15.01.2010
Mit
Hartz IV, Riester Rente, Rente mit 67 haben die Neoliberalen in der SPD
(Steinmeier, Gabriel, Heil u.a.) die Partei gegen die Wand gefahren. Die
Berliner Erklärung der CDU entsorgt das, was von der geschröderten
SPD noch übrig ist. Nachdem
Schröders Männer der SPD das linke Bein amputiert hatten nimmt
sich die schlaue Merkel mit der Berliner Erklärung nun das rechte Bein.
Kein Standbein und kein Spielbein mehr, das wars dann SPD, oder ?
BERLINER ERKLÄRUNG
UNSERE PERSPEKTIVEN 2010 –
2013
BESCHLUSS DES BUNDESVORSTANDS DER CDU DEUTSCHLANDS
ANLÄSSLICH DER KLAUSURTAGUNG AM 14. UND 15. JANUAR 2010
IN BERLIN
Unsere Perspektiven 2010 - 2013
Die CDU Deutschlands ist die politische Kraft, die
die entscheidenden Weichenstellungen
für unser Land getroffen hat: Die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft,
die Westbindung, die Europäische Integration und die transatlantische
Partnerschaft, der Aufbau der sozialen Sicherungssysteme und die Deutsche
Einheit vor 20 Jahren. Daraus ziehen wir die Kraft, auch die Herausforderungen
des kommenden Jahrzehnts zu meistern.
Am Beginn der neuen Legislaturperiode ist Deutschland
trotz der erheblichen Auswirkungen der internationalen Finanzmarkt- und
Wirtschaftskrise ein starkes, ein lebenswertes Land. Wir Deutsche genießen
hohes Ansehen in der Welt. Deutschland wird als freiheitliche Demokratie,
als lebendige Kulturnation, als erfolgreicher Wirtschafts- und Forschungsstandort
sowie als beispielgebender Sozialstaat sehr geschätzt. Wir werden geachtet
als ein Land, das seiner internationalen Verantwortung etwa bei der Bewältigung
der Finanz- und Wirtschaftskrise, der weltweiten Armutsbekämpfung oder
beim Schutz des
Weltklimas gerecht wird. Mit der Beteiligung deutscher Soldatinnen und Soldaten
an internationalen Einsätzen im Rahmen von Mandaten der Völkergemeinschaft
zeigen wir,
dass sich Deutschland seiner internationalen Verantwortung stellt.
Auch in diesem Jahr werden wir mit ganzer Kraft an
der Bewältigung der internationalen
Finanz- und Wirtschaftskrise arbeiten. Dies gilt vor allem im Hinblick auf
die Sicherung von
Arbeitsplätzen in unserem Land, aber ebenso im Hinblick auf die Durchsetzung
internationaler Rahmenbedingungen zur Vermeidung derartiger Krisen in der
Zukunft. Zugleich müssen jetzt die richtigen Weichen für die Bewältigung
der großen Herausforderungen der Zukunft gestellt werden. Dies gilt
insbesondere für die erheblichen Auswirkungen des demografischen Wandels
in unserem Land wie auch für eine am Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtete
Gestaltung unserer Wirtschaftsweise, die sich der Bewahrung der Schöpfung
verpflichtet weiß.
Die CDU Deutschlands wird mit einem klaren Kurs und
im Vertrauen auf die Einsatz- und
Leistungsbereitschaft der Menschen unser Land gestärkt aus dieser Krise
und in eine gute
Zukunft führen. Wir werden deutlich machen, in welcher Weise unsere
konkreten politischen Maßnahmen von unseren Grundsätzen geleitet
sind.
I. Die Christlich Demokratische Union Deutschlands
– die Volkspartei der Mitte.
Wir haben einen klaren Kompass.
Unser christliches Menschen- und Gesellschaftsbild
verpflichtet uns, unser politisches
Handeln an den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität
auszurichten. Klare
Prinzipien geben Orientierung in Zeiten des Wandels. Wir wollen die Chancen
zur freien
Entfaltung aller stärken und zugleich den Zusammenhang von Freiheit
und Verantwortung
und damit den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft festigen.
Wir stehen mitten im Leben.
Als größte Volkspartei in unserem Land
sind wir nicht zuletzt durch die Arbeit unserer
Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker sowie durch das Wirken unserer
Vereinigungen fest verwurzelt in unserer Gesellschaft. Angesichts immer
schnellerer Veränderungen und einer gewachsenen Vielfalt unterschiedlicher
Lebensentwürfe sind beständige Anstrengungen unserer Partei auf
allen Ebenen erforderlich, um diese feste Verankerung in der Gesellschaft
zu erhalten.
