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Pyramidenbau im Saarland - Vom Glanz
und Elend der Völklinger
Fischzucht-Pharaonen - Werden
nach Kaviar und Lup de Mer in der ehemaligen Stahlarbeiterstadt auch
schon bald Goldesel gezüchtet ?
Saartire von Claude
Michael Jung
Schon der
Pharao im alten Ägypten hatte es nicht leicht, seine Pyramide
in die Wüste zu setzten. Pharaonengräber waren schon damals
teuer, und
die Königinnen und Könige vom Nil mussten ständig über
neue Steuern und
Gebühren das Volk zur Ader lassen. Cleopatra VII. soll sogar eine
Steuer
für Fussgänger in Alexandria eingeführt haben, um eine
würdige
Beerdigungsstätte für ihren einbalsamierten Leib bauen zu
können.
Immerhin künden die Pyramiden noch heute vom Glanz und der Herrlichkeit
der Nilfürsten. Ein ähnlich teures Grab, ein Millionengrab
im
saarländischen Völklingen, hat jetzt beste Chancen, in die
Geschichte
einzugehen. Im Stadtteil Fürstenhausen planen die herrschenden
Pharaonen
der ehemaligen Stahlarbeiterstadt an der Saar, auf einem alten
Kokereigelände das Gold der Meere zu züchten. Edle Meeresfische
wie
Wolfsbarsche und original russische Störe, wie man hört sollen
später
noch Schwertfische, ja sogar Setzlinge des tranreichen Ungeheuers von
Loch Ness in den Becken planschen und als Goldfische die marode
Stadtkasse sanieren. Völklingens Alchimisten haben jetzt aber einen
Alptraum, auf dem ehemaligen Kokereigelände scheint die Kohle
ausgegangen zu sein, der Baustopp an der Goldfischzucht-Anlage hält
weiterhin an und das nur wenige Tage, bevor das Volk CDU-
Oberbürgermeister Klaus Lorig auf seinem Pharaonenthron im Rathaus
bestätigen soll.
Obwohl die Meeresfisch-Alchimisten auf einer Pressekonferenz am
11.08.2010 der Öffentlichkeit erklärt haben, die eingefrorene
Finanzierung sei aufgehoben, herrscht auf der Pyramidenbaustelle
Grabesruhe. Die Sonne soll sich bereits mehrmals verfinstert haben beim
Anblick der brachliegenden Baustelle. Gerüchte gehen um, wonach
in
Fürstenhausen wohl niemals ein Goldfisch an Oberbürgermeister
Lorigs
Angel zappeln wird. Die Wählerinnen und Wähler, die am kommenden
Sonntag
zur Urne gerufen werden, fragen sich, ob sie das Opfer einer
saarländischen Fata Morgana geworden sind oder bloß einfach
verarscht
wurden. Nicht nur Spötter behaupten mittlerweile, Oberbürgermeister
Lorig, sollte er noch einmal auf dem Thron bestätigt werden, plane
für
seine nächste Amtszeit bereits, Goldesel zu züchten. Eine
große Herde
Goldesel werden die Völklinger auch bald dringend nötig haben.
Sollte
das weltweit einmalige Projekt Goldfischzucht in Völklingen den
Nil,
pardon die Saar hinuntergehen, werden jede Menge Esel gesucht, die die
angerichtete Zeche bezahlen.
Immerhin einen Gewinn hätten die Völklinger. Sollte sich aus
dem
Baustopp der Meeresfischzuchtanlage ein Dauerzustand (Bauruine)
entwickeln, könnte die fensterlose Halle zur Not als Mausoleum
für die
in den Sand gesetzten Millionen dienen. Noch ein weltweit einmaliges
(Un)Ding.
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