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28.12.2009 Spiegel online Aufruhr in Teheran: Nach den tödlichen Auseinandersetzungen am Sonntag steht das Regime unter Druck. Mit dem Bruch der traditionellen Waffenruhe an religiösen Feiertagen hat es auch viele Gläubige verprellt. Die Opposition will den Systemsturz erzwingen. Am heiligen Aschura-Fest, dem Tag (27.12.09), an dem die Schiiten des gewaltsamen Todes ihres Religionsführers Imam Hussein gedenken, könnte sich das Blatt gewendet haben. Die Bilder und Amateurvideos, die per Internet aus Iran in die Welt geschickt wurden, zeigten viele Szenen, die den über Monate entstandenen Sehgewohnheiten widersprechen: Diesmal waren es die Demonstranten, die Polizisten jagten, zusammenschlugen, festsetzten. Diesmal waren es Sicherheitskräfte, die Blut überströmt an den Straßenrändern saßen. Und: Es gab Bilder von Uniformierten, die die Seiten gewechselt hatten, die von Demonstranten auf Schultern getragen wurden und die grünen Bänder der Protestbewegung schwenkten. Regime missachtet Gebot zur Waffenruhe an Feiertagen Dass die Sicherheitskräfte sich während der Auseinandersetzungen der letzten Tage nicht an die Waffenruhe hielten, die an hohen Feiertagen traditionell gilt, hat selbst konservative, bislang regimetreue Iraner in Aufruhr versetzt. Augenzeugen berichteten, dass sich am Sonntag auch viele an ihrer Kleidung als strenggläubig gekennzeichnete Iraner unter die Protestierenden in Teheran gemischt hatten. |
28.12.2009 Iran Überfall der Wächter der
Despotie Das Zentralkomitee der Tudeh-Partei (Kommunistische Partei Iran) bezog am 27.12.09 Stellung zu den aktuellen Ereignissen im Iran Nach den letzten Berichten aus Teheran und anderen Städten des Landes überfielen die bewaffneten Söldner des Obrigkeitsregime und der Putschregierung in einem beispiellosen Akt die großen Menschenmassen, die zu Ehren von Tasua und Ashura (schiitische Trauerfeier) auf die Straßen gingen. Zahlreiche Menschen wurden dabei verhaftet und verletzt. Laut den letzten Berichten wurden einige unserer Landsleute durch die Schüsse der »Freunde der Vali-Faghieh« ermordet. Dieser brutale und blutige Überfall der Wächter der Despotie an den Tagen Tasua und Ashura ist in der zeitgenössischen Geschichte unseres Landes beispiellos. Die Verzweiflung der Söldner des Regimes, die unser Land in eine tiefe Krise geführt haben, erhielt in den letzten Tagen und insbesondere nach der glorreichen Demonstration der Massen zur Beerdigung des Ajatollah Montaseri neue Dimensionen. (...) Die Geschehnisse der letzten Tage von der beeindruckenden Beerdigung des Ajatollah Montaseri bis zu den Ereignissen von Tasua und Ashura zeigen vor allem die Schwäche und Verzweiflung des Obrigkeitsregimes sowie den Zorn und Unmut der absoluten Mehrheit der Völker unseres Landes. Daß im »islamischen Musterstaat« der Welt trauernde Menschen in dieser Weise überfallen, Hunderte verletzt und einige getötet werden, weist in erster Linie darauf hin, wie machtvoll die iranische Massenbewegung ist, und zeigt auf der anderen Seite die Brutalität des Regimes. Dies ist ein Indiz, daß der Countdown für den Sturz des despotischen Regimes in unserem Land begonnen hat. Alle fortschrittlichen Kräfte, darunter die Tudeh-Partei Iran, sehen sich als einen Teil dieser großen revolutionären Bewegung für die Freiheit des Landes, und bis zum Sieg dieser Bewegung werden sie ihre Anstrengungen nicht einstellen. Das volksfeindliche Regime sät seit langem Wind, nun nähert sich der Zeitpunkt, an dem es Sturm erntet. |
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