Wir trauen den Menschen etwas zu.
Vor allem aber gründet unsere Zuversicht darauf,
dass wir den Menschen in unserem Land
etwas zutrauen. Immer wieder haben sie ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft
und Solidarität unter Beweis gestellt – gerade wenn es galt,
gemeinsam große Herausforderungen zu meistern. Dies gilt insbesondere
für den Wiederaufbau unseres Landes nach dem Zweiten Weltkrieg wie
für die gemeinsame Gestaltung unseres wiedervereinigten Vaterlandes
nach der friedlichen Revolution in der damaligen DDR und der Wiedervereinigung
vor 20 Jahren.
Wir setzen auf moderne bürgerliche Politik.
Weil wir den Menschen etwas zutrauen, setzen wir
in unserer Politik darauf, ihre Fähigkeit
zur eigenverantwortlichen Lebensgestaltung zu stärken, die Bereitschaft
zur Übernahme
von Verantwortung für andere nicht zuletzt in der Familie, der Nachbarschaft
oder am Arbeitsplatz einzufordern und zu fördern und Gemeinsinn zu
stiften. Das ist moderne bürgerliche Politik. Sie speist sich aus christlich-sozialem,
liberalem und konservativem Denken. Freiheit und Verantwortung, Solidarität
und Nächstenliebe, Leistungsbereitschaft und Gemeinsinn sowie der Respekt
vor unserer Geschichte und Kultur prägen bürgerliche Politik.
Mit unserer Bildungspolitik wollen wir erreichen, dass alle in unserem Land
ihre Begabungen entfalten und einbringen können, dass Aufstieg durch
Leistung eine Chance aller ist.
Mit unserem Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell
der Sozialen Marktwirtschaft schaffen
wir Raum für unternehmerisches Handeln, Innovation durch Wettbewerb
und Sozialpartnerschaft.
Mit einer menschlichen Sozialpolitik stehen wir an der Seite derer, die
der Unterstützung
bedürfen, ohne sie zum bloßen Objekt staatlicher Betreuung herabzuwürdigen.
Vielmehr
zielt alle Hilfe darauf, die Kräfte zur eigenverantwortlichen Lebensgestaltung
zu fördern.
Mit unserer Integrationspolitik fördern und
fordern wir die Integration von Migrantinnen
und Migranten in Deutschland. Wir bieten allen Menschen, die in unserem
Land dauerhaft
leben und dessen Grundordnung anerkennen, eine Chance zu echter Teilhabe
an.
Wertorientiert – offen für Vielfalt.
Christlich-demokratische Politik beruht auf klaren
Wertvorstellungen, die sich christlichjüdischer Tradition und europäischer
Geistesgeschichte verdanken, die aber auch von nicht wenigen Menschen anderer
Weltanschauung oder Glaubenshaltung geteilt werden.
Ausgangspunkt für die Wertorientierung unserer
Politik ist die Unantastbarkeit der Würde
eines jeden Menschen. Zu unserer Wertorientierung gehören das Bekenntnis
zum eigenen
Land und die Verantwortung gegenüber seiner
Geschichte und Kultur als Teil unserer
Identität.
Ehe und Familie haben für uns einen unverzichtbaren
Stellenwert. Wir wollen sie nachdrücklich fördern und unterstützen.
Dazu gehört echte Wahlfreiheit für Mütter und Väter
gerade im Interesse der Kinder. Wir spielen verschiedene Familienmodelle
und Lebensentwürfe nicht gegeneinander aus. So tragen wir den veränderten
gesellschaftlichen Realitäten Rechnung und unterstützen alle Familien
durch geeignete Rahmenbedingungen.
Wir stärken die Volkspartei CDU.
Wir haben ehrgeizige Pläne für unser Land.
Voraussetzung für die Erreichung unserer Ziele
ist es dabei, dass wir die CDU als wertgebundene und moderne Volkspartei
stärken.
Die Ausgangslage dafür ist gut. Gleichwohl stehen
wir vor großen Aufgaben.
Erstmals seit 1994 konnte bei den Bundestagswahlen
am 27. September 2009 eine bürgerliche Mehrheit aus CDU, CSU und FDP
erreicht werden. In zehn Bundesländern wird die Regierung weiterhin
von der CDU geführt. Gemeinsam mit unseren Schwesterparteien in der
Europäischen Volkspartei sind wir die stärkste politische Kraft
in der Europäischen Union.
