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Gewerkschaften im Saarland fahnden fieberhaft nach einem Verräter – Saarbrücker Detektei eingeschaltet Untröstlich: Saar DGB Chef Eugen Roth Glosse von Gisbert Spränzer Am vergangenen Wochenende war es auf der 3. Ordentlichen Landeskonferenz des DGB Saar im Saarbrücker Congresszentrum zu einem Eklat gekommen. Zwar wurde Eugen Roth für weitere vier Jahre als Landesvorsitzender des DGB Saar mit 98 Prozent aller abgegebenen Delegiertenstimmen im Amt bestätigt, jedoch es gab auch unerwartet eine Gegenstimme. Zwar sprach Roths Pressesprecher von einem eindrucksvollen Wahlergebnis, jedoch die dritte Amtsperiode Roths als saarländischer Anstifter aller Arbeitnehmer steht durch die unerwartete Gegenstimme unter keinem guten Stern. Zusätzlich gab es auch noch eine Stimmenthaltung. Diese konnte jedoch bereits aufgeklärt werden . Eine Sekretärin der IG Bau hat ihren Frevel reumütig gestanden und wurde bereits ihrer angemessenen Strafe zugeführt. Die Aufmüpfige muss zur Wiedergutmachung ihrer Sünde bis zum kommenden 1. Mai in einem ungeheizten Büro alle Reden Roths aus den vergangenen acht Jahren auswendig lernen und bei der kommenden Maifeier des DGB Saar dem anwesenden Publikum vortragen. Ungeklärt ist indes noch, wer der Schuft war, der Eugen Roth ein dreistes „Nein“ bei der Stimmabgabe entgegengeschleudert hat. Der frisch Wiedergewählte ist tief bestürzt über die mangelnde Kollegialität in den eigenen Reihen und soll, wie eine gewöhnlich undichte Stelle aus dem Umfeld Roths inzwischen bestätigt hat, eine groß angelegte Säuberung innerhalb der DGB- Mitgliedsgewerkschaften im Saarland angekündigt haben. Einen Tobsuchtsanfall, dem mehrere Topfpflanzen, eine Kaffeemaschine und ein altes Kofferradio im Saarbrücker DGB- Haus zum Opfer gefallen sind, hat Roth inzwischen ganz gut überstanden, wird berichtet. Inzwischen wurde die Saarbrücker Detektei Fettisch damit beauftragt, den Skandal aufzuklären. Vitus Fettisch und sein Team ermitteln bereits in alle Richtungen. Erste Verdächtige wie der Ministerpräsident des Saarlandes Peter Müller, der den Gewerkschaften seine besten Verwünschungen auf der Landeskonferenz überbrachte, wurden durch Fettischs Mitarbeiterstab zwischenzeitlich aufs Korn genommen. Der Verdacht, dass Peter Müller die dreiste Neinstimme mit Freikarten für den Gondwana- Park in Landsweiler-Reden oder mit VIP-Karten für die Heimspiele des 1. FC Saarbrücken subventioniert haben könnte, erhärtete sich allerdings nicht. Auch ein hinzugezogener Wahrsager des Londoner Sherlock- Holmes- Instituts für paranormale Ereignisse stochert noch immer in der saarländischen Dunstglocke. Derweil hat eine ausgesetzte Belohnung von fünf Kasten Bier für Hinweise auf die Verräterstimme den Kreis der Verdächtigen erheblich erweitert. Insgesamt stehen nun alle 50 Delegierten unter dringendem Tatverdacht. Dies belegen inzwischen Unmengen von E-mails und Briefen, die bei der Detektei Fettisch und direkt beim Saar- DGB eingegangen sind. Auch eine Selbstbezichtigung eines durstigen IG Metall- Delegierten, der auf die Belohnung spekuliert hat, ist dabei. Vitus Fettisch hat bis Anfang kommender Woche zugesagt,
den skandalösen Fall restlos und brutalst möglich aufzuklären.
Wie der Saarbrücker Detektiv auf einer Pressekonferenz sagte, wurden
sämtliche Delegierte der DGB- Landeskonferenz zu einem Lügentest
ins Saarbrücker Haus der Gewerkschaften einbestellt. Dort wartet
bereits der große Schraubstock der IG Metall, ein Rohrstock der
GEW, ein Gummiknüppel der Polizeigewerkschaft und ein Betonmischer
der IG Bau auf den hinterhältigen Schuft. Laut Fettischs Einschätzung
wird man so zu einem raschen Geständnis kommen. Ob der Verräter
bei der kommenden DGB- Maifeier in Saarbrücken geteert und gefedert
wird, ist noch offen. Insider gehen jedoch davon aus, dass der saarländische
Satiregerichtshof, der in letzter Instanz über das salomonische
Urteil Eugen Roths gegen seinen Gewerkschaftsfreund entscheiden muss,
keine Einwände gegen die Vollstreckung des Urteils erheben wird. |
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Regie: Michael Haneke |
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