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Krokusse durchbrechen mit Trara die Erdkruste - Höchste Krokuswarnstufe an der Saar und ihren Nebenflüssen Glosse von Gisbert Spränzer Das Fell in sämtliche Richtungen gesträubt brachte sich Kater Baldrian am gestrigen Nachmittag nur mit einem unerschrockenen Hechtsprung vor einem vermeintlichen Erdbeben in Sicherheit. Durch das offenstehende Küchenfenster sprang Baldrian todesmutig in die Arme seines Frauchens. Mit irrem Blick, aber immer noch fauchend, suchte der kugelrunde schwarze Panther verzweifelt Asyl bei Frieda S., seiner Ernährerin. Frieda S, eine pensionierten Lehrerin aus Kleinblittersdorf, berichtet, dass der finale Rettungssprung Baldrians eine Blumenvase und ihre Lesebrille als Kollateralschäden hinterlassen hat. Was hat Panther Baldrian derart erschüttert, dass er sich auf die Couch eines Tierpsychiaters begeben musste? Nach einem Augenzeugenbricht des etwas zu groß geratenen Mischlingshundes Trollo, der zufällig das Malheur beobachtet hatte, waren es eine Horde Krokusse, die Kater Baldrian fast um den Verstand gebracht haben. Laut Trollo habe Baldrian dösend die ersten Sonnenstrahlen des Vorfrühlings genossen, als die Krokushorde plötzlich und unerwartet die Erdkruste unter dem schlafenden Kater durchbrach. Im allgemeinen Tohuwabohu und unter dem Gejohle der orientalischen Schwertliliengewächse sei Baldrian in Panik verduftet, so Trollo. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt der Tierpsychiater Hans A. den Vorfall. Laut dessen Angaben sei Baldrian noch schlotternd und ohne einen Bissen Futter im Magen inzwischen auf seiner Chouch eingeschlafen. Der verstörte Kater habe berichtet, er sei der Annahme gewesen, dass das vermeintliche Erdbeben von seinem Erzfeind, dem üblen Maulwurf Wilfrid, ausgelöst wurde, der ihn im vergangen Jahr bereits mehrfach in den schwarzen Schlund der Erde verschleppen wollte. Inzwischen hat das saarländische Ministerium
für unerklärliche Vorfälle sämtliche Saarkatzen
und Kater vor einem vorfrühlingshaften Sonnenbad unter freiem Himmel
gewarnt. Es besteht weiterhin höchste Krokuswarnstufe an der Saar
und ihren Nebenflüssen. Jederzeit bestehe die Gefahr, das sich
wieder ein Kater oder eine Katze im Epizentrum eines Krokusdurchbruchs
um den Verstand döst, so das Ministerium.
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