Bei der Bundestagswahl am 27. September schnitt die
Union in allen Alters- und Berufsgruppen, bei Frauen und Männern am
stärksten ab. CDU und CSU sind die einzigen verbliebenen Volksparteien.
Wahr ist aber auch: Ein Zweitstimmenergebnis von
33,8 Prozent für die Union muss uns
Ansporn sein, wieder mehr Menschen für uns zu gewinnen. Das Erststimmenergebnis
von
fast 40 Prozent zeigt, dass dies möglich ist.
Zugleich zeigt die Wahlforschung, dass es immer schwieriger
ist, solche Ergebnisse zu erreichen. Weniger als 25 Prozent der deutschen
Wählerinnen und Wähler sagen heute, für
sie käme nur eine einzige Partei in Frage. Es wird daher mehr denn
je entscheidend darauf
ankommen, die eigenen Stammwähler zu binden und neue Wähler hinzuzugewinnen.
Wahlen
werden in der Mitte gewonnen.
Die CDU ist die Volkspartei der Mitte. Wir sind die
Partei der Sozialen Marktwirtschaft und unterscheiden uns mit dieser Haltung
grundlegend sowohl von reiner Marktgläubigkeit als auch von der Staatsgläubigkeit.
Wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit gehören für
uns zusammen. Das macht die Identität der Union aus und ist Grundlage
für unsere Mehrheitsfähigkeit.
Als Volkspartei hat die Union die Aufgabe, einen
wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt
der Gesellschaft zu leisten. Deshalb sprechen wir mit unserer Politik alle
Schichten und
Gruppen, alle Wählerinnen und Wähler an. Die CDU muss ihre traditionelle
Stärke einbringen – eben nicht nur eine Partei, sondern eine
echte Union sein. Wir setzen alles daran, dass alle Strömungen in der
Union eine Einheit bilden.
Viele, gerade unsere treuen und langjährigen
Wählerinnen und Wähler erwarten von uns,
dass wir uns in der Tagespolitik erkennbar von unseren Grundsätzen
leiten lassen, ihre
Zustimmung nicht als selbstverständlich voraussetzen, sondern um diese
Zustimmung werben und Schritte der programmatischen Weiterentwicklung erläutern
und gemeinsam
gehen. Dieser Erwartung wollen wir uns stellen.
Wir wollen Wählerinnen und Wähler zurückgewinnen,
die uns bei der zurückliegenden
Bundestagswahl die Zustimmung versagt haben, um deutlich zu machen, dass
sie eine
Fortführung der großen Koalition ablehnen. Unserer Wirtschafts-
und Finanzpolitik, die
auf den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft beruht und auf nachhaltiges
Wachstum
ausgerichtet ist, kommt dabei eine zentrale Rolle zu. ...
Wir wollen mit einer konsequenten Umwelt- und Klimaschutzpolitik
verstärkt Wählerinnen
und Wähler für uns gewinnen, denen die Bewahrung der Schöpfung
ein besonderes Anliegen ist.
Wir wollen unsere Position als stärkste Partei
innerhalb der älteren Generation ausbauen
und wir werben gleichzeitig für eine größere Zustimmung
bei jüngeren Wählerinnen und
Wählern. Dies wird uns mit unserem Konzept des „Zusammenhalts
der Generationen“ gelingen. Die CDU Deutschlands wird die Arbeit des
Initiativkreises „Zusammenhalt der Generationen“ fortsetzen.
Darüber hinaus werden wir in diesem Jahr mit
einer Kampagne unseren Beitrag zur Stärkung des Zusammenhalts in unserer
Gesellschaft leisten. In diesem Rahmen werden wir
die Themen „Was uns zusammenhält“, „Was uns ausmacht“
und „Was uns wichtig ist“ im
Dialog mit Vereinen und Verbänden, mit den Kirchen, mit der Wirtschaft
und den Gewerkschaften, also mit den Menschen in unserem Land diskutieren.
Als Volkspartei, die sich der Idee einer „Chancengesellschaft“
– also gleiche Chancen für
alle – verpflichtet weiß, wollen wir vermehrt Menschen für
die Mitarbeit in unseren Reihen
gewinnen, die in unser Land zugewandert sind oder aus Zuwandererfamilien
stammen. Der
dauerhafte Erfolg unserer Gesellschaft hängt nicht zuletzt davon ab,
inwieweit auch für
diese Menschen Aufstieg durch Leistung erlebbar wird.
