![]() |
|||||||||||
| takt@takt.de | http://www.takt.de/index.html | ||||||||||
| zurück | |||||||||||
Megadeutschland nur noch bei den Schulden Glosse von Gisbert Spränzer In Deutschland geht die Einwohnerzahl weiter zurück. Das Statistische Bundesamt hat Pi mal Daumen herausgefunden, dass ca. 645.000 bis 660.000 Geburten 830.000 bis 840.000 Sterbefälle gegenüberstehen. Wie mit dem Geburtendefizit umgegangen werden soll, ist noch unklar. Erste Dackelfalten sollen sich aber bereits auf der Stirn von Bundesfamilienministerin Kristina Köhler (CDU) breit gemacht haben, berichtet ein Mitarbeiter aus dem inneren Zirkel des Ministeriums gegenüber dem Politmagazin Zappenduster. Als vor nunmehr zwei Jahrzehnten die Übernahme der DDR im Handstreich gelang und die Statistiker die Einwohnerzahl der Bundesrepublik über Nacht um 17 Millionen nach oben korrigieren konnten, war Deutschland plötzlich und unerwartet zu einer Großmacht, zumindest bei der Einwohnerzahl, avanciert. Mehr als 82 Millionen Männchen und Weibchen tummelten sich zwischen Saar und Oder und Kaiser Franz stellte die provozierende Frage; „Wer soll uns jetzt noch schlagen“? Doch mit dem Reich der Unschlagbaren ging es rapide bergab. Ganze Landstriche haben sich geleert, und nicht nur ein gewisser Michael Ballack ist ausgewandert. Deutschlands Skispringer, die „Adler der Lüfte“, sind flügellahm geworden. Die Stars des DFB müssen vor den Kickern der Färöer Inseln zittern. Wie wohl ein Match gegen den FC Sankt Pauli oder gegen die Berliner Eiserne Union ausgehen könnte, darüber wagt Bundestrainer Jogi Löw nicht einmal in seinen kühnsten Träumen nachzudenken. Den Titel des Exportweltmeisters hat Deutschland ebenso verloren wie Kaiser Wilhelm einst seine stolzen Kolonien. Es sieht trübe aus für Deutschlands Zukunft.
An eine Gebietserweiterung etwa im Westen mit der Übernahme von Elsaß-Lothringen
oder im Osten durch die Einverleibung einiger Berufsskeptiker befürchten bereits, dass Deutschland mit dem Ansteigen des Meeresspiegels in tiefe Agonie verfallen und die Zeugungsbereitschaft noch weiter absinken wird. Eine erneute Schweine- oder Hühnergrippe könnte uns glatt den Rest geben. Das hochgepriesene Zukunftsmodell „Familie“ der geliebten Bundesregierung schafft ebenfalls keine Abhilfe. Zwar gibt es Kindergeld, jedoch die Prämie für den geglückten Aufhüpfer ist wohl nicht der Weisheit letzter Schluss, ebensowenig wie die Herdprämie und die Erhöhung Kinderfreibetrages um fast 1000 Euro für Gut- und Besserverdienende. Die Weiterentwicklung des Elterngeldes mit dem Ausbau der Partnermonate und der Einführung eines Teilelterngeldes machen auch nicht gerade scharf auf mehr Nachwuchs. In 100 Jahren werden wir wohl nur noch in Guido Knopps ZDF- History- Sendung oder im Naturkundemuseum zu bewundern sein. Tragen wir es mit Fassung. Adieu Deutschland, ich setz schon mal die Flagge auf Halbmast. |
|||||||||||
|
8. Februar 2010 Wie Herrchen und ich das Geheimnis der grünen Linsen gelüftet haben Wer den Wein von Karl Marx verwässert, warum die Saarländer jetzt reich werden und was Andrea Ypsilanti über Frauen weiss, die von Popcorn schwanger werden Saartierisches von Gisbert Spränzer Als Canis lupus familiaris bin ich ein echter Haushund. Wissenschaftliche Schätzungen vermuten, dass wir Hunde vor zwischen 100.000 und 15.000 Jahren von Gestalten wie Adam und Eva oder von Neandertalern domestiziert wurden. Das ist natürlich ganz großer Quatsch. Ivanhoe, mein bester Kumpel, hat erst neulich gesagt, dass wir Hunde überhaupt nicht domestiziert wurden, sondern uns einfach bei den Homo sapiens eingeschleimt haben, obwohl die damals weder ein richtiges Sofa noch einen bequemen Sessel zu unserer Gemütlichkeit kannten. Ivanhoe hat auch gesagt, damals wäre alles viel besser gewesen als heute. Davon bin ich auch überzeugt, zumindest hatten die Sozis unseren blauen Planeten damals noch nicht mit ihrer Anwesenheit kontaminiert. Und die linken Halunken, die den Wein von Karl Marx immer verwässern, gab es auch noch nicht. Herrchen hat gesagt, dass wir Saarländer jetzt endlich alle reich werden. Das Saarland hat sich nämlich an einer Lotterie aus der Schweiz beteiligt. Man muss nur so ‘ne komische CD kaufen und nachschauen, wie hoch der Gewinn ist. Bislang sind bei den