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Regierungsbett im Saarland wird frisch bezogen


Flotter Dreier beendet – Superheiko darf auch mal ran


Von Claude Michael Jung


Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp Karrenbauer gilt ab
sofort als Mutter Courage von Blies, Nied, Sulzbach und der Saar, dem
großen Strom dich am verlängerten Rückgrat der Welt. Mit einer neuen
Brille augenscheinlich blicktechnisch aufgerüstet, erkannte die gute
Annegret, dass es in ihrer Regierung aussieht wie bei Hempels unterm
Sofa. Mama Annegret packte beherzt den schwarzen Besen und fegte die
liberalen Rüpel zusammen, steckte sie in einen gelben Sack und stellte
das Gelichter einfach auf den Müll der saarländischen Polit-Geschichte.
Ein Eimer Wasser genügte, um auch die Grünen in den Gulli vor der
Saarbrücker Staatskanzlei zu spülen. Für Fraktionschef Hubert „Panzer“
Ulrich gab es noch ne Packung Kippen, da in der saarländischen
Kanalisation noch geraucht werden darf. Jetzt ist der Stall aufgeräumt
und Mama Annegret hat noch zur gleichen Stunde laut und lustvoll von
einem, oder auch mehreren, Schäferstündchen mit dem Platzhirsch der SPD
geträumt. Ihr Brunftschrei wurde vom Wichtelmännchen der SPD erhört.
Heiko Maas, Obersozi im Saarland rief sein Rudel zusammen und stattete
die neuen Minister und Staatssekretäre mit flauschigen rosaroten Pyjamas
aus, damit die Grete von der Saar gefallen an ihnen finden würde. Doch
es wird wohl anders kommen. Die Sozis dürften kaum im Regierungsbett der
schwarzen Queen landen, sondern wohl eher als Bettvorleger vor und neben
dem Nachtopf von Mama Saarabia.


Die neue politische Gemengelage im Land wird den Saarländern mit
Sicherheit keinen politischen Neuanfang bringen, wie ihn Oskar
Lafontaine am fernen Sternenhimmel angeblich gesehen haben will. Was
kann man schon erwarten, wenn die Verursacher der Strukturkrise nun
gemeinsame Sache mit den Hartz IV Sozialräuber machen wollen? Der Fraß
ist bereits verdorben, bevor er auf den Tisch kommt. Aus den geflügelten
Wörtchen der Saarländer: „Hauptsach gudd gess“ wird wohl eher ein: „Mir
schlucke alles runner“ werden.


Kommt es tatsächlich zur sogenannten großen Koalition, wird es auch
stiller um die Opposition im Lande werden. Gerade die DGB-Gewerkschaften
und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wurden in der Vergangenheit
nicht müde, wie Insekten um die Regierungslaterne zu schwirren und den
Lampenschirm zu verdunkeln. Verdi Landeschef Alfred Staudt und DGB-Chef
Eugen Roth hörten sogar schon die Totenglocke für das Saarland läuten.
Nun dürfen sie nur nach am 1.Mai ein wenig rummeckern, denn gegen die
eigenen Genossen wir natürlich nicht scharf geschossen, bloß die Faust
in der Hosentasche gemacht.


Es geht also weiter bergab. Die Kutscherin hat bloß einen Pferdewechsel
vollzogen. Das Volk wird erst gar nicht gefragt. Neuwahlen wären der
richtige Weg nach dem Totalschaden der Jamaikaner. Aber wie gesagt: „Mir
Saarlänner schluck äwe alles runner was uff de Disch kummt.“ - (Das war
Satire)

8.1.2012 Armutsschwelle in Deutschland 2012 - Relative Armut und sozio-kulturelle Armut.

Von Reinhold Schramm

Der Begriff der relativen Armut beschreibt eine Unterversorgung mit materiellen und immateriellen Ressourcen im Verhältnis zum Wohlstand der jeweiligen Gesellschaft. Nach der Definition der WHO und der OECD sind Menschen von relativer Armut betroffen, wenn ihnen monatlich weniger als die Hälfte oder 60 Prozent des mittleren Einkommens im Heimatland zur Verfügung steht. -

Die sozio-kulturelle Armut bezeichnet die gesellschaftliche Ausgrenzung, das psychisch-geistige Gefühl der Ausweglosigkeit der Betroffenen und die (reale) ungleiche Verteilung von Chancen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dazu gehören unter anderem: beengte Wohnumstände, ein Ausschluss von Freizeitaktivitäten, unzureichende Bildung und/bzw schwerwiegende Beeinträchtigung der Bildungsmöglichkeiten und Persönlichkeitsentfaltung. -

Armutsgefährdet ist, wer mit weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens der Bevölkerung auskommen muss. Im Jahr 2008 waren Alleinlebende gefährdet, wenn sie weniger als 11.151 Euro im Jahr, also weniger als 929 Euro (Netto) im Monat, zum leben hatten. (Vgl. Statistisches Bundesamt / Europäische Gemeinschaftsstatistik EU-SILC 2009). (Vgl.) [1]

Befreien wir die statistische Berechnung von der regierungsamtlichen Zahlenkosmetik (- nach unten), so sind im Jahr 2012 Alleinlebende armutsgefährdet, wenn sie weniger als 13.308 Euro im Jahr, also weniger als 1.109 Euro (Netto) im Monat, zum leben haben. [Stand: Januar 2012] -

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) berichtete bereits am 19. Mai 2008 zum Armutsbericht wie folgt: „Die Dimension des Armutsproblems wird umso deutlicher, wenn man berücksichtigt, dass die Armutsschwelle trotz der hohen Inflation von 2003 bis heute (von 938 auf 781 Euro) abgesenkt wurde.“ (2003 - 2008) [2] -

Im Jahr 2003 lag die Armutsgefährdung bereits bei Netto unter 938 Euro. Aus Kosten- und Umverteilungsgründen erfolgte die sozialpolitische und rechtsideologische Absenkung der Gefährdungsschwelle durch die bisherigen Bundesregierungen. Berücksichtigen wir die differenzierte Teuerung und Inflation seit 2003, so liegt die aktuelle Armutsgefährdung für Alleinlebende bei unter 1.109 Euro (Netto) im Monat (- die Differenz von 2003 zu 2012 berücksichtigen). Entsprechend dem Personen- bzw. Familienstand können wir damit die tatsächliche Armutsschwelle in der Reichtumsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland berücksichtigen und den (finanziellen) Anspruch neu berechnen. (Vgl.) [2]

Quelle: [1] “Sozialpolitik.com“, Stiftung Jugend und Bildung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). - Hintergrundinformationen, Armut und Reichtum. Relative Armut und sozio-kulturelle Armut. - Unterrichtsmaterial Sozialpolitik - Schutz, Gerechtigkeit, Sicherheit - Armut und Reichtum

http://www.sozialpolitik.com/webcom/show_article.php/_c-98/_nr-56/_p-2/i.html

[2] Vgl. LabourNet.de Germany (bereits) am 20.05.2008:

»Der Armutsbericht der Bundesregierung ist ein Schwindel nach unten!«

http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/allg/schramm.pdf