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Zyankali oder der grüne Zug der Saar-Lemminge

Meine Meinung Peter Höhnich von Bernd Rausch

Die Entscheidung der Saar-Grünen, eine Partei neuen Typs zu schaffen und sich für eine Koalition mit der CDU und der FDP zu entscheiden, halten wir von der Stadtzeitung für sehr clever. Wenn Mensch keinen Bock mehr hat, nimmt er Zyankali. Als Vorsitzender einer Partei macht man das so: Er veranstaltet in der Schühchen–Täschchen–Röckchen-Stadt (Saarlouis) eine sogenannte Konferenz. Da heben dann seine Männer und deren Frauen und Onkels und Opas und Kinder und Enkelkinder bei Abstimmungen die Hand, wenn Ulrich (Vorsitzender) dies wünscht. Wie Interessierte seit Jahren wissen dominiert der Mann das Provinznest nach Strich und Faden. Dort hat er seine Männer rekrutiert, die wiederum ihre Männer rekrutiert haben usw. So sichert der Gute sich seit mehr als einem Jahrzehnt seine Mehrheiten an Deligiertenstimmen. Die jetzige Aktion, sich vollends ins reaktionäre und neoliberale Lager zu begeben, ist so gut wie fünf Tabletten Zyankali. Wenn die Leute sich nach den nächsten Wahlen im Saarland wieder über Grüne unterhalten, dann meinen sie wieder wie in alten Tagen die Polizisten oder die Bullen, je nach Geschmack, denn die Partei, die sich die Grünen nennt wird im Saarland den Orkus runter sein. Aber ehrlich gesagt, das macht nix, denn im Südwestzipfel der Republik waren die Grünen in ihrer Mehrheit schon immer eine reaktionäre Partei.

Wir von der Stadtzeitung würden es begrüßen, wenn der saarländische Landtag in der nächsten Saisson im Staatstheater stattfinden würde und der Eintritt für Joblose und Arbeiter frei wäre. Das wäre bestimmt eine große Gaudi, wenn Oskar die Grünen und die anderen mal so richtig abwatschte. Sicher politisch ist das völlig ohne Bedeutung, aber Spaß würde es schon machen, oder ?