Durch unsere Politik für Familien, für
Kultur und Medien, beim Klimaschutz und bei der
Entwicklung des Integrationslandes Deutschland konnten wir zusätzliche
Zustimmung bei
vielen Menschen in unserem Land gewinnen und das Profil unserer Partei in
diesen Themenfeldern schärfen. Bei den Themen der inneren und äußeren
Sicherheit, der Wirtschafts- und Finanzpolitik oder der Bekämpfung
der Arbeitslosigkeit haben wir unsere
starke Stellung behaupten können.
Die programmatische Weiterentwicklung unserer Partei
auf der Basis unseres Grundsatzprogramms von 2007 erreichen wir nur, wenn
sie von der Mitgliedschaft, wenn sie in der Arbeit der Orts-, Stadt- und
Kreisverbände, auf Bezirks- und Landesebene, in unseren Vereinigungen
und Sonderorganisationen mitgetragen und gestaltet wird. Wir brauchen auf
allen Ebenen eine verstärkte Bereitschaft, über den eigenen Tätigkeitsschwerpunkt
hinaus politische Grundsatzfragen zu erörtern und an der Willensbildung
in der Gesamtpartei teilzunehmen.
Dazu werden wir die programmatische Arbeit in den Bundesfachausschüssen
wieder aufnehmen und verstärkt Angebote auch im Internet, die zum Teil
schon im Rahmen der
Grundsatzprogrammerarbeitung Anwendung fanden, machen.
Solche verstärkten Aktivitäten im Internet
sind auch erforderlich, um der veränderten Mediennutzung vieler, vor
allem jüngerer Menschen in unserem Land Rechnung zu tragen.
Auch müssen wir mit dieser veränderten Mediennutzung einhergehende
Veränderungen
in der gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung stärker wahrnehmen, um
diese besser mitgestalten zu können. Unsere Stellung in den „sozialen
Netzwerken“, die wir im Bundestagswahlkampf erreicht haben, werden
wir weiter ausbauen. Damit tragen wir den neuen Kommunikationsformen und
der veränderten Kommunikationssprache Rechnung.
Wir werden den direkten und persönlichen Dialog
mit dem Bürger intensivieren und durch
die Entwicklung neuer Veranstaltungsformen weiter ausbauen. Allein in den
nächsten zwei Jahren werden wir sieben Landtagswahlen und zwei Kommunalwahlen
bestreiten. Wir werden jeden dieser Wahlkämpfe mit der Bundesgeschäftsstelle
begleiten und die Wahlkämpfer vor Ort unterstützen.
II. Unsere Ziele in der Arbeit der christlich-liberalen
Koalition – Nachhaltiges Wachstum in Deutschland. Wachstumskräfte
stärken. Bereits mit ihren ersten Entscheidungen hat die christlich-liberale
Koalition deutlich gemacht, dass sie die Ziele „Wachstum, Bildung,
Zusammenhalt“ konsequent umsetzt.
Das Kindergeld und der Kinderfreibetrag sind zum 1. Januar 2010 spürbar
erhöht worden.
Das stärkt die Familiengerechtigkeit.
Die Vorsorge während der Erwerbstätigkeit für das Alter wird
zukünftig umfassender ge-
schützt. Das sogenannte „Schonvermögen“ im Rahmen
von „Hartz IV“ wird nach dem Ka-
binettsbeschluss vom Dezember von 250 auf 750 Euro pro Lebensjahr erhöht.
Außerdem
wird die selbstgenutzte Immobilie umfassend geschützt werden. Die Hinzuverdienstmög-
lichkeiten in der Grundsicherung für Arbeitssuchende werden wir deutlich
verbessern.
Zudem wollen wir Hemmnisse für die Arbeitsaufnahme bei Alleinerziehenden
und jünge-
ren Langzeitarbeitslosen durch geeignete Maßnahmen abbauen. Das stärkt
die Leistungs-
gerechtigkeit.
Durch das „Konjunkturpaket II“ vom März 2009, das „Bürgerentlastungsgesetz“
vom Ju-
ni 2009 und das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ vom Dezember
2009 entlasten wir
die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen in unserem Land
um insgesamt 26
Milliarden Euro. Einer Familie mit Durchschnittseinkommen (rund 29.000 Euro)
und zwei
Kindern stehen im Jahr 2010 durch die verschiedenen Entscheidungen des letzten
Jahres
rund 1.050 Euro mehr zur Verfügung.
