Das Sargnagelkommando der SPD

Sarrazin - Steinmeier Brüder im Geiste

15.5.2011 Denk ich an Hartz IV, denk ich an SPD - Menschen für weniger als 9 Euro brutto in der Stunde arbeiten. Immer mehr Hartz IV Aufstocker

Hartz IV: Millionen Menschen in Deutschland müssen ihr Einkommen aufstocken

Immer mehr Erwerbstätige müssen ihr Arbeitsentgelt zusätzlich mit Hartz IV aufstocken, um ihr Existenzminimum zu sichern. Das berichtet "BIld.de" unter Berufung auf Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Grund dafür sind vor allem das niedrige Lohnniveau. So müssen Millionen Menschen für weniger als 9 Euro brutto in der Stunde arbeiten.

Demnach wuchs die Zahl der Arbeitnehmer, die weniger verdienen, als ihnen beim Gang zum Arbeitsamt zusteht, im vergangenen Jahr auf rund 1,38 Millionen. Das waren 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr und ein Plus von 23 Prozent gegenüber 2007. Insbesondere betroffen sind Teilzeit-Beschäftigte und Mini-Jobber, meldet "Bild.de".
Ostdeutschland stärker betroffen

Menschen im Osten Deutschlands sind dem Bericht zufolge stärker auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. So müssen dort fünf Prozent aller Beschäftigten Zusatzleistungen beantragen. Im Westen müssen dagegen 2,1 Prozent der Erwerbstätigen ihr Einkommen aufstocken.

 

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takt@takt.de
Fakten zur sozialen Ausgrenzung und Benachteiligung in Deutschland

17. Juni 2011

von Reinhold Schramm

In Deutschland waren im Jahr 2009 rund 13 % der Bevölkerung materiell depriviert, 5 % erheblich. In den nordeuropäischen Ländern gibt es mit 1 bis 2 % nur einen geringen Anteil an der Bevölkerung mit Erfahrungen von erheblicher materieller Entbehrung. In Ungarn, Lettland, Rumänien und Bulgarien ist fast die Hälfte der Bevölkerung materiell depriviert und über 20 % leiden unter erheblicher materieller Entbehrung. .

Den höchsten Anteil von erheblich materiell deprivierten Menschen in Deutschland gab es in der Gruppe der Haushalte von Alleinerziehenden. Der Indikator lag hier bei 21 %. Auch rund 10 Prozent der Personen aus Einpersonenhaushalten gehörte zu den materiell Benachteiligten. Personen aus Hausbalten von zwei Erwachsenen mit Kind (oder mehreren Kindern) oder ohne Kind waren dagegen deutlich seltener von (materieller) Entbehrung betroffen. Hier waren es 4 % bzw. 2 %.

In Deutschland lebten im Jahr 2009 fast 11 % der Personen in Erwerbslosenhaushalten (Erwerbsbeteiligung unter 20 %), von denen jeder zweite Haushalt mindestens drei von neun Merkmalen für materielle Deprivation aufwies. Bei Personen aus Haushalten mit höherer Erwerbsbeteiligung war nur jede zehnte Person materiell depriviert.

Bei Personen aus Erwerbslosenhaushalten, die mindestens vier von neun Merkmalen für materielle Deprivation aufweisen, liegt die Quote für die Messung der erheblichen materiellen Entbehrung bei 28 %, während sie bei Personen aus Erwerbstätigenhaushalten nur knapp 4 % betrug.

Aus dem Fazit: Personen aus Haushalten von Alleinerziehenden haben das mit Abstand größte Deprivationsrisiko. Sie müssen am häufigsten und im größten Umfang auf persönliche Grundbedürfnisse verzichten. (Bezahlte) Erwerbsbeteiligung* stellt einen bedeutenden Einflussfaktor für das Ausmaß der materiellen Deprivation dar. Personen aus Erwerbslosenhaushalten sind überdurchschnittlich von materieller Entbehrung betroffen.

Etwa 22 % der Haushalte mit Kindern müssen aus finanziellen Gründen auf eine Woche Urlaub im Jahr verzichten. Mehr als 20 % der Mieterhaushalte haben Probleme im Bereich Wohnen und Wohnumfeld.

