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Doch Bettgeschichte zwischen Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht

Saarbrücker Detektei legt Beweise vor

Von Gisbert Spränzer

Bisher waren es wilde Gerüchte, angereichert mit ausufernden Männerphantasien.
Beweise dafür, dass Oskar Lafontaine in jüngster Vergangenheit eine Bettgeschichte
mit Sarah Wagenknecht, der knusprigsten Versuchung des Sozialismus, gehabt hat, gab
es bisher nicht. Jetzt aber hat der saarländische Detektiv Vitus Fettisch im Rahmen
eines internationalen Aufklärer-Treffens im blauen Salon des Saarbrücker Hotels
Grand Marnier Bild- und Tondukumente vorgelegt, welche eine enge Beziehung zwischen
dem linken Prinzenpaar eindeutig beweisen.

Monatelang hatten Fettisch und seine Crew im Auftrag der geheimnisvollen Seilschaft
„Rote 13“ Hotelzimmer in Berlin, Strasbourg, Brüssel und Saarbrücken, die dem roten
Paar als Unterschlupf dienen konnten, verwanzt und mit Kameras ausgestattet. Dabei
wurden nebenbei, als Abfallprodukte sozusagen, mehr als 350 außereheliche
Verhältnisse der höchsten Schweinkramstufe festgehalten und hochwertiges
Pornomaterial dokumentiert. Das brisante Material wurde laut Angaben Fettischs
inzwischen ausgewertet und den betroffenen LebenspartnerInnen der ertappten
Lustmolche und Nymphomaninnen zur freien Verwendung übergeben.

Während der ersten Vollmondphase des vergangenen Septembers ging das Prinzenpaar der
Linken im Berliner Hotel „Preußenbumms“, in der Schwindelstraße im Stadtteil
Kleinflunkern, in die Falle der Spürnasen aus dem Saarland. Laut Aufzeichnungen
betrat Sarah Wagenknecht, wie immer im engen grauen Kostüm, gegen 18.30 das Hotel.
Die Madonna des Sozialismus nahm als erstes an der Hotelbar mehrere Cuba libre in
rascher Reihenfolge zu sich und begab sich dann auf das reservierte Zimmer. Etwa um
19.15 erschien Oskar Lafontaine, orderte beim Zimmerservice ein großes Schinkenbrot
sowie fünf hart gekochte Eier und eine Flasche Maggi zum Nachwürzen. Laut Auskunft
des Zimmerkellners bat Oskar Lafontaine darum, die nächsten Stunden nicht gestört zu
werden.

Was dann geschah, hielten Fettisch und seine Truppe in einem mehr als dreistündigen
Dokumentarfilm in bester Bild- und Tonqualität fest. Unglaubliche Szenen spielten
sich auf dem breiten Doppelbett in Zimmer 327 des Hotels „Preußenbumms“ ab. Schwere
Schrankkoffer mit dicken Büchern wurden ausgepackt und auf einer Demarkationslinie
in der Bettmitte übereinander gestapelt. Sarah, im Osten der Berliner Mauer
verschanzt, begann damit, den alten Sozialdemokraten Oskar, der gerade dabei war,
ein erstes hartgekochtes Ei mit Maggi zu beträufeln und zu verputzen, aus den
Schriften von Lenin vorzulesen. Im Hintergrund dudelte ein Plattenspieler den
DDR-Hit: „Die Partei hat immer recht“. Oskar begann damit, in den gemütlichen Teil
des Abends überzugehen, und zog seine Schuhe aus. Eine Großaufnahme zeigt deutlich
das Loch in seiner linken roten Socke. Auch die beeindruckende Laufmasche in Sarah
Wagenknechts rechtem Strumpf, von der Ferse bis hinauf zum Schinkenspeck, fingen die
Kameras großformatig ein.

Derweil, Oskar pellte gerade das dritte Ei, wechselte Sarah die Literatur. Friedrich
Engels war an der Reihe, und Oskar war die Maggiflasche auf den Boden gefallen.
Sarah rügte lautstark und giftig das Aufprallgeräusch der Flasche und gebot ihrem
Partner eindringlich, sich auf das Geschehen an der Front im geteilten Doppelbett zu
konzentrieren. Erste Eierschalen lagen verstreut auf der Matratze. Hinter dem
antisexuellen Schutzwall rezitierte Sarah Wagenknecht eine Rede Erich Honeckers, die
der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR vor den Werktätigen des Elektrokombinats
„Roter Kraftstrom“ im Jahre 1988 gehalten hatte. Honecker lobte dabei den
Erfindergeist der Ingenieure, denen es gelungen war, den größten Mikroship der Welt
zur Serienreife zu bringen. Oskar entfleuchte ein Gähnen und das fünfte und letzte
hartgekochte Ei einer glücklichen Henne aus Brandenburg sah seinem Ende im
knurrenden Magen des Saarländers entgegen.

Gegen Mitternacht begann der antisexuelle Schutzwall zu wackeln. Die Last der
hartgekochten Eier machte Oskar Lafontaines Magen zu schaffen. Es war die Rache der
glücklichen Henne aus Brandenburg, deren Produkt der Saarländer schnöde mit Maggi
degradiert hatte. Zwischen den Eierschalen, im freien Westen der Berliner Mauer,
hatte der inzwischen schnarchende Oskar einen höllischen Albtraum. Er sah seine Frau
Christa mit Fidel Castro auf der Berliner Mauer eng umschlungen tanzen. Fidel
Charmeuer, gegen den alten Haudegen aus der Karibik hatte Oskar keine Chance, seine
Christa würde künftig einen anderen kulinarisch verwöhnen und er war hilflos den
Literaturstunden von Sarah Wagenknecht ausgeliefert. Das war Fegefeuer und Hölle
zugleich. Oskar versuchte vergebens zu schreien. Der Versuch Fidel Castro zu
verjagen scheiterte kläglich. Immer wieder rissen ihn die brandenburger Eier zu
Boden. Oskar taumelte und stürzte, während im Hintergrund eine Henne den Nina
Hagen-Hit „Du hast den Farbfilm vergessen“ zu gackern begann.

Oskar Lafontaine, inzwischen schweißgebadet, begann vor Wut zu schnauben, Castro,
lachte, Christa auch, und Sarah Wagenknecht rezitierte Erich Honeckers Worte vom
Sozialismus, den weder Ochs noch Esel aufhalten können. Oskar hatte inzwischen den
antisexuellen Schutzwall erreicht und begann das Fundament zu untergraben. Es war
die Stunde Null einer linken Beziehung auf höchster Ebene. Unter einem unglaublichen
Getöse fiel das literarische Gebäude der Trennung in sich zusammen. Eine Staubwolke
fegte orkanartig durch das Zimmer. Das Bett war gekracht. Auf Oskar Lafontaines
Magen drückte jetzt auch noch „Das Kapital“ und ein dicker Wälzer mit Eier-Rezepten
eines saarländischen Verlagshauses. Der Zimmerkellner stürzte herein, gefolgt vom
Nachtportier und mehreren Hotelgästen, die sofort erste Bergungsmaßnahmen
einleiteten. Wer allerdings das Märchen über eine Liebesbeziehung zwischen dem
Prinzen aus dem Westen und der Prinzessin aus dem Osten der Presse gesteckt hat, ist
unbekannt. Der Zimmerkellner wurde jedenfalls mit einer nagelneuen Limousine einer
schwäbischen PS-Manufaktur auf dem Kurfürstendamm gesehen.

Hinweis: Das war Saartire