Mit dem Koalitionsvertrag und der Verabredung des Bundes und der Länder
am 16. De-
zember 2009 wurde unser Weg in die „Bildungsrepublik Deutschland“
weiter konkretisiert:
Staat und Wirtschaft sollen ab 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes
in Bildung
und Forschung investieren. Allein bis 2013 gibt der Bund zusätzlich
12 Milliarden Euro.
Bereits für 2010 wurde der Bildungshaushalt des Bundes um sieben Prozent
erhöht.
Zu den umfangreichen Anstrengungen im Bereich der Bildungspolitik werden
Verbesserungen bei der Ausbildungsförderung (BAföG) ebenso gehören
wie der massive Ausbau der Begabtenförderung durch Stipendien. Aufstieg
durch Leistung. Diese Chance wollen wir für alle.
Durch Veränderungen bei der Erbschaftsteuer
und der Unternehmensbesteuerung verbessern wir die Bedingungen für
Familienunternehmen beim Betriebsübergang auch durch wirksamen Bürokratieabbau
und helfen gerade mittelständischen Unternehmen, die Folgen der Wirtschaftkrise
schneller zu überwinden.
Wir ergreifen weitere Maßnahmen zum Erhalt
von Arbeitsplätzen. Dazu gehört die bereits
umgesetzte Verlängerung des Bezugs von Kurzarbeitergeld für 18
Monate, wenn mit der
Kurzarbeit in 2010 begonnen wird. Mit der Stabilisierung der Sozialabgaben
halten wir die
Lohnzusatzkosten niedrig und schützen damit den Arbeitsmarkt vor zusätzlichen
negativen
Einflüssen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erhält im Jahr
2010 einen Zuschuss von
16 Mrd. Euro, um den Beitragssatz in Höhe von 2,8 Prozent unverändert
zu erhalten. Auch
die gesetzlichen Krankenkassen werden im Jahr 2010 konjunkturelle Mindereinnahmen
verzeichnen. Aus dem Bundeshaushalt werden deswegen 3,9 Mrd. Euro zusätzlich
für den
Gesundheitsfonds zur Verfügung gestellt. Insgesamt verhindern wir mit
Zuschüssen in
Höhe von 19,9 Mrd. Euro den Anstieg der Lohnzusatzkosten und damit
Mehrbelastungen
für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Wir streben eine schnelle Verständigung mit
den Ländern über die Betreuung von Langzeitarbeitslosen an, die
die Kompetenzen vor Ort nutzt. Wir werden zusätzliche Belastungen für
Kommunen vermeiden und sicherstellen, dass die Kommunen auch in Zukunft
finanziell handlungsfähig bleiben.
Um die Wachstumskräfte in unserem Land umfassend
zu stärken, werden wir konsequent
unnötige Bürokratie abbauen. Deshalb werden wir das Mandat des
unabhängigen Normenkontrollrats stärken.
Den Weg aus der Krise mit ganzer Kraft fortsetzen.
Wir wissen um die große Herausforderung, in
den Jahren 2010 und 2011 vier große Ziele
gleichzeitig zu verfolgen:
1. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Sicherung
der Arbeitsplätze,
2. Einstieg in eine Steuerstrukturreform mit dem Ziel der Vereinfachung
und Entlastung,
3. Abbau der Neuverschuldung des Staates zum Erhalt der Generationengerechtigkeit
und
4. Entwicklung und Umsetzung einer Krisen-Exit-Strategie
Die CDU hat in den letzten Jahren die Voraussetzungen geschaffen, damit
diese vielschichtige Herausforderung, die in der Geschichte der Bundesrepublik
einmalig ist, gelingen kann. Die CDU setzt seit Beginn der internationalen
Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise auf eine bewusst antizyklische Finanzpolitik.
Wir verfolgen auch für das Jahr 2010 das Ziel, gleichzeitig Impulse
für nachhaltiges Wirtschaftswachstum, für Entlastung der Bürger
sowie für Erhalt und Ausbau von Beschäftigung zu setzen. Deutschland
wird es so gelingen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen.
Im Jahr 2011 wird dieser Weg mit einer Steuerstrukturreform fortgesetzt.
Wir verfolgen
das Ziel, das Steuersystem zu vereinfachen und die Leistungsgerechtigkeit
zu verbessern,
indem wir insbesondere eine Korrektur des Tarifverlaufes bei der Einkommensteuer
(Abbau des „Mittelstandsbauches“) und eine weitere Entlastung
insbesondere der kleineren
und mittleren Einkommen vornehmen. Damit setzen wir Wachstumsimpulse, die
für
eine schnelle Bewältigung der internationalen Krise notwendig sind.
