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7.6.2011 Radioaktivität: Leiharbeiter in Atomkraftwerken werden stärker verstrahlt

von Reinhold Schramm

Das Nuklear-Proletariat der Zeitarbeit und Leiharbeit in (deutschen) Atomkraftwerken wird stärker verstrahlt.

Für gefährliche Arbeiten in deutschen Atomkraftwerken werden häufig billige Zeit- und Leiharbeiter eingesetzt. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, dass diese Zeitarbeiter dabei einer deutlich höheren radioaktiven Strahlendosis ausgesetzt seien als die Stammbelegschaften.

Demnach gibt es eine starke Auffälligkeit bei der Strahlenbelastung zwischen Leiharbeiter und Stammarbeiter der AKWs.

Die Jahresdosis bei der Strahlenbelastung für das gesamte Eigenpersonal der AKW-Aktiengesellschaften liegt bei 1,7 Sievert, bei den "Fremdbeschäftigten" liegt die Strahlendosis bei 12,8 Sievert. -

Dabei bekommen fast 90 Prozent der radioaktiven Strahlendosen die Leih- und Werkarbeiter ab, die Stammbeschäftigten der AKW-Aktiengesellschaften nur etwa ein Zehntel.

Anmerkung: Damit sind im späteren Schadensfall die Folgekosten ausgelagert und gesellschaftlich sozialisiert, die Ursachen werden verschleiert, vor allem aber, die Dividenden bleiben verschont.

Nach Berechnungen ist die radioaktive Strahlenbelastung für das so genannte Fremdpersonal "im Durchschnitt fast doppelt so hoch (ist) wie die für das Eigenpersonal".

Im Jahr 2009 wurden in den 17 deutschen Leichtwasserreaktoren knapp 6.000 Mitarbeiter überwacht, die zum Stammpersonal zählten. Deutlich höher sei die Anzahl des überwachten Fremdpersonals, zu denen Leih- und Werkarbeiter zählen.

Die überwachten Leiharbeiter und Werkarbeiter seien nicht bei dem AKW-Betreiber beschäftigt, sondern bei einer Verleihfirma oder einem anderen "Arbeitgeber" [Subunternehmen] und werden in der Regel schlechter bezahlt. - Ihre Anzahl als Billig- und 'Fremdarbeiter in den Atomkraftwerken der Energie-Konzerne und Aktiengesellschaften liegt (nur) in Deutschland bei mehr als 24.000 Arbeitskräfte.

Nicht nur in Frankreich ist der Einsatz von Strahlenproletariat aus der Zeit- und Leiharbeit in Atomkraftwerken üblich. In Frankreich zögen bis zu 30.000 "Nuklear-Nomaden" von einem Atomkraftwerk zum anderen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. -

Haben die AKW-Leiharbeiter ihre radioaktive Lebenshöchstdosis erreicht, so werden sie häufig arbeitslos. - Anm.: Zugleich reduziert sich die Lebenserwartung der Strahlenarbeiter. Sie entlasten damit die gesetzlichen Rentenkassen bzw. Sozialhilfe (- dies ist 'asozial- und gesellschaftspolitisch erwünscht, - und wird noch stets erfolgreich von der Lobby-Politik des Kapitals geleugnet!). - Die Dividenden der AKW-Betreiber und Aktionäre bleiben unangetastet.
Da die Strahlenbelastung nur auf Antrag grenzüberschreitend erfasst werde, könnten internationale AKW-Leiharbeiter mit mehreren Strahlenpässen arbeiten. - Das Strahlenproletariat hat kaum eine andere Wahl, sie müssen ihre Familien ernähren. -

Im Klartext: Die K(l)assensolidarität der Stammbeschäftigten mit den Kolleginnen und Kollegen der Zeit- und Leiharbeit, nicht nur in den Atomkraftwerken, in den Energie-Konzernen und Aktiengesellschaften und bei den sozialpartnerschaftlichen DGB-Gewerkschaften ist gefordert.

Quelle vgl.: Leiharbeiter in Atomkraftwerken werden stärker verstrahlt.
http://wirtschaft.t-online.de/radioaktivitaet-leiharbeiter-in-atomkraftwerken-staerker-verstrahlt/id_46986674/index

Siehe IPPNW: 40 Prozent Hilfskräfte, 10-Stunden-Schichten und die Verringerung von Prüfungen - Atomkraftwerks-Service.
www.ippnw.de/startseite/artikel/ea47cc52b9/40-prozent-hilfskraefte-10-stunden.html
Internantionale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung.


6.6.2011 - Für eine ökologische Landwirtschaft vs. Gewinn- und Profitmaximierung

von Reinhold Schramm

Gegen Massentierhaltung, Monokulturen, Genmanipulation, giftige Düngemittel und Pestizide.

Zur biologischen Vielfalt (Biodiversität) gehören alle Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen ebenso wie die Vielfalt der Lebensräume (Ökosysteme), einschließlich der Vielfalt innerhalb einer Art.

Heute stecken giftige Chemikalien in Produkten die uns täglich umgeben. Wir essen sie mit, atmen sie ein oder nehmen sie über die Haut auf. Ihr Einsatz ist überall auf der Welt zu finden. Viele dieser Stoffe sind giftig, schädigen die Gesundheit - vor allem von Kindern - und sind gefährlich für die Umwelt. -

Der Handel mit Chemikalien ist ein Multi-Milliardengeschäft. Die chemische Industrie und ihre Aktiengesellschaften neigen dazu, alle gesetzlichen Regelungen, die die Risiken für Menschen und Umwelt reduzieren sollen, zu torpedieren.

Nachhaltige Gentech - ein Fall von Volksverdummung und vorsätzlicher Vergiftung. -

Im Frühsommer 2011 kommt gentechnisch veränderte Soja aus Südamerika im grünen Mäntelchen der Nachhaltigkeit auf den EU-Absatzmarkt. - Dahinter steht ein Zusammenschluss von Unternehmen, die am Wachstum des Sojamarktes ein ureigenes Interesse haben und ihr Geschäftsmodell auf Dauer absichern wollen. -

Dem Zusammenschluss gehören Sojaproduzenten unter anderem aus Argentinien, Brasilien und China an, des weiteren Gentechnik- und Agrarchemieunternehmen wie Monsanto, Bayer und Syngenta, Ölfirmen wie BP und Shell, die weltweit größten Händler von agrarischen Rohstoffen ADM, Bunge und Cargill - sowie deren Umweltstiftung WWF International.

In Südamerika wird Soja in riesigen Monokulturen angebaut. Dabei werden hochgiftige Herbizide versprüht, zumeist auf Gentech-Pflanzen. - Geschädigt werden die Menschen unmittelbar, die in den Soja-Gebieten überleben müssen.

Um die Sojaproduktion weiter auszudehnen, werden Kleinbauern und indigene Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben. Wälder und andere wertvolle Naturräume werden zerstört, der Anbau von Gentech-Soja wird weiter ausgedehnt.

Mehr als 34 Millionen Tonnen Soja werden jedes Jahr nach Europa importiert. Zumeist landet es in Trögen von Tieren, die in industriellen Anlagen gehalten werden. -

Der Großteil konventionell erzeugter Milchprodukte und Fleisch sowie Eier stammt von Tieren, die mit gentechnisch veränderter Soja gefüttert worden sind. Doch davon erfahren Verbraucher nichts, denn diese Erzeugnisse tragen kein Gentech-Label.

Für eine nachhaltige Landwirtschaft:
www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/landwirtschaft/
Schädliche Auswirkungen von Glyphosat und Roundup:
www.gmwatch.eu/images/pdf/gm_sum_ger_v11.pdf