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20. April 2010

Jeder Hund ein Pfund, oder Deutschland wird hundefreundlich

Alles über den Genossen Hund, wie die Saarbrücker Sozis Hunde ködern wollen, Kaplan Bechermanns großes Rennen, und wie die deutschen Lokführer französische Lohnpolitik machen


Gib niemals einem Sozen Pfötchen

Saartierisches von Gisbert Spränzer

In Saarbrücken, der Landeshauptstadt dicht am Nabel der Welt, wollen die Sozis, nachdem sie gemeinsam mit den Linken und den Öko-Narren die Hundesteuer erhöht haben, jetzt anscheinend gute Wege gehen und hundefreundlich werden. Die Stadtratsfraktion der Sozen setzt sich für die Ausweisung von Freilaufflächen für Hunde in der Innenstadt ein. Mein Kumpel Randy ist schon ganz begeistert. Ivanhoe ist allerdings skeptisch. Er sagt, man kann den Sozen nicht trauen. Früher haben sich die Sozen ja auch für die Interessen der Arbeiter eingesetzt und dann mit Hartz IV den Bluthund losgelassen. Von Bluthunden verstehen die Sozen ja was, hat Ivanhoe hinzugefügt und mir die grausige Geschichte ihres Blutnoske erzählt, der im Januar und März 1919 mit Maschinengewehren gegen streikende Arbeiter vorging und für die Ermordung ihrer Führer verantwortlich war, selbstverständlich mit Rückendeckung des damaligen Obersozen Friedrich Ebert, auf den die Sozenbande von heute noch große Stücke hält.

Herrchen hat mir auch gleich den guten Rat gegeben, bloß niemals einem Sozen Pfötchen zu geben, wenn ich hinterher nicht auf drei Pfoten meinen Kumpels hinterherhinken will. Also der DGB lobt ja wieder die Entwicklung der SPD. Gewerkschaftsoberboss Michael Sommer hat neulich erst, bestimmt im Delirium, die Sozis unter ihrem neuen Häuptling, dem dicken Siggi, auf einem guten Weg zurück zu ihren Wurzeln gesehen. Der Noske war ja auch so ‘ne Sozenwurzel, herausgekommen ist dabei nichts als Unkraut. Puh, an dem Michel Sommer sieht man wieder, was der Alkohol so alles in einem Menschen anrichten kann. Herrchen hat auch gleich ‘nen Einwurf gemacht und gesagt, die Sozis seien überhaupt nicht besserungsfähig.

Wir Hunde sollen ja ab sofort Kollegen werden, hat der Deutsche Tierschutzbund gefordert und zum bundesweiten Aktionstag „Kollege Hund“ am 24. Juni 2010 aufgerufen. Bereits zum dritten Mal sind Firmen, Behörden, Schulen und Einrichtungen aufgerufen, den „Kollegen Hund“ mit ins Team aufzunehmen. Also ich hab’ mich mal gleich zum Kollegen Herrchen ins Bett gekuschelt. Der Hund ist eben ein treuer Partner für den Menschen, in allen Lebenslagen, auch in der Arbeitswelt und erst recht auf dem Sofa und im Bett.

Jetzt bin ich bloß mal gespannt, wie lange es noch dauert, bis die linken Halunken aus uns Hunden auch noch Genossen machen wollen. So schlagfertig wie der Gysi bin ich ja auch, aber Genosse der Linken im Saarland möcht’ ich wirklich nicht werden. Manchmal bin ich ja ein richtiges Großmaul, wenn ’s ums Bellen geht, hat Herrchen gesagt, aber ich als Genosse von den roten Kläffern und Wadenbeißern, das kommt nicht in Frage. Da bleib’ ich schon lieber Herrchens Kollege mit tariflichem Anspruch auf ordentliches Hundefutter, eigenem Sessel im Wohnzimmer und Sommerlaube im Garten.

