antikriegstag ein Zeichen für Frieden, ein Zeichen gegen jede Form von Gewalt und für den Mut eines jeden Menschen hinzusehen und Position zu beziehen."

Der Antikriegstag am Montag, 01. September 2008 in Völklingen beginnt mit
einer Kranzniederlegung um 17:00 Uhr am Denkmal für die Opfer des Faschismus im Schillerpark an der Kühlweinstraße in Völklingen.

Gastredner ist Eugen Roth, Landesvorsitzender des DGB Saar
Den musikalischen Rahmen gestaltet der Liedermacher Wolfgang Winkler.

Nach der Kranzniederlegung wird die Gedenkveranstaltung
gegen 18:00 Uhr im Naturfreundehaus Völklingen, Stadionstraße 10 (direkt am Freibad) fortgesetzt.

An diesem Abend soll die Friedensbewegung im Mittelpunkt stehen. DGB-Aktive
blicken zurück auf bewegte Zeiten, die stellvertretend für einen Abschnitt
des eigenen Lebens stehen. Welche Erfolge konnten Friedensbewegte verbuchen -
und wo bleibt noch viel zu tun? Bilder, Texte und insbesondere Lieder sollen
diese persönlichen Erinnerungen lebendig machen. Musikalisch begleitet wird
dieser Zeitzeugen-Abend durch den Liedermacher Wolfgang Winkler.

29.7.2011 - Von Hermann L. Gremliza

Terror nach Hausmacherart

Nach den Anschlägen in Norwegen ließen die deutschen Medien ihre "Terrorismusexperten" auch dann noch über einen islamistischen Hintergrund spekulieren, als längst bekannt war, daß es sich bei dem Täter um einen blonden, blauäugigen Norweger handelt. Als 168 Menschen in Oklahma City durch die Bombe eines einheimischen Neonazis starben, war ähnliches zu beobachten, wie Hermann L. Gremliza - nebst einigen prophetischen Worten zum World Trade Center - in KONKRET 6/95 festhielt.

[...]

Die Nachricht aus Oklahoma City fand alle Hörer überzeugt, daß ein Kommando aus einem Staat der Dritten Welt den Anschlag verübt habe. Der Reflex war Resultat nicht nur langjähriger Propaganda betr. "internationaler Terrorismus", sondern des unbestimmten und doch nicht unberechtigten Gefühls, daß der Einrichtung der One World viele Anschläge auf World Trade Center folgen werden.

Die "neue Weltunordnung", als die selbst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" die herrschenden Zustände mittlerweile ironisiert, hat den drei Vierteln der im Elend lebenden Bevölkerung der Erde nicht nur jede Chance genommen, die sie vielleicht nie hatten, sondern auch jede Hoffnung, ja, jede Illusion. Sie haben lernen müssen, daß auf Armut, Hunger, Krankheit und frühen Tod nur tiefere Armut, größerer Hunger, schlimmere Krankheit und früherer Tod folgen werden; daß sie keinen Befreiungskrieg führen können, weil ihre Feinde in die Metropolen und ihre Freunde aus der Geschichte verschwunden sind; daß ihre Leiden ihnen nie vergolten werden; daß dem Bewohner des Südens, der immer Treu und Redlichkeit übt, kein anderer Dank wird als das kühle Grab.

Warum also nicht ein paar der Peiniger mitnehmen? Ein paar Landsleute jenes Senators Jesse Helms, der, weil er einen Neger nicht vom andern und wieviel weniger von einem Ägypter unterscheiden kann, den allzeit gefälligen Generalsekretär der Uno, der ihm die Cowboystiefel nicht blank genug geleckt zu haben scheint, als den Herrn "Boutros Ghali-Ghali" verhöhnt. Und warum Frauen und Kinder von Leuten schonen, die die der andern nie geschont haben. Vieles sprach dafür, daß sich ein Kommando aus Somalia oder Angola aufgemacht hatte, ein wenig "ausgleichende Gerechtigkeit" in die Welt zu bringen. Aber, wie die "Zeit" berichtete,

es kam noch schlimmer. Schon am Tage nach der Explosion mußte Amerika einer ans Unfaßbare grenzenden Entdeckung ins Auge sehen. Vor der offenen Kamera im Kanal 4 von Oklahoma City raufte sich einer der sonst so gefaßten Moderatoren die Haare, schrie es hinaus: "Ich kann' s nicht glauben: Amerikaner töten Amerikaner."

