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Bundesagentur für Arbeit erteilt Dienstanweisung für sittenwidrige Löhne/ Verd.di Landesbezirksvorstand ruft jetzt auch zur Demo auf! Essen/Düsseldorf/Bonn - Die gestern veröffentliche
Expertise des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hat die gezielten
Lügen von Koch und Westerwelle nun auch noch deutlich gemacht.
Die angebliche Hartz IV-Familie mit zwei Kindern hat keineswegs mehr
als eine erwerbstätige Familie, es sei denn, man unterschlägt
das Kindergeld, den Kindergeldzuschlag oder eventuelles Wohngeld. Schon
Anfang Februar hatte das Erwerbslosen Forum Deutschland Hessens Ministerpräsident
Roland Kochs abenteuerliche Rechnung scharf kritisiert, wonach eine
Familie ohne Arbeit besser gestellt sei, als eine Familie mit 1.600
Euro Nettoeinkommen. Auch Koch hatte unterschlagen, dass zu den 1.600
Euro Nettogehalt noch 368 Euro Kindergeld kommen, die bei Hartz IV voll
als Einkommen abgezogen werden, bei Erwerbstätigen aber zusätzlich
sind. „Die gezielten Falschinformationen und fast schon sozialrassistischen
Angriffe von Roland Koch und Guido Westerwelle auf Erwerbslose dienen
ausschließlich dazu, Sozialneid zu schüren und die Sozialleistungen
– auch die der Kinder - zu senken. Damit soll der Hungerlohnsektor
noch weiter ausgebaut werden“, so Martin Behrsing vom Erwerbslosen
Forum Deutschland. Das Argument mit dem Lohnabstandsgebot hält das Bündnis für eine reine Farce, da es grundsätzlich das KO-Argument ist, um Niedriglöhne und Sozialleistungskürzungen zu begründen. Dahinter steckte schon immer der Wunsch, ausschließlich die Arbeitskraft verwerten zu wollen, ohne für die Kosten der überflüssigen Menschen aufzukommen. Die Bundesregierung hatte bei der mündlichen Verhandlung am 20. Okt. 2009 vor dem Bundesverfassungsgericht auf die Frage, ob das Lohnabstandgebot bei der Bemessung der Hartz IV-Eckregelsatzes eine Rolle gespielt hätte; und wenn ja, warum es dann kein Mindestlohn gäbe (Frage des Bundesverfassungsrichters, Prof. Dr. Johannes Masing), das Lohnabstandsgebot für die Bemessung der Regelleistung verneint. Wenn dies doch gefordert wird, ist ein Mindestlohn von 10 Euro (Lohnsteuerfrei) und Anhebung des Hartz IV-Eckregelsatzes auf 500 Euro unumgänglich. "Da fragen wir uns doch, warum es jetzt aufeinmal die zentrale Rolle spielt", so Behrsing. Verd.di Landesbezirksvorstand NRW ruft jetzt auch zur Demo auf! „Die Demonstration in Essen soll ein Anfang sein, diese Zustände umzukehren. Nicht nur Erwerbslose und Arbeitnehmer sind der Verwertung unterworfen, sondern auch gerade Schüler, Auszubildende und Stundeten“, so Anna Krause von der Bonner Jugendbewegung. Inzwischen ruft auch der ver.di Landesbezirksvorstand zur Teilnahme an der Demonstration auf. In diesem Zusammenhang begrüßt das Bündnis ausdrücklich die Entscheidung vom 2. März des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung. Auch hier fußte ein Gesetz auf Falschinformationen, um Freiheitsrechte der Menschen oder wesentliche Gründe einzuschränken.
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Regie: Michael Haneke |
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