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Foto: Michael Sperlich - Wut der Saar

Rache der Saar wird zu Weihnachten erwartet
6. Dezember 2010

Die Wut wächst, auch beim großen Strom der Saarländer

Saartire von Michel Saarkozy

Seit Jahren hören wir von sogenannten Umweltschützern und falschen Klimapropheten, wir müssten nur tüchtig Gas auf der Autobahn geben, und schon würden die Temperaturen ansteigen und ruck zuck aus dem Saarland ein mediterranes Urlaubsparadies machen. Jetzt müssen wir feststellen, dass dies alles gelogen war. Die Winter werden länger und frostiger. Dort, wo eigentlich Olivenhaine, Orangenplantagen und Palmenwälder die Landschaft prägen sollten, grinsen Ski- und Rodelbahnen die Besucher an. Statt braungebranntem Sommerspeck blicken die müden Augen meist nur auf lange Unterwäsche. Schneemänner beherrschen die Landschaft und verdrängen eiskalt die bunten Miniröcke. Der Sangria heißt mittlerweile Glühwein und statt einem fröhlichen „Olé“ hört man lediglich ein mürrisches „O leck“. Der große saarländische Philosoph des Mittelalters, Emilianus von Kaltnaggisch, hat bereits in einem seiner frühen Werke gewarnt, die Natur werde alles rächen, was man ihr antut. Jetzt ist es soweit. Das Saarland wird über die kommenden Feiertage von einem Jahrtausendhochwasser heimgesucht werden. Saarländische Wetterexperten sprechen bereits vom größten Abspülvorgang, den der große Strom der Saarländer jemals getätigt hat.

Die Wut wächst, auch bei der Saar. Seit Jahren hat der große Strom alles geschluckt, was in ihn hinein gekippt wurde. Vor Freude hat die Saar über den versprochenen Klimawandel geplätschert, dabei hat sie sogar das Saarbrücker Prestigeprojekt Stadtmitte am Fluss vergessen, das ihr ein Beton-Korsett statt des flauschig weichen Rasenlakens an ihren Ufern anlegen will. Von ihren großen Brüdern und Schwestern wie dem Mississippi, dem Ganges, der Oder und Elbe hat die Saar mittlerweile gelernt, wie man ordentlich Rache für die erduldete Schändung nimmt.

In den Nordvogesen warten bereits zigtausend Kubikmeter Schnee zum Tauen auf das Kommando der Saar. Der Fluss will noch vor den kommenden Feiertage in Aktion treten und das Übel an seinen Ufern einfach abspülen. Leise wisperte er den Fotografen des Landes zu, sich rasch mit Gummistiefeln zu versorgen und nach guten Plätzchen für die spektakuläre Fotosession zu suchen. Der Fluss der Saarländer versprach sensationelle Aufnahmen, beispielsweise von flussabwärtsströmenden Weihnachtsmarkbuden und einer überschwemmten Saarbrücker Innenstadt. Natürlich wird auch die Autobahn A 620 wieder zum Nebenfluss der Saar.