Die wirtschaftliche
Entwicklung, die daraus resultierenden steuerlichen Einnahmen für die
öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern sowie Kommunen, die Einhaltung
der verfassungsrechtlich vorgegebenen Schuldenbremse und die notwendige
strukturelle Haushaltskonsolidierung auf
allen Ebenen geben den Rahmen für die steuerlichen Entlastungen vor.
Die CDU steht für eine Haushaltspolitik der
Generationengerechtigkeit. Ab 2011 werden
wir im Sinne der Schuldenbremse das strukturelle Defizit des Bundes innerhalb
von fünf
Jahren (bis 2016) um rd. 60 Mrd. Euro stufenweise zurückführen.
Der Abbau der zur Krisenbewältigung zwingend gebotenen massiven Staatsverschuldung
wird nur gelingen,
wenn die Krise schnell bewältigt wird. Wachstumsimpulse dienen insoweit
auch den ab
2011 erforderlichen Konsolidierungsmaßnahmen in den öffentlichen
Haushalten. Wir verfolgen unser Konzept des „nachhaltigen Wirtschaftswachstums“
weiter, indem wir Leistungsgerechtigkeit und Generationengerechtigkeit in
Einklang bringen.
Die Entwicklung einer Strategie zum Ausstieg aus
den staatlichen Krisenbewältigungsmaßnahmen wird zu unseren Aufgaben
in den kommenden Monaten gehören. Wir wollen den Staatseinfluss auf
unternehmerische Entscheidungen, der krisenbedingt ausgeweitet werden musste,
zurückführen. Wir wollen den Weg beschreiben, wie wir die Programme
und Maßnahmen, die wir zur Krisenbekämpfung ergriffen haben,
so beenden können, dass das aufkommende Wirtschaftswachstum durch einen
funktionierenden Wettbewerb weiter gestärkt wird und künftig derartige
Krisen vermieden werden.
Lebensqualität verbessern
Materieller Wohlstand und finanzielle Kennzahlen
allein sind für die Lebensqualität in einer
Gesellschaft nicht aussagekräftig – Erfüllung und Zufriedenheit
bemessen sich auch
danach, wie viel Mitmenschlichkeit, wie viel Zuwendung, wie viel Zusammenhalt
es in unserer Gesellschaft gibt. Teilhabe an der Gesellschaft durch die
Verwirklichung von Chancengerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit oder Generationengerechtigkeit
ist ein wichtiger Maßstab für die Verwirklichung von Lebensqualität.
Die CDU ist diesen Werten verpflichtet. Wertschöpfung und Wertschätzung
gehören für die CDU zusammen. Wir streben ein nachhaltiges und
qualitatives Wachstum für unser Land an.
Internationale Soziale Marktwirtschaft verankern.
Die Menschen erwarten zu Recht, dass die Lehren aus
der internationalen Finanz- und
Wirtschaftskrise in Wirtschaft und Politik, national und international in
überzeugender
Weise gezogen werden. Den Weg einer verbesserten Finanzmarktaufsicht, eines
gestärkten
Verbraucherschutzes im Bereich der Finanzmarktprodukte und klarer rechtlicher
Vorgaben
zur Marktregulierung werden wir konsequent fortsetzen. Einen Rückfall
in alte Zeiten
unzureichender Verantwortlichkeit darf es nicht geben. Die Verursacher der
Finanzkrise
dürfen nicht als Gewinner aus ihr hervorgehen. Dazu sind nicht zuletzt
klare internationale
Regelungen erforderlich. Wir wollen die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft
international durchsetzen.
Wir setzen uns für eine internationale Finanztransaktionssteuer ein.
Eine solche weltweit
eingeführte Steuer kann überbordende Spekulationen dämpfen
und einen Beitrag leisten,
die finanziellen Lasten der Krisenbewältigung in fairer Weise zu tragen.
Durch konsequente Nachhaltigkeit das Weltklima schützen.
Eine am Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtete
internationale Soziale Marktwirtschaft
ist dabei nicht nur die angemessene Antwort auf die internationale Finanz-
und Wirtschaftskrise.
Die Bewahrung der Schöpfung ist ein zentrales Anliegen christlich-demokratischer
Politik.
Deutschland ist treibende Kraft beim weltweiten Klimaschutz. Unsere Wirtschaft
profitiert
in vielfältiger Weise von der Fähigkeit zur ressourcenschonenden
Produktion. Deutsche
Umwelttechnik ist weltweit gefragt. An unseren ehrgeizigen CO2-Minderungszielen
halten
wir daher sowohl im Interesse des Klimaschutzes als auch im Interesse zukunftsfähiger
Arbeitsplätze in unserem Land fest.