Wo doch die Welt so eingerichtet war, daß Amerikaner nicht Amerikaner töten, sondern Neger oder Chilenen. Oder 1,7 Millionen Vietnamesen. Das ist gerade zwanzig Jahre her. Weite Regionen des Landes sind durch Napalm unbrauchbar gemacht, fünfzig Prozent des Waldes vernichtet. Robert McNamara, der US-Kriegsminister jener Zeit, gibt heute das Verbrechen zu. Jede Nacht schwitze er in Erinnerung daran Blut und Wasser. Ein seltsames Geständnis zu einer Zeit, da unsere Achtundsechziger Blut und Wasser allenfalls in Angst davor schwitzen, an ihre "Ho-ho-ho Tschi-minh"-Rufe erinnert zu werden, und alle glücklich sind, daß die Mädchen von Ho-Tschi-minh-Stadt wieder die Freiheit haben, auf den Strich zu gehen statt in die Schule. Es wäre selbst einem Moderator im offenen Kanal 4 von Oklahoma City keine ans Unfaßbare grenzende Entdeckung gewesen, hätte ein gebranntes Kind aus dem Mekong-Delta das Federal Building in die Luft gesprengt. Doch er mußte es glauben: Es waren Amerikaner. Und die Gründe ihres Verbrechens liegen denen, die der Moderator verstanden hätte, so fern nicht. Auch die Erste Welt, die Siegerin aller bisherigen Geschichte, ist ihre Verliererin. Mit der globalen Konkurrenz kam ihr zugleich die Nötigung abhanden, die eigene Gesellschaft sozial einigermaßen erträglich zu gestalten, und so ging mit der realsozialistischen Epoche auch die sozialdemokratische dahin. Wo die Arbeiterklasse nicht zu fürchten ist, hat auch "die Agentur der Bourgeoisie in der Arbeiterklasse" (Lenin) ihren Sinn verloren. Das gilt für Parteien wie Gewerkschaften, überall: in Frankreich, in England, in Spanien und in den USA, wo die "sozialen" Demokraten ihre jahrzehntelange Mehrheit im Kongreß abgeben mußten.

Täglich nun erzählt zu kriegen, daß man Sieger der Weltgeschichte sei, und täglich zu erleben, daß der Sieger ein armer Arsch ist, dem die Regierung wieder eine Hilfe streicht und wieder eine Vorschrift macht, kann einen kleinen Mann aus dem großen weißen Herrenvolk schon sehr verletzen. So sehr, daß er zu den Milizionären von Michigan geht, die - laß dich überraschen! - "gegen die neue Weltordnung" kämpfen.

[...] aus konkret online

27.7.2011 Kapital- und Sozialfaschismus in moderner deutscher Verpackung 2011

von Reinhold Schramm

Die Bundesagentur für Arbeit plant Psychotests für Arbeitslose.

Von der Psychologisierung und Subjektivierung (- der persönlichen Schuldzuweisung -) für Erwerbs- und Arbeitslosigkeit, bis zur erneuten Psychiatriesierung der (Zwangs-) „Arbeits-verweigerer“, - der ‘Verwertungs- und Mehr-
wertlosen’, der „Gemeinschaftsunfähigen“ in der -historischen- Deutschland AG.*

Oder: Modifizierter Faschismus 2011, - bei der - billigen- Menschenverwertung in der Kapitalgesellschaft der Bourgeoisie und Aktionäre.

Die Arbeitslosen sollen lernen, sich billig und besser auf dem Arbeits- und Menschenmarkt zu verkaufen. Die moderne Bundesarbeitsagentur plant ein neues Betreuungsprogramm, durch das arbeitssuchende und erwerbslose Frauen, Männer und Jugendliche ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und persönliche Verkaufsfähigkeit ergründen und trainieren sollen.

Die Bundesarbeitsagentur, der ‘von der Leyenschen, ‘Hundtschen und ‘Quandtschen - und analogen Unternehmungen und Aktiengesellschaften, plant ein Rundumprogramm für Arbeitslose, mit Fragebögen, Gesprächen mit Psychologen und die Teilnahme an einem Assessment-Center.

„Die Jobsuchenden sollen lernen, ihre eigenen Stärken besser einzuschätzen und sich besser zu vermarkten“, sagt ein Sprecher der Bundesarbeitsagentur (BA).