Ich glaube, Herrchen will unbedingt reich werden. Letzte Woche hat er sich von Kaplan Bechermann, angeblich wegen dessen guter Beziehungen zu einer Glücksfee mit Heiligenschein, den Lottoschein ausfüllen lassen. Geholfen hat’s aber nicht. Genau null Richtige sind rausgekommen. Kaplan Bechermann ist ja ein richtig netter Mensch. Letzten Sommer haben Ivanhoe, Randy und ich ihn mal in der Kirche besucht. Das große Tor stand weit offen, und Kaplan Bechermann hat auf der Orgel so richtig krasse Musik gemacht. Als Randy den Apostel Paulus unter der Kanzel verbellt hat, ist Kaplan Bechermann auch sofort gekommen und hat Nachrennen mit uns gespielt. Sechs volle Runden hat er durchgehalten. In der siebten, kurz vor dem Doppel-S am Taufbecken, ist es dann passiert. Ivanhoe wollte ihn gerade überrunden, als der gute Bechermann die Kurve nicht mehr gekriegt hat und voll gegen den Pfeiler gedonnert ist. Boah, zuerst hat er gejault wie ich, wenn Herrchen mir auf die Pfoten latscht, dann aber hat er schreckliche Dinge geschrien. Ivanhoe hat gesagt, dass der Bechermann das alles beichten muss. Jetzt weiß ich auch, warum Kaplan Bechermann wochenlang nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen wurde, es war eine furchtbar lange Beichte. Beim nächsten Mal wird bestimmt alles besser. Ivanhoe hat die Hoffnung, dass die katholische Kirche was aus ihren Fehlern lernt und die gefährlichen Kurven in Zukunft mit ‘nem Reifenstapel und ‘ner Auslaufzone sichert, damit ihr Personal nicht nochmal in voller Fahrt gegen die tragenden Säulen ihres Gebäudes donnert.
Herrchen rüstet schon für den 1. Mai. Er sucht im Keller das Transparent mit der Forderung nach der 35- Stunden- Woche bei vollem Lohnausgleich. Es liegt bestimmt in der linksradikalen Kiste mit dem Transparent nach einem politischen Generalstreik und der Forderung: „Am Wochenende gehört Herrchen mir“. Ivanhoe hat gesagt, die DGB-Gewerkschaftsbosse hätten mächtig Muffe vor einem Streik. So ein richtiger Streik könnte ja was bewegen, und davor haben die Gewerkschaftsbosse Angst. Schließlich sind sie staatstragend, genau so wie die CDU, die FDP und die anderen politischen Quacksalber. Zudem sitzen die meisten Gewerkschaftsbosse ja auch in den Aufsichtsräten der großen Konzerne, und ‘ne anständige Lohnerhöhung für die Arbeiter könnte ihre Bezüge für die verantwortungsvolle Tätigkeit zum Wohl der Aktionäre schmälern.

Als Hund mit französischen Vorfahren hab’ ich so richtig Sympathie für die Lokführer und ihre Gewerkschaft GDL. Die haben jetzt in Hessen beschlossen, für ihre Lohnforderungen zu kämpfen. Bei der Urabstimmung haben 100 Prozent für den Arbeitskampf gestimmt. Die Kollegen wollen endlich Schluss mit den Niedriglöhnen bei der Hessischen Landesbahn (HLB) machen. Daran sollten sich der DGB und seine Gewerkschaften sowie die Chefs bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mal ‘ne Scheibe abschneiden.

Wir Hunde schließen jetzt auch unsere Reihen. Wenn Deutschland nicht endlich hundefreundlicher wird, treten wir auch in den Kampf. Zuerst knöpfen wir uns den Sozenclan in Saarbrücken vor, falls wir keine tollen Freilaufflächen im Stadtgebiet kriegen. Dann fahren wir mit dem Zug nach Berlin und verminen den Reichstag. „Jeder Hund ein Pfund“ hat Ivanhoe auf unser Transparent geschrieben, in ganz großen Buchstaben. Und der Lokführer kriegt von uns Hunden ‘ne original saarländische Wurst. Also dann. „Allons Chiens de la Patrie, le Jour de Gloire est arrivé!“, wie wir Franzosen bellen, wenn’ s zur Sache geht. -“Wuff“!