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25. Januar 2010 Echte Leistungsträger kaufen nur im FDP-Shop – 20 Prozent Rabatt auf alles, außer Hundefutter

Warum eine Moschee ein Minarett braucht, wer den Sozis trockene Brötchen spendiert hat und warum neben der Staatskanzlei in Saarbrücken bald Dinosaurier weiden

Glosse von Gisbert Spränzer

Ich, der Hund, Ebenbild des Wolfs, bin laut einer superrepräsentativen Umfrage das Lieblingstier der Deutschen. 52 Prozent aller Befragten entschieden sich für mich und meine Kumpels Randy und Ivanhoe. Bloß 45 Prozent mögen Katzen. Die restlichen sieben Prozent teilen sich Krokodile, Haie und Sozis. Herrchen ist auch ganz stolz auf mich. Im Frühjahr will er mir sogar meine Sommerlaube im Garten neu anstreichen. Vielleicht repariert er mir ja dann auch mal das Dach meiner Hütte. Fließend Wasser zu haben ist ja ganz schön, aber von den Wänden, das muss nicht sein.

Herrchen ist zur Zeit viel unterwegs. Überall gibt es Neujahrsempfänge. Herrchen hat gesagt, er spart so fast das Essen für den ganzen Monat,und blau wird er dabei zum Nulltarif. Das ist saarländische Genialität, für lau abwechslungsreich futtern und auch noch voll bis Oberkante Unterlippe nach Hause kommen. Sogar bei den Ökos war Herrchen. Das Körnerfutter von dort hat er noch tagelang in seinem dritten Zähnen wiedergefunden. Also ich verbuddel’ meine Vorräte ja lieber im Garten als in den Zähnen, ist auch viel appetitlicher.

Am Dienstag waren wir dann gemeinsam unterwegs. Ich hab’ auf dem Beifahrersitz von Herrchens Rostlaube gethront und ihm den Weg nach Völklingen gezeigt. In Völklingen soll ein Minarett gebaut werden, und Herrchen hat mir auch gleich erklärt, dass ein Minarett für die Muslime die gleiche Bedeutung hat wie der Kirchturm für die Christen, bloß ohne Glocken. Dabei sind Glocken ganz wichtig. Wenn bei uns der Pastor am Sonntagmorgen mit seinen Glocken trommelt, weiß Herrchen ganz genau, dass es jetzt Zeit ist, zum Frühschoppen zu gehen. Also wie die Muslime wissen, wann sie zum Frühschoppen müssen, ist mir ein Rätsel. Vielleicht sollten sie doch ein paar Glocken in ihr Minarett hängen. Herrchen hat auch gleich rumschwaduddelt und den Muslimen ganz genau gesagt, wie tief sie das Fundament ausheben müssen, damit das Minarett später nicht rumhängt wie der schiefe Turm von Pizza. Ich und Herrchen werden jedenfalls einen Sack Zement spendieren, damit das Minarett richtig fest stehen bleibt und nicht zu wackeln beginnt,wenn die Muslime doch ein paar Glocken reinhängen, um zum Früh- oder Dämmerschoppen zu läuten.

Der Dienstag war so ein richtig anstrengender Tag. Von Völklingen aus sind wir nach Saarbrücken gedüst, zu den Linken. Dort gab ’s auch ‘nen Neujahrsempfang. Herrchen wollte früh dort sein, wegen dem Büffet. Puh, das war vielleicht ein Gedränge. Alle wollten die Bergpredigt von einem gewissen Oskar hören. Sogar die Sozis sind aufgelaufen. Ich hab’ s genau gerochen. Als dieser Oskar dann mit seiner Predigt begann, kam mein großer Auftritt. Rauf auf den Tisch, ran an die Schinken- und Wurstschnittchen und blitzschnell runterschlingen was geht. Natürlich nur Wurst und Schinken. Die trockenen Brötchen hab ich den Sozis übrig gelassen. Dann aber nichts wie raus aus dem Gedränge. Draußen hab ich Carlo getroffen. Carlo hat den Parkplatz bewacht. Er ist ein sehr großer Hund und gehört zu den Vereinten Nationen, weil in Carlos fast alle Hunderassen der Welt vereinigt sind. Zusammen haben wir dann die Bremstrommeln an den herumstehenden Autos gekühlt, bis zum letzten Tropfen.