Aus dem Wortlaut:

»Bundesagentur päppelt Arbeitslose« (t-online.de)

»'Kompetenzdiagnostik' nennt sich das neue Programm. Laut „Süddeutscher Zeitung“ (SZ) ist es Teil einer Kulturrevolution, die 2012 in der Behörde und in den Jobcentern eingeläutet wird. Sie zitiert BA-Geschäftsführer Markus Schmitz, der das Programm detailliert beschreibt. Es gliedert sich demnach in vier Stufen.« -

»(1) Arbeitslose sollen Fragebögen ausfüllen und ihre Talente und Schwächen auf einer Skala von eins bis fünf bewerten. Abgefragt werden auch sogenannte soft skills wie Kommunikations- und Konfliktverhalten oder Teamfähigkeit. (2) Die Ergebnisse werden mit einem Arbeitsvermittler besprochen. (3) Möglich ist auch ein Interview mit einem Psychologen der BA. (4) Wer will, kann obendrein an einem Assessment-Center teilnehmen.« -

»Die Teilnahme an den Tests ist zunächst freiwillig - sowohl für die Arbeitslosen als auch für die gut 300 Jobcenter und 176 Arbeitsagenturen. Zugelassen sind Empfänger von Arbeitslosengeld I und langzeitarbeitslose Hartz-IV-Bezieher. Ein Testverfahren mit rund 2.200 Jobsuchenden sei bereits abgeschlossen, sagte ein BA-Sprecher. Es habe ergeben, dass die intensive Betreuung der Arbeitslosen ganz neu motiviere, sagte Schmitz der „SZ“.« -

So lässt sich auch die Erwerbs- und Arbeitslosigkeit in der modernen Klassengesellschaft der Deutschland AG, - personalisieren und psychologisieren -, medial verpacken und verkaufen:

»Die Kompetenzdiagnostik solle vermeiden, dass Arbeitslose immer neue Enttäuschungen erlebten und in Maßnahmen landeten, die sie über- oder unterfordern, sagte Schmitz. Außerdem könnten sie lernen, wie sie sich selbst wahrnehmen und von anderen wahrgenommen werden.« [1]

Quelle vgl.:
[1] Spiegel-Online, t-online.de - am 25.07.2011.
»Bundesagentur plant Psychotests für Arbeitslose«
http://wirtschaft.t-online.de/arbeitslosigkeit-bundesagentur-plant-psychotests/id_48315210/index

* In den Jahren von 1933 - 1945 sind sogenannte „Gemeinschaftsunfähige“ besonders extremen Formen der Repression unterworfen worden, die im staatlichen System der Betreuung und von dessen Mitarbeitern mit Berufung auf angeblich wissenschaftlich begründete Erfordernisse praktiziert worden sind. Die breite Mitwirkung der großen Mehrheit der faschistischen deutschen Psychiater führte zur eskalierenden Gewalt gegen Verwertungsunwillige und „Gemeinschaftsunfähige“. -

Vgl.: Die Entwicklung der Psychiatrie unter den Bedingungen des deutschen Faschismus. In: Medizin unterm Hakenkreuz, Hrsg.: Achim Thom und Genadij Ivanovic Caregorodcev, Berlin 1989.

27.7.2011 Die reichsten Plünderer, Bourgeois und Großaktionäre der Welt 2011

von Reinhold Schramm

Rund 1210 Dollar-Milliardäre verzeichnet die “Forbes“-Liste.

Zwei Jahre nach der Welt-Finanz- und Wirtschaftskrise, einschließlich der ‘un-
harmonischen’ “Sozialen Marktwirtschaft“ - des Kapitalismus und Imperialismus, ist deren Zahl so hoch wie nie zuvor.

1. Mit einem Vermögenszuwachs von mehr als 20 Mrd. US-Dollar (ca. 14,97 Mrd. Euro) in einem Jahr ist Carlos Slim mit einem Gesamtvermögen von 74 Mrd. US-Dollar (ca. 55,4 Mrd. Euro) der größte Ausbeuter und Plünderer unter den 1210 Dollar-Milliardären der Welt. Sein Festnetzanbieter Teléfonos de México (Telmex) hat eine Monopolstellung in Mexiko und riesige Anteile am gesamten südamerikanischen Festnetz. Seine Beteiligung am Mobilfunkanbieter America Movil macht ihn zum Alleinherrscher über den südamerikanischen Telefonmarkt.

2. Im Vergleich zum Vorjahr ist Bill Gates Vermögen um 3 Mrd. US-Dollar (ca. 2,245 Mrd. Euro) gewachsen. Mit 56 Mrd. US-Dollar (bzw. 41,91 Mrd. Euro) liegt Gates auf dem zweiten Platz.

