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Waffentransport an die Hisbollah
. (aus "Jungle World")

"In Limassol auf Zypern ist seit 2006 im Rahmen der Uno-Mission Unifil die
Bundeswehr stationiert. ... Das jedenfalls, was der Job der Bundeswehr wäre, nämlich
den Waffenschmuggel an die Hizbollah auf dem Seeweg zu verhindern, das muss die
israelische Marine offenbar selber machen. Über 300 Tonnen Waffen, darunter mehr als
3000 Raketen, also genug für einen ganzen Krieg, hatte der aus Ägypten kommende
deutsche Frachter 'Francop' geladen, als ihn die Israelis ... stoppten. ...
Schamlos behaupteten in einer Pressekonferenz in Teheran der iranische und der
syrische Außenminister, das Schiff transportiere gar keine Waffen, sondern 'syrische
Verbrauchsgüter für den Iran' - obwohl man zu diesem Zeitpunkt im Fernsehen bereits
die etwa 40 Container voller Waffen bestaunen konnte. ...
Ebenso dreist, aber gar nicht verständlich, ist die Reaktion der Uno: Bereits fünf
Mal wurde Israel in diesem Jahr vom Südlibanon aus mit Raketen beschossen, aus jener
kleinen Zone, kaum größer als Berlin, in der über 12000 libanesische Soldaten
zusammen mit ebenso vielen Soldaten der Uno-Friedenstruppe genau das verhindern
sollen. Dazu jetzt der aufgedeckte Waffentransport - und wie reagiert die Unifil?
Entschuldigt sie sich für ihr Totalversagen? Nein. Sie beschwert sich, dass Israel
Aufklärungsdrohnen über den Südlibanon fliegen ließ und angeblich Abhöreinrichtungen
hinter der Grenze platziert habe. Damit habe Israel gegen die Resolution 1701
verstoßen, kritisierte Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon. Die Uno beklagt, dass Israel
jenen Job macht, den die Unifil offenbar nicht zu machen bereit oder in der Lage
ist."

Zu ergänzen ist noch, dass die Bundesmarine zwar verdächtige Schiffe per Funk
abfragen darf, doch sollte sie dabei wirklich mal einen Waffentransporter entdecken,
der seine Ladung offen angibt, dürfte sie diese noch nicht mal beschlagnahmen. Dies
bleibt der libanesischen Marine vorbehalten - die augenblicklich wohl gerade ein
Schiff hat, das überhaupt einsatztauglich wäre. In Wirklichkeit herrscht also nicht
nur im Südlibanon schon längst die terroristisch-fundamentalistische Hizbollah -
unter dem Schutz der Unifil und der deutschen Marine.