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Stadtzeitung Saarbrücken

DIE LINKE.Saar sucht dringend nach einer Frontsau

Blutgrätsche mit Schlammschlachterfahrung könnte beim 1. LINKE-Hallencup für Hobby,-
Betriebs- und Freizeitfußballteams ermittelt werden

Von Claude Michael Jung


Jeden Tag Linsensuppe. Mal mit mehr oder weniger Maggi. Da muss der politische Beobachter einfach zum Suppenkasper werden und Linsensuppe öfters mal auf den Index stellen. Zwar hat DIE LINKE.Saar mit Rolf Linsler an der Spitze einen Koch am Herd, der es versteht, den Linsen in der Suppe den richtigen Linksdrall zu verpassen.
Jedoch täglich bloß Linsensuppe, nichts als Linsensuppe und keine Aussicht auf eine feurige Gulaschsuppe, diese Aussicht vertreibt selbst Suppenfetischisten vom
heimischen Herd.

Die Rede ist von den täglichen Pressemitteilungen, welche DIE LINKE.Saar zu ihren Standpunkten im alltäglichen Politkauderwelsch herausgibt. Dort ist Rolf Linsler der
Frontmann für alle Felder der Politik. Chefkoch Linsler kocht an der Bergbaufront, ebenso wie bei der geplanten Teilprivatisierung der Saarbrücker Stadtwerke, im
familienpolitischen Grabenkrieg, bis hin zum Thema Antifaschismus. Linsler, Alleinkoch der täglichen Presse-Suppensoap, kocht, kocht und kocht, während der
überwiegende Rest seiner Sechszehnender im Landesvorstand anscheinend ein Schweigegelöbnis zu den drängenden Problemen des Landes abgelegt hat.

Selbst die Generalsekreteuse (Landesgeschäftsführerin) übt sich in klösterlichem Schweigen und sieht ihre Aufgabe wohl lieber darin, sich in der Gemütlichkeit der Etappe zu sonnen, als sich mit den Frontschweinen des politischen Gegners zu messen und hin und wieder Tacheles zu reden. Für die kommenden Schlammschlachten und
Artillerieduellen mit schweren Dreckschleudern, im Superwahljahr 2009, kommt DIE LINKE.Saar wohl nicht umhin, ihrem Alleinkoch Linsler, die Ein oder Andre Frontsau zur Entlastung an die Seite zu stellen. Alleine schon, um durch Abwechslung auf der linken Speisekarte das tägliche Linsengericht der Pressemitteilungen mal mit einem deftigen Kotelett oder einem Eisbein, aufzuwerten.

Politik ist ein Mannschaftsspiel mit klarer Aufgabenverteilung. Das scheint die LINKE an der Saar auch schon verstanden zu haben. Der Kreisverband Saarlouis veranstaltet jedenfalls am 20. April 2008 den 1. LINKE-Hallencup für Hobby-, Betriebs- und Freizeitfußballteams. Der kleine Landesparteitag am 5. April in Neunkirchen wäre gut beraten, dort das Thema „Frontsau gesucht“ auf die Tagesordnung zu setzten und eventuell unter den Freizeitkickern nach einer Blutgrätsche mit Schlammschlachterfahrung zu fahnden. Rolf Linsler beim Hallencup als Goalgetter, Mittelfeldregisseur und Elfmetertöter auflaufen zu lassen würde jedenfalls dem
Landesvorstand anschaulich machen, das Politik und Fußball Eines gemeinsam haben. Beides sind Mannschaftsspiele und nur das Team bringt den Erfolg, der Einzelkämpfer jedoch ist schnell verheizt. Wie abschließend zu erfahren war soll den Zuschauern während des 1. LINKE-Hallencup für Hobby-, Betriebs- und Freizeitfußballteams, keine Linsensuppe serviert werden