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takt@takt.de

Weder Mutterkreuz noch Bumsprämie vom Bundesonkel für Lizzy - Was die Bundeskanzlerin unterm Hosenanzug trägt und Silvio Berlusconi darüber weis, - wie Rita die Gletscherwelt aus dem Gleichgewicht bringt - und wer auf dem Saarbrücker Glühweinmarkt den Weihnachtsmann gejagt hat.


Saartiere von Gisbert Spränzer


Bundesonkel Christian Wulf wird Pate für jedes siebente Kind, das in
Deutschland von einer einzigen Mama geboren wird. Dazu gibt es eine
Urkunde, einen Schnuller und ein Geldgeschenk von 500 Euro vom
Patenonkel Christian. Herrchen hat auch gleich losgewettert und
gewettert, so ähnlich hätten es die Nazis auch gemacht, das Brimborium
des Bundespräsidenten für das siebente Kind sei ein höchst anrüchiges
Relikt aus brauner Vergangenheit. Also, mein Kumpel Ivanhoe hat ja auch
'ne braune Vergangenheit. Sie heißt Lizzy und hat im kürzlich acht Junge
beschert. Der Bundeschristian war aber noch nicht am Körbchen von Lizzy,
um Pate von einem ihrer Welpen zu werden. Ich glaub, der mag keine
Hunde. Dabei hätte Lizzy die 500 Euro Bumsprämie gut als Futtergeld für
ihren Nachwuchs brauchen gekonnt, gerade so kurz vor dem Fest der Liebe.
Lizzys Frauchen vegetiert nämlich von Hartz IV, dem Schandgesetz der
Sozis. Ivanhoe wäre bestimmt ganz stolz auf seine Lizzy gewesen, wenn
sie mit ihm und 'nem Mutterkreuz am Halsband beim Neujahrsempfang des
Bürgermeisters aufgetaucht wäre. Ich mach mir ja nichts aus Orden und so
'nem blöden Zeugs und auf den feuchten Pfotendruck des Bundesonkels kann
ich auch verzichten. Zum Fest buddel ich mir den Schweinekopf im Garten
aus, den hab' ich bereits im Frühsommer in der Erde vergraben, damit er
rechtzeitig zum Weihnachtsfest schön gar ist. Herrchen wird bestimmt
wieder jubilieren, wenn ich meinen wohlduftenden Festschmaus unterm
Weihnachtsbaum futtere.


In Oslo hat ja ein leerer Stuhl den Friedensnobelpreis eingeheimst. Den
hat er auch verdient, hat Herrchen gesagt. Schließlich musste das gute
Holzstück so manchen schweren Hintern aushalten und dabei ganz friedlich
bleiben. Beim deutsch-französischen Gipfeltreffen in Freiburg haben
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr französischer Kumpel Nicolas
Sarkozy gelobt, den Euro allzeit tapfer zu verteidigen. Beim Gang
Merkels und Sarkozys durch die Innenstadt waren wiederholt Buhrufe,
Hundegebell und gellende Pfiffe zu hören, hat Herrchen aus den
Fernsehnachrichten erfahren. Chapeau vor den Freiburger Hunden, die
haben bestimmt auch die Schnauze voll von dem ganzen Euro-Zirkus.
Apropos Zirkus, die Hochseilartisten der FDP sind ja ganz schön auf die
Schnauze gefallen. Nur noch vier Prozent mögen die gelben Knilche, hat
Herrchen gesagt. Das sind zwar immer noch vier Prozent zuviel, aber
Herrchen hat Hoffnung dass Westerwelle und Brüderle bald ihre Parteitage
wieder in einer Telefonzelle abhalten, zumal der ehemalige Büroleiter
von FDP-Parteichef Guido Westerwelle politische Geheimnisse an
ausländische Botschaften weitergegeben haben soll. Jetzt wissen
vielleicht sogar die Russen und der Berlusconi in Italien was die
Bundeskanzlerin unterm Hosenanzug trägt. Es ist schon so, wie Ivanhoe
letzte Woche noch geknurrt hat: „Über Spanien lacht die Sonne und über
Deutschland die ganze Welt“.


Die Saar hat sich letzte Woche vielleicht 'nen tollen Abspülvorgang
gegönnt. Hochwasser nennt man das und die Saarbrücker Stadtautobahn
wurde mal wieder zum linken Nebenfluss des majestätischen Stroms. Vor
lauter Ärger über die Schneeschmelze in den Vogesen hat der große Fluss
sogar einen Baustamm gegen einen 15 Meter langen Kahn gedonnert und ihn
einfach versenkt. Das war 'ne wirklich tolle Leistung. Leider hat sich
beim Abspülvorgang des Jahres auch Herrchens Angelsteg auf den Weg
flussabwärts gemacht. Jetzt steht uns wohl ein Neubau bevor, damit
Herrchen und ich im Sommer wieder Würmer baden und Flaschenbier im
Wasser kühlen können. Herrchens Freundin Rita hat behauptet, an dem
ganzen Hochwasser-Schlamassel sei bloß der Klimawandel schuld, der würde
die Eisberge auffressen und wir müssten bald alle in die Boote. Puh, das
stimmt gar nicht. Rita frisst die Eisberge und sonst niemand. Was die
alles so an Vanille, Schokolade und Erdbeereisberge in sich
reinschlingt, verträgt nicht mal der stärkste Hundemagen. Auch die
Gletscher bringt Rita aus dem Gleichgewicht. Drei bis vier Eiswürfel in
jedem Martini sind einfach zuviel für die Gletscherwelt. Herrchen ist da
ganz anders, er verschont die Gletscher. Als echter Umweltschützer
verwässert er sein Pils niemals mit Eiswürfeln.


So, jetzt geht 's aber fix zum Saarbrücker Glühweinmarkt. Meine Kumpels
Randy und Ivanhoe haben dort letzte Woche 'ne Weihnachtsmann-Jagd
veranstaltet. Der Rotrock ist zwar blitzschnell verduftet, aber Randy
hat trotzdem seine Zipfelmütze erbeutet und Ivanhoe den Sack. Ich jage
ja lieber den Briefträger, der spendiert mir nach dem Hundertmeterlauf
wenigstens 'nen Keks. Also dann ho, ho, ho und Wuff!