13.2.10
Die
Griechen sind den Euro satt
Bild: SaarKurier Aphrodites
Hinterteil ziert griechischen 50 Euro Schein – Entsetzten in Brüssel
und Berlin
Von
Gisbert Spränzer
Wenn's um Geld geht, hört auch bei den Griechen
die Liebe auf. Das europäische
Spardiktat aus Brüssel, wonach Orpheus und Eurydike ab sofort den
Gürtel enger
schnallen sollen, treibt Tausende auf die Straßen. Flughäfen
sind dicht, Fährlinien
eingestellt, und zur Freude der Kinder sind auch die Schulen geschlossen.
Selbst die
Götter sind zornig, sie befürchten, daß auch der Olymp
zur Kasse gebeten wird, denn
Griechenlands Gewerkschaften wollen, dass die Reichen zur Kasse gebeten
werden, um
das exorbitante Staatsdefizit abzubauen.
Derweil helfen sich die Griechen scheinbar selbst.
Aus Saloniki berichtet der Wirt
Orestes Scharerikis, es seien haufenweise Euroscheine mit dem Knusperpopo
der
Liebesgöttin Aphrodite im Umlauf. Die Menschen stünden Schlange
vor den
Geldinstituten, um in Besitz des schönsten Euroscheins innerhalb
der Eurozone zu
gelangen. Anleger und Sammler aus der gesamten Welt haben die Telekommunikation
in
Griechenland inzwischen lahm gelegt, um sich einige Exemplare der erotischen
Geldscheine zu sichern. Nach der blauen Mauritius habe noch nie ein
Fetzen Papier
für soviel Leidenschaft gesorgt, sagte der mittellose Grafiker
Menelaos Pleitomanis,
der sich das Urheberrecht an der Banknote der Lust gesichert hat.
Griechische Druckereien suchen inzwischen händeringend
nach Fachkräften, um den
boomenden Geldmarkt mit dem Hintern der Aphrodite versorgen zu können.
Die
Landesgrenzen nach Albanien, Mazedonien und Bulgarien mussten jedoch
geschlossen
werden, sagte ein Grenzbeamter in Feierlaune. Per Omnibusladung seien
Menschen aus
diesen Ländern nach Hellas geströmt, um einmal im Leben das
Hinterteil der
Liebesgöttin streicheln zu dürfen. Ein albanischer Bauer wollte
sogar seinen Esel
für eine der kostbaren Banknoten eintauschen und ein anderer wollte
gar seine
Schwiegermutter in Zahlung geben, um an eines der kostbaren Exemplare
zu kommen.
Unterdessen herrscht Panik im Rest der Eurozone.
Bei der europäischen Zentralbank
geht das Gespenst der Inflation um. EZB- Präsident Jean-Claude
Trichet soll
inzwischen ein Think Tank einberufen haben, das sich darüber den
Kopf zerbrechen
soll, ob es Sinn macht, wieder zu Europas guten alten Währungen
zurückzukehren. Von
Cap Arcona bis Gibraltar werden diese Pläne inzwischen von Finanzexperten
unterstützt. Wie im Hause von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
gemunkelt wird,
soll der Minister laut darüber nachgedacht haben, eventuell sogar
die Neuauflage des
Hundert- Mark-Scheins mit einem erotischen Popo aufzumotzen, um das
deutsche
Staatsdefizit in den Griff zu kriegen. Es fehle nicht an geeigneten
Grafikern, um
das Vorhaben umzusetzen, allerdings sei man noch verzweifelt auf der
Suche nach
einem betörenden Hintern im Bundeskabinett, so ein Latrinengerücht
aus dem
Hauptquartier Schäubles.
Während Griechenland durch seine unkonventionelle
Geldpolitik von unten mehr als
saniert ist, geht der Euro weiter auf Talfahrt. Einer währungspolitischen
Spekulation aus Paris zufolge soll Staatspräsident Nicolas Sarkozy
bei der Findung
eines fiskalerotischen Hinterteils für den neuen Hundert- Franc-Schein
bereits in
seinem Schlafzimmer erfolgreich gewesen sein. Auch Italiens oberster
Erotiker
scheint Glück gehabt zu haben. In seinem Katalog der Freuden soll
Berlusconi ein
Busenwunder ausfindig gemacht haben, dass künftig die Zehntausend-
Lire-Note zieren
könnte.
Inzwischen warnt das Landeskriminalamt (LKA)
Saarland auch vor falschen Fuffzigern
im Land. Blasse und unscharfe Farbkopien von 50-Euro- Scheinen seien
seit Ende
Januar häufiger aufgetaucht, teilte die Behörde in Saarbrücken
am Dienstag mit. Auch
seien Dreißig- Euro-Noten vermehrt in den Umlauf gebracht worden.
Der falsche
Fuffziger sei jedoch kaum geeignet, das Saarland zu sanieren, so ein
Gutachter. Ihm
fehlt das Wasserzeichen, und ein Silberfolienelement schimmert bläulich
statt
silbern. Zudem sei Ministerpräsident Peter Müller auf den
Falschgeldscheinen
abgebildet, und den nehme nichtmal der Altpapierhandel in Zahlung.