Durch die erfolgreiche Arbeit unserer Bundeskanzlerin
Angela Merkel ist der internationale
Klimaschutz weltweit zu einem Markenzeichen deutscher Politik geworden.
Nach der
Kopenhagener UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 kommen gerade im Hinblick
auf die verbindliche Vereinbarung ausreichender weltweiter C02-Minderungsziele
noch große
Anstrengungen auf die beteiligten Staaten zu, um der gemeinsamen Verantwortung
der
Völkergemeinschaft für das Weltklima gerecht zu werden. Dafür
wird sich die unionsgeführte Bundesregierung auf den Folgekonferenzen
in diesem Jahr, von denen eine in Bonn stattfinden wird, mit ganzer Kraft
einsetzen.
Für Deutschland ist die Erarbeitung eines Energiekonzeptes,
das in der zweiten Jahreshälfte
von der Bundesregierung beschlossen werden soll, integraler Bestandteil
unserer nachhaltigen Politik. Szenarien bis ins Jahr 2050 sollen Grundlage
für Leitlinien einer sauberen, zuverlässigen und bezahlbaren Energieversorgung
sein. Das Energiekonzept wird den Weg in das Zeitalter der regenerativen
Energie beschreiben. Auf diesem Weg verstehen wir die Kernenergie als eine
Brückentechnologie und sind wir bereit, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke
unter Einhaltung der strengen deutschen und internationalen Sicherheitsstandards
zu verlängern.
Nachhaltigkeit sichert Generationengerechtigkeit.
Nachhaltigkeit ist schließlich auch das Leitmotiv
für unsere Politik, um unsere sozialen
Sicherungssysteme angesichts der tiefgreifenden demografischen Veränderungen
in unserer
Gesellschaft zukunftsfest zu machen. Wir wollen das System der solidarischen
Sozialversicherung für zukünftige Generationen leistungsfähig
und bezahlbar erhalten. Nicht um Ersatz, aber um Ergänzungen der Umlagefinanzierung
durch Kapitaldeckung muss es der Pflegeversicherung gehen. Wir wollen, dass
medizinisch hochwertige Krankenversorgung sowie fachkundige und menschliche
Pflege auch in Zukunft allen unabhängig von ihrem Einkommen zur Verfügung
stehen werden. Wir wollen eine weitere Entkopplung der Gesundheitskosten
von den Arbeitskosten.
Wir treten für eine generationengerechte Rentenpolitik
ein. Wir wollen vor dem Hintergrund
der Gefahr einer ansteigenden Altersarmut dafür sorgen, dass die Renterinnen
und
Rentner auch in der Zukunft ein auskömmliches Alterseinkommen haben
– ohne die Beitragszahler zu überfordern.
Die Konsequenzen der demografischen Entwicklung in unserem Land bilden für
die CDU
Deutschlands einen zentralen Arbeitsschwerpunkt der nächsten Jahre.
Wir begrüßen, dass
die Bundesregierung einen interministeriellen Ausschuss „Demografie“
einberufen hat,
der Vorschläge für eine Demografiestrategie der Bundesregierung
erarbeitet. Gerade mit
Blick auf die Neuen Bundesländer soll als erster Schritt ein Pilotprojekt
zur Sicherung der
privaten und öffentlichen Infrastruktur für besonders vom demografischen
Wandel betroffene Räume entwickelt werden. Wir wollen dafür sorgen,
dass in den ländlichen Räumen hochwertige und gut erreichbare
Bildungsangebote und Gesundheitsversorgung, Mobilität und der generationenübergreifende
Zusammenhalt erhalten bleiben. Die Verfügbarkeit des Breitbandhochleistungsnetzes
auch in den ländlichen Räumen ist für die Sicherung gleichwertiger
Lebensverhältnisse von großer Bedeutung.
Die CDU Deutschlands weiß sich als Volkspartei
einem guten Miteinander der Generationen in besonderer Weise verpflichtet
und wird allen Versuchen, die Generationen gegeneinander auszuspielen energisch
entgegen treten. Unsere Gesellschaft braucht die Lebenserfahrung der Älteren
und den Tatendrang der Jüngeren, braucht den Ideenreichtum
und den Einsatz aller Generationen.
Für Freiheit und Frieden eintreten.
