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Kontakt zu den Veranstaltern: info@zugde.eu


Der Fahrplan des Zuges -Nächste Stadionen

Im Frühjahr 2010 steuert der "Zug der Erinnerung" folgende Stationen an:

Eisenhüttenstadt (Freitag, 30. April, Samstag 1.Mai) (Flyer);
Anmeldung von Gruppen: ramona.schmidt@eisenhuettenstadt.de

Cybinka (Polen) (Montag, 3. Mai, Dienstag 4. Mai) (Flyer);

Frankfurt/Oder (Mittwoch, 5. Mai - Freitag 7. Mai) (Flyer);
Anmeldung von Gruppen: +49 335 5525100
E-Mail: jugendundsoziales@frankfurt-oder.de oder annegret.kern@frankfurt-oder.de

Berlin-Grunewald (Samstag, 8. Mai - Montag, 10. Mai) (Flyer);
Anmeldung von Gruppen: info@zugde.eu

Berlin-Spandau (Dienstag, 11. Mai, Mittwoch, 12. Mai) (Flyer);

Berlin-Schöneweide (Montag, 17. Mai - Mittwoch, 19. Mai) (Flyer);
Anmeldung von Gruppen: 030 902 972 302 oder julia.luederitz@ba-tk.berlin.de

Berlin-Ahrensfelde (Donnerstag, 20. Mai) (Flyer);
Anmeldung von Gruppen: Elena.Marburg@ba-mh.Verwalt-Berlin.de

Flyer mit allen Berliner Stationen im Mai 2010

Insbesondere Jugendliche und zivilgesellschaftliche Organisationen sind herzlich eingeladen, an den Vorbereitungen teilzunehmen (Spurensuche). Für direkte Kontakte stehen wir Ihnen per e-mail (info@zugde.eu) oder auch telefonisch (02297-1649 oder 02297-1010) zur Verfügung.

 

Oktober
Delmenhorst Mo, 19. Oktober - Mi 21. Oktober
Oldenburg Do, 22. Oktober - Sa, 24. Oktober
Wilhelmshaven Mo, 26. Oktober - Mi, 28. Oktober Flyer Gruppen-Anmeldung
Vechta Do, 29. Oktober - So, 01. November

November
Soltau Mo, 02. November - Di, 03. November
Walsrode Mi, 04. November - Do, 05. November
Schwarmstedt Fr, 06. November - Sa, 07. Nov.
Hannover So, 08. November - Do, 12. November
Lehrte Fr, 13. November - Sa, 14. November

Magdeburg Mo, 16. November - Mi 18.
Blankenburg Do, 19. November - Sa, 21. Nov.
Dessau So, 22. November - Di, 24. November
Wittenberg Mi 25. November - Fr, 27. November
Cottbus So, 29. November - Di, 01. Dezember

 

"Steckt sie in den Zug"

Stark gegenwartsbezogen und ungewöhnlich prägnant verlief die Eröffnung der Zugausstellung auf dem Hauptbahnhof Saarbrücken. Dort waren Lok und Wagen am Montag dieser Woche auf Gleis 1 eingetroffen. Mehrere Redner forderten, gegen den um sich greifenden Rassismus deutlicher Stellung zu beziehen. Richard L. Borg, ehemaliger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Saarbrücken und jetziger Leiter des Vereins "DenkmalMit!", warf einem führenden Mitglied der Deutschen Bundesbank "primitivste Diskriminierung" vor. Die Bedrohung durch Rassismus und nationalistischen Größenwahn komme nicht nur aus der Gosse der bekennenden Nazis, hieß es in der Ansprache des "Zug der Erinnerung". Zunehmend beteiligt seien auch die "deutschen Eliten".

"Die widerlichen Äußerungen eines Mitglieds der Deutschen Bundesbank erinnern an den Rassismus der Goebbels und Hitler. Wir fügen hinzu: Die von einem deutschen Ministerpräsidenten gehaltenen Reden