Quelle vgl.:
Wirtschaftsrechnungen. Wer muss worauf verzichten? Einschätzungen zur Wohn- und Lebenssituation der privaten Haushalte. Ergebnisse aus der Erhebung LEBEN IN EUROPA 2009. Von Dipl.-Sozialwissenschaftlerin Urszula Sikorski, Dipl.-Soziologin Birgit Kuchler. / Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2011.
http://www.destatis.de/

jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/

Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/WirtschaftsrZeitbudget

/LebenssituationHaushalte52011,property=file.pdf

Anmerkung:
„Deprivation“ bezeichnet allgemein den Zustand der Entbehrung, des Entzuges, des Verlustes oder der Isolation sowie das Gefühl einer Benachteiligung. In der Soziologie bezeichnet „Soziale Deprivation“ jede Form von sozialer Ausgrenzung, welche staatfinden kann durch Zugehörigkeit zu einer sozialen Randgruppe und/oder Armut. „Objektive Deprivation“ ist die anhand von Standards (zum Beispiel Einkommensverteilung) messbare materielle Benachteiligung. Eine Benachteiligung in der Ausstattung mit Chancen und Mitteln, die erforderlich sind, um eine bestimmte gesellschaftlich akzeptierte Position aufrechterhalten zu können und damit eine gesellschaftliche Existenz zu sichern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deprivation

* Info.-Empfehlung: Leiharbeit und Lohndumping - Fortsetzung in 2011
www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/psa/schramm.pdf


15. Mai 2011 Blöd DGB verarscht seine Mitglieder, wenn er ein Sofortprogramm gegen Altersarmut fordert, denn mit der Zustimmung zu Hartz IV und Riester Rente sind die DGB-Gewerkschaften selbt verantwortlich für die Altersarmut, oder?

DGB fordert Sofortprogramm gegen Altersarmut

Von Altersarmut bedroht sind vor allem erwerbsgeminderte, geringverdienende und langzeitarbeitslose Menschen

Berlin – Die Probleme der drohenden Altersarmut dürfen nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden, der angekündigte „Regierungsdialog“ zur Altersarmut muss deshalb schnell zu substanziellen Ergebnissen führen. Das forderte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, am Donnerstag auf einer DGB-Veranstaltung zur sozialen Lage von erwerbsgeminderten Menschen in Berlin:

„Der angekündigte ‘Regierungsdialog’ der Koalition zur Altersarmut muss schnell zu substanziellen Ergebnissen führen und darf nicht in einem unverbindlichen Meinungsaustausch enden. Es ist zwar gut, dass sich die Koalition nicht in einer Kommission verschanzt, doch die Probleme der drohenden Altersarmut sind seit Jahren bekannt und dürfen nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden.

Notwendig ist ein Sofortprogramm, um die akuten Probleme schnell zu lösen und die am stärksten von Altersarmut bedrohten Gruppen besser abzusichern. Von Altersarmut bedroht sind vor allem erwerbsgeminderte, geringverdienende und langzeitarbeitslose Menschen. Gleichzeitig muss es gelingen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länger gesund in sozial abgesicherter Beschäftigung bleiben können. Prävention und flexible Übergänge in den Ruhestand müssen ausgebaut werden. Die Rente mit 67 dagegen erhöht das Risiko, im Alter zu verarmen.

Die drohende Altersarmut betrifft nicht mehr nur besondere Problemgruppen. Durch die Rentenkürzungen um bis zu 25 Prozent sowie den Ausbau des Niedriglohnsektors und der prekären Beschäftigung droht Altersarmut zu einem weit verbreiteten Problem zu werden. Die Entwertung der Renten muss deshalb insgesamt gestoppt werden. Gerade erwerbsgeminderte Personen sind von den Kürzungen bei der gesetzlichen Rente hart betroffen. Ihre Leistungen müssen verbessert werden, indem die so genannten Zurechnungszeiten verlängert werden. Außerdem schlagen wir vor, die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung auszubauen, um vor allem Solo-Selbstständigen eine soziale Absicherung zu ermöglichen.

Wir brauchen insgesamt eine neue Balance von Beiträgen und Leistungen. Wer jahrzehntelang hart gearbeitet hat, muss auch eine Rente bekommen, die mindestens zum Leben reicht. Die soziale Sicherheit im Alter muss deshalb Vorrang haben vor übereilten Beitragssenkungen.“