Freiheit und Sicherheit gehören zusammen. Ausdruck
bürgerlicher Politik ist die Bewahrung
der Balance zwischen Freiheit und Sicherheit, zu der sowohl berechtigte
Sicherheitsinteressen als auch der Schutz der Privatsphäre gehören.
Auf der Grundlage unseres Menschenbildes werden wir weiterhin für eine
offene Gesellschaft sowie ihre freiheitliche Grundordnung in Deutschland,
Europa und weltweit eintreten. Unsere Außen- und Sicherheitspolitik
muss von dem Willen, der Entschlossenheit und der Fähigkeit getragen
sein, für unsere Werte, Überzeugungen und Interessen im Dialog
mit anderen Kulturen einzutreten.
Die Diskussionen um die Auslandseinsätze der Bundeswehr oder über
die Einführung von
Körper-Scannern an Flughäfen nach dem missglückten Terroranschlag
auf ein amerikanisches Passagierflugzeug an Weihnachten haben schlaglichtartig
erneut deutlich gemacht: Deutschland ist Teil der westlichen Wertegemeinschaft
und kann sich den Bedrohungen von Freiheit und Recht durch Terrorismus und
gewaltbereite Extremisten nicht entziehen. Wir müssen uns auf viele,
in ihren Ursachen und Wirkungen unterschiedliche Gefahrenquellen einstellen
und immer wieder neu darauf verständigen, was uns der Einsatz für
Freiheit, Frieden und Sicherheit wert ist.
Die CDU Deutschlands wird sich deshalb programmatisch
mit dem Selbstverständnis
Deutschlands als Teil einer internationalen Sicherheitsarchitektur befassen
und dabei auch
die Rolle der Bundeswehr bei der Verteidigung unserer Freiheit und unserer
Sicherheit klar
beschreiben. Wir werden eine Leitbild-Debatte um die Frage „Deutschlands
Rolle in der
Welt“ initiieren und zusammenführen. Zur Afghanistan-Konferenz
in London werden wir
den Gliederungen der Partei und der Öffentlichkeit Informationen über
die anstehenden
Entscheidungen zur Verfügung stellen und die Bürger aufrufen,
sich an der Leitbild-
Debatte über Deutschlands Rolle in der Welt zu beteiligen.
20 Jahre deutsche Einheit – gemeinsam Zukunft
gestalten.
Am 3. Oktober 2010 werden wir dankbar die Wiedervereinigung
unseres Landes vor
20 Jahren feiern können. Die CDU Deutschlands wird an die wichtigen
Wegmarken zur
Einheit unseres Landes in den kommenden Monaten erinnern.
Möglich wurde die Wiedererlangung der Einheit in Freiheit vor allem
durch die friedliche
Revolution der Bürgerinnen und Bürger in der DDR, die Demokratiebewegungen
in Polen,
Ungarn und der damaligen Tschechoslowakei, die Reformen in der Sowjetunion
und das
staatsmännische Geschick des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl,
der die Unterstützung unserer Nachbarn und Freunde für die deutsche
Einheit gewann.
Die CDU Deutschlands wird in den kommenden Monaten
an wichtige Ereignisse auf dem
Weg zur Deutschen Einheit erinnern. Bewusst befassen wir uns mit der Geschichte
unseres
Landes. Wir wollen, dass der Mut der Menschen in der DDR, der der Freiheit
zum Sieg verhalf und der nicht zuletzt in den Kirchen einen Halt fand, nicht
in Vergessenheit gerät. Die CDU Deutschlands ist stolz darauf, auch
gegen mancherlei Anfeindungen am Wiedervereinigungsgebot festgehalten zu
haben. Wir dürfen nicht vergessen, dass das Unrechtsregime der DDR
viele Menschen durch Schikanen und Inhaftierungen, Bespitzelungen und Berufsverbote
oder durch Schüsse auf Flüchtlinge zu Opfern gemacht hat. Wer
den Charakter der DDR als Unrechtsstaat leugnet, verhöhnt diese Opfer.
In den letzten 20 Jahren wurde gemeinsam viel erreicht.
Ganz Berlin, Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen wirken heute selbstbewusst mit im Kreise der Bundesländer
der Bundesrepublik Deutschland. Eindrucksvolle Aufbauleistungen in den Neuen
Ländern und verlässliche gesamtdeutsche Solidarität haben
dies ermöglicht und die Kraft der Freiheit und des Zusammenhalts in
unserem Land unter Beweis gestellt.
Gerade aus dieser Erfahrung gewinnen wir Zuversicht
für die Gestaltung der Zukunft.