saarländischen Finanzämtern schon zwei Volltreffer eingegangen, die mit dem Datenkomplex aus der Schweiz in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Der zu erwartende Sterntalerregen soll sich im sechsstelligen Bereich bewegen, hat Herrchen von Franz Klamm erfahren. Der muss es schließlich wissen, Franz Klamm ist Amtmann im Finanzministerium und gibt Herrchen immer gute Ratschläge, wo er sein Geld am besten vor einem komischen Vogel namens Fiskus verstecken kann. Herrchen hat mir jedenfalls felsenfest drei Ringel Lyoner versprochen, wenn der Bandleader der Ostermann-Boys oder der bekannteste Vorbestrafte des Landes, Peter Hartz, auch auf der Hitparade der CD aus der Schweiz singt. Ich und Herrchen haben ja auch so ein kleines Depot in der Schweiz. Iwo, kein Schwarzgeld, aber Herrchen hat beim Räuberschach im Internet 120 Flaschen Rotwein, Sankt Gallener Fegefeuer, gewonnen. Wenn die Sonne wieder scheint, will Herrchen sein zweites Haustier, seinen alten VW- Bus, wieder flott machen und mit mir den Gewinn in der Schweiz aus dem Feuer holen. Die letzte Tour mit dem ollen Klapperkasten hat mir noch lange in den Knochen gesteckt. Wir waren in Le Puy-en-Velay, das Nest liegt in der französischen Region Auvergne. Herrchen wollte dort das Geheimnis der Lentilles Vertes du Puy, das sind grüne Linsen, erkunden. So nebenbei hab’ ich dort Ludwig XIV. kennen gelernt. Ludwig XIV. Ist ein ganz fieser Ziegenbock, der versteht weder deutsch noch kennt er die Regel, daß Hunde Ziegen jagen und nicht umgekehrt. Ich konnte mich noch gerade so in einen Teich retten. Die Enten dort hab ich aber mal so richtig aufgemischt, die kannten wenigstens die internationalen Spielregeln. Drei volle Tage hat Herrchen das Geheimnis der grünen Linsen erkundet, und ich hab’ gelitten wie ein Hund. Diese Lentilles Vertes du Puy sind richtige biologische Massenvernichtungswaffen. Herrchens Verdauung wurde zum Vulkan. Puh, sein ganzes zweites Haustier hat er zugepupst. Mir hat’s glatt den Atem verschlagen, das war echte Tierquälerei. So stink ich nicht mal, wenn ich köstlichen Pansen gefressen hab. Mein Kumpel Randy hat erst vorige Woche gesagt, dass die Abgase von Pansen ganz toll duften, besser jedenfalls als Herrchens Bierfurtz, mit dem er die letzte Gemeinderatssitzung gesprengt hat. Im Moment ist Herrchen ja viel beschäftigt. Er arbeitet für eine Zeitung als Briefkastenonkel. Jetzt brütet er über der Zuschrift von Elke, einer Studentin aus Bremen. Elke ist Mitglied der Jusos, dem missratenen Nachwuchs der Sozen. Sie studiert BWL, damit sie später weiß, wie man Dumpinglohn und Hartz IV buchstabiert. Elke hat Herrchen Folgendes geschrieben: „Lieber Onkel, mein Freund futtert im Bett immer Popcorn, und das Bettlaken ist ständig übersät mit dem Zeug. Ich habe jetzt ganz große Angst davor, dass ich davon schwanger werden könnte. Stimmt es, dass Popcorn schwanger macht?” Jetzt hat Herrchen ein Problem. Ich hab’ ihm geraten,sich mal an die neue Denkfabrik der Linken, an das „InstitutSolidarische Moderne“, zu wenden. Dort brütet Andrea Ypsilanti über solchen Themen, und die ist bekanntlich schon mit ganz anderen Dingen schwanger gegangen. Also ich glaub’ ja nicht, das Frauen von Popcorn schwanger werden können. Leica, die schnuckelige Setterhündin, war im vergangen Jahr jedenfalls nicht schwanger von Popcorn. Sie hatte gleich fünf Junge, zwei sahen aus wie mein Kumpel Ivanhoe, die anderen zwei wie Randy und das ganz süsse und aufgeweckte Kerlchen der Gattung Canis lupus familiaris strahlte mich mit meinen eigenen treuen Augen an. Also Popcornchromosome waren da wirklich nicht im Spiel. Nächste Woche ist ja schon wieder Rosenmontag.
Da werden Randy, Ivanhoe und ich zu Canis lupus carnevalis. Herrchen, ich
und meine Kumpels fahren auf einem Prunkwagen mit. Wir schauen gemeinsam in
das tiefe schwarze Loch, in dem die Sozis sitzen und in das die Mövenpick-FDP
jetzt auch noch rein will. Zum Höhepunkt des Rosenmontagsumzugs werden
der Guido und sein Brüderle zum Sozen-Siggi ins große Loch steigen.
Dann kommt unsere große Stunde. Randy, Ivanhoe und ich werden den schweren
Betondeckel aus purem Styropor auf das große schwarze Loch stülpen,
damit die Nieten bloß nicht mehr rauskommen, nicht einmal am Aschermittwoch.
|
|||||||||||