3. Warren Buffett besitzt knapp 30 Prozent am Investmentkonzern Berkshire Hathaway, daraus stammen mehr als 90 Prozent seines Raubvermögens, derzeit insgesamt rund 50 Mrd. US-Dollar (bzw. 37,42 Mrd. Euro).

4. Der Plünderer (nicht nur) Frankreichs, Bernard Arnault, schaffte es mit einem Vermögen von 27,5 Mrd. US-Dollar im Jahr 2010 in die Top Ten der “Forbes“-Liste. Mit einem Vermögenszuwachs von 13,5 Mrd. USD (ca. 10,1 Mrd. Euro) stieg sein gesamtes Raubvermögen 2011 auf 41 Mrd. US-Dollar (bzw. ca. 30,68 Mrd. Euro). Bernard Arnault ist Vorstandsvorsitzender des Luxusgüter-Konzerns LVMH, zu dem u. a. die Marken Louis Vuitton, Moët & Chandon und Hennessy gehören.

5. Larry Ellison, Gründer und Präsident des Software-Konzerns Oracle, besitzt 11,5 Mrd. US-Dollar (ca. 8,6 Mrd. Euro) mehr als im Vorjahr, rund 39,5 Mrd. US-Dollar bzw. ca. 29,561 Milliarden Euro (Stand: 31.12.2010). Larry Ellison ist Mitbesitzer einer Luxus-Jacht für etwa 200 Millionen USD.

6. Mit 31,1 Mrd. US-Dollar (ca. 23,28 Mrd. Euro) Privatvermögen liegt Lakshmi Mittal knapp vor Amancio Ortega. Der Vorstandsvorsitzende des Stahlkonzerns Arcelor Mittal konnte sein international geschütztes Ausbeutungs- und Raubvermögen um 2,4 Mrd. US-Dollar (bzw. um rund 1.796 Millionen Euro) vermehren.

7. Amancio Ortega gilt als reichster Mann Spaniens. Sein Vermögen konnte er um 6 Mrd. USD. (ca. 4,49 Mrd. Euro) auf insgesamt 31 Mrd. US-Dollar (bzw. um insgesamt 23.2 Mrd. Euro) vermehren. Zu seinem Textilkonzern Inditex gehören u. a. die Marken Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti und Bershka. Inditex ist vor Gap und H&M das größte Bekleidungsunternehmen der Welt.

8. Eike Batista verteidigt mit einem Vermögenszuwachs von 3 Mrd USD. (ca. 2,245 Mrd. Euro) den achten Platz auf der “Forbes“-Liste. Batista verfügt über 30 Mrd. US-Dollar Privatvermögen (über 22,452 Mrd. Euro - Gesamtvermögen). Er ist Chef der EBX-Holding, die zahlreiche Konzerne - mit Fokus auf Öl, Erz, Energie und Logistik - vereint. Auch die Sparten Entertainment und erneuerbare Energien gehören zur EBX-Holding.

9. Mukesh Ambani, Vorstandsvorsitzender der Petrochemiefirma Reliance Industries und Sohn des Firmengründers Dhirajlal Hirachand Ambani, belegt mit 27 Milliarden US-Dollar (analog: 20,21 Milliarden Euro) Privatvermögen den neunten Platz auf der “Forbes“-Vermögensliste.

10. Die Witwe von John Walton erbte im Jahr 2005 rund 26, 5 Milliarden US-Dollar (rund 19,832 Milliarden Euro Erbschafts- und Ausbeutungsvermögen). John Walton war Sohn des Walmart-Gründers Sam Walton.

Nachtrag:

Das vom imperialistischen Militär- und Gewaltapparat der kapitalistischen Staaten, einschließlich der ‘freiheitlichen’ und ‘demokratischen’ „Sozialen Marktwirtschaft“ der Bundesrepublik Deutschland, - der ‘harmonischen’ und bourgeoissozialistischen Welt -, geschützte Raub-, Plünderungs-, Ausbeutungs- und Privatvermögen der zehn reichsten Menschen der Welt, liegt bei insgesamt 406,1 Milliarden US-Dollar bzw. bei rund 303,9 Milliarden Euro (Stand: 31.12.2010).

Vgl.: 14.03.2011, Management - impulse.de
“Forbes“-Liste. Die reichsten Menschen der Welt.
www.impulse.de/management/:Forbes-Liste–Die-reichsten-Menschen-der-Welt/1019789.html