Die ganze Woche war Herrchen in Hochform. Da soll doch so ein komischer Park im Saarland, Gondwana oder wie der heißt, dicht gemacht werden. Dort soll es jetzt ‘nen Räumungsverkauf mit vielen Schnäppchen geben. Herrchen ist gleich hingefahren und wollte für den Karnevalsumzug ‘nen Gozilla oder ein anderes Riesenvieh aus Plastik abschleppen. Die haben aber nix rausgerückt. Wie Herrchen erfahren hat, soll der ganze Zirkus in Zukunft neben der Staatskanzlei in Saarbrücken weiden, als Mahnmal für sinnlos gehäckselte Steuergelder.

Also Herrchen ist ja ein richtiger Schnäppchenjäger, und an mich denkt er dabei auch immer. Am Samstag ist er anstatt in den Baumarkt zu fahren im FDP-Shop gelandet. Dort kaufen jetzt alle Leistungsträger ein. 20 Prozent Rabatt gibt es dort auf alles, außer Hundefutter. Trotzdem, mir hat er ‘nen gelben Quitsche-Guido mitgebracht und für sich sechs Flaschen „Brüderle Spätlese“, die mit den guten Krankenkassentipps für liberale Alkoholiker auf dem Etikett. Wenn Herrchen jetzt in die FDP eintritt, kriegt er auch bestimmt die Farbe um meine Sommerlaube anzustreichen billiger und ich, der Hund, Ebenbild des Wolfs, trete auch in die FDP ein. Liberale Hunde sollen ja einen Nachlass auf die Hundesteuer kriegen. Upps, jetzt hab ich den Quitsche-Guido gefetzt. Na ja macht nix, war eh bloß heiße Luft drin.

 

Neues aus Bananien
9. März 2010

Alles über Angst des Hundes vor dem Staubsauger, wie die Ostermannisierung im Saarland funktioniert, ob Korrumpel etwas mit Kumpel zu tun haben und was passiert, wenn ein Sozi mit dem Schwanz wedelt

Saartierisches von Gisbert Spränzer

Deutschland kann sich diese Regierungsbanditen eigentlich gar nicht leisten, hat Herrchen gesagt und gleich hinzugefügt, dass mit den Sozis allerdings auch kein Staat zu machen sei. Politiker gehören eben an die Leine, und für Hetzer wie den Westerwelle und den Sozen Sarrazin müsste es obendrein noch den Maulkorbzwang geben, hat mein Kumpel Ivanhoe gemeint.

Seit dem Jahr 1911 ist der Frauentag der Tag, an dem Frauen für gleiche Rechte kämpfen. Herrchen war am Internationalen Frauentag auch aktiv. Er hat mit dem Frühjahrsputz begonnen. Das war unangenehm. Den halben Tag war er mit dem Staubsauger unterwegs und hat versucht, alle meine schönen Haare in dem Ding verschwinden zu lassen. Und ich hab’ doch so ‘ne Angst vor der Höllenmaschine. Mein Kumpel Randy hat gesagt, die Angst des Hundes vor dem Staubsauger ist nur zu vergleichen mit dem Bammel des Torwarts beim Elfmeter. Ich hätte Herrchen ja sagen gekonnt, wo noch genug Fell für zwei weitere Hunde rumliegt, aber ich hab ’s lieber gelassen. Es geht ihn auch nichts an, wo ich meinen Ball, seine Mütze, den guten alten Suppenknochen und die restlichen Weihnachtsplätzchen versteckt hab’.

So ein Frühjahrsputz ist echt grauenvoll. Die Fenster hat Herrchen mit ‘nem Eiskratzer abgeschabt, wegen der dicken Nikotinpatina, und die Gardinen hat er solange durch die Waschmaschine gejagt, bis sämtliche Häkchen kaputt waren. Die Gardinen sind jetzt immer noch gelb, dafür hat Herrchen neue Häckchen angeschafft und fürchterlich geflucht. Das Schlimmste am Internationalem Tag des Frühjahrsputzes kommt aber noch in Gestalt von Herrchens Schwester Ida auf uns zu. Wenn Herrchen alles picobello sauber und porentief rein hat, läuft Ida zu Hochform auf und attestiert ihm, dass er ein Dreckspatz ist. Im vergangen Jahr hat Ida noch reichlich Kippen in den Blumentöpfen auf der Fensterbank gefunden, und über die Kronkorken in der Blumenvase hat sie sich auch aufgeregt. Mein Kumpel Randy hat gesagt, Ida sei ein böser Drache, und Ivanhoe hat genau gesehen, dass sie sogar Haare auf den Zähnen hat. Mir hat der olle Drachen letztens verboten,auf dem Sofa rumzuhängen und in Herrchens Bett hätte ich auch nichts verloren. Pah, als sie weg war, hab ich das Hunderecht gleich wieder durchgesetzt und bin erst wieder aus dem Bett, als Herrchen mir so laut in die Ohren geschnarcht hat, dass mein Trommelfell vibriert hat.

Alles Lyoner, nee, alles Banane. Herrchen hat gesagt, wir leben ab sofort in einer Bananenrepublik. Ivanhoe hat mir auch gleich gesagt, wie so ‘ne Bananenrepublik ganz toll funktioniert. Also man schiebt so ‘nem Politiker ordentlich Moos in den Klingelbeutel, und der sorgt dann dafür, dass man die Steuern ordentlich nach unten reformiert bekommt. Mövenpick-Reform, heißt das, hat Ivanhoe gesagt. Im Saarland ist ja alles noch schlimmer. Hier hat sich ein reicher Unternehmer gleich die ganze Regierung gekauft und das Land Ostermannisiert. Jetzt tanzen alle um das Goldene Kalb, den Grünen-Chef Hubert Ulrich. Also wenn ich mal reich bin, kauf’ ich mir auch ‘ne Partei. Die sorgt dann dafür, dass Herrchens Bier von allen Steuern befreit wird und der Staat ihm obendrein auch noch richtig Subventionen zahlt, damit er auch ordentlich voll wird. Ich hab gehört, wie Herrchen am Telefon gesagt hat, dass die Mafia noch viel von Ostermanns Korrumpel lernen kann. Was sind bloß Korrumpel? Also mit Kumpel haben die bestimmt nix zu tun.

Kaputte Autos landen auf dem Schrottplatz, Haushaltsmüll auf der Müllkippe, Chemieabfälle auf der Sondermülldeponie. Giftiger Politschrott dagegen landet immer wieder unkontrolliert bei den Wählerinnen und Wählern, hat Herrchen gesagt. Jetzt hat die nordrhein-westfälische Spitzenkandidatin der Sozis, Hannelore Kraft, zur Landtagswahl den Westerwelle gemacht und will Hartz- IV- Empfänger zur gemeinnützigen Arbeit heranziehen. Dafür solle es mehr Geld geben als für die bisherigen Ein-Euro-Jobs, vielleicht sogar zwei Euro, hat Herrchen gemeint und hinzugefügt, die Sozen seien nicht zu resozialisieren und gehörten eigentlich als unverbesserliche Elemente in ‘ne geschlossene Anstalt. Das sagen wir prominenten Dorfhunde ja schon lange. Ivanhoe hat gesagt, wenn ein Sozi mit dem Schwanz wedelt, musst du aufpassen, denn dann fängt er gleich an zu beissen, und heutzutage haben alle Sozis Räude und Tollwut. Puh, da muss ich es machen wie meine Kumpels Randy und Ivanhoe, die wechseln immer schnell die Straßenseite, wenn sie einem Sozi begegnen.

Ich wechsele jetzt aber mal ganz schnell meinen bequemen Sessel und pflanz’ mich aufs Sofa. Dort denk’ ich drüber nach, was Korrumpel mit Kumpel zu tun haben und ob in ‘ner Bananenrepublik wie bei uns in Saarmaika die grünen Früchtchen nicht fix auf den Komposthaufen gehören. Wuff!