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Stadtzeitung Saarbrücken |
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Nicht
hinnehmbar Die internationale Menschenrechtsorganisation FIAN bedauert und kritisiert die Einladung von Dr. Paulo Celso Pinheiro Sette Câmara, einem der Verantwortlichen des Massakers von Eldorado de Carajás, zu dem am Donnerstag und Freitag in Berlin stattfindenden IX. Deutsch-Brasilianischen Symposium »Innere Sicherheit und demokratische Gesellschaft in Brasilien und Deutschland«. FIAN unterstützt ausdrücklich die Protestnote, mit der sich Bischof Dom Xavier Gilles de Maupeou d’Ableiges, Präsident der brasilianischen Landpastorale (Comissão Pastoral da Terra), an die Konrad-Adenauer-Stiftung gewandt hat. Bischof Dom Xavier Gilles schrieb am 17. April 2008: »Die brasilianische Landpastorale Comissão Pastoral da Terra – CPT, eine Organisation der katholischen Kirche, ökumenisch tätig in allen brasilianischen Bundesstaaten, zeigt sich angesichts dieser Einladung an Herrn Sette Câmara erschüttert, da dieser als Landesminister für Sicherheit in Pará unter der Regierung Almir Gabriel im Jahre 1996 die Anweisungen für den Angriff auf die Landarbeiter gab, die eine Bundesstraße bei Eldorado de Carajás im Bundesstaat Pará besetzt hielten und friedlich demonstrierten und Landenteignungen für die Agrarreform forderten. Das Ergebnis dieses Angriffs war das Massaker an 19 Landarbeitern, eine Tat, die landesweit wie international Aufmerksamkeit erregte. Die Einladung an Herrn Sette Câmara, exakt eine Woche nach dem 12. Jahrestag des Massakers auf diesem Symposium zu reden, ehrt die Adenauer-Stiftung nicht und stellt einen Angriff auf die Gefühle der Familien und auf das Gedenken an die 19 Opfer dar, die niedergestreckt wurden von den Kugeln der Militärpolizei, die die erteilten Anweisungen des Landesminister für Sicherheit ausführten.« »Daß ausgerechnet einer der Verantwortlichen des Massakers
von Eldorado de Carajás nach Berlin eingeladen wird, um über
das Thema ›Kriminalität und Gewalt als Herausforderungen für
die Demokratie in Brasilien‹ zu sprechen, ist nicht hinnehmbar«,
sagt Dr. Flavio Valente, der bis Ende 2006 Nationaler Berichterstatter
für das Recht auf Nahrung in Brasilien war und seit Anfang 2007 Generalsekretär
von FIAN International ist. »Zur Stärkung der Demokratie in
Brasilien brauchen wir vor allem eine Ende der Gewalt und der Kriminalisierung
der sozialen Bewegungen und Menschenrechtsverteidiger, sowie die Überwindung
der herrschenden Straflosigkeit«, fordert der FIAN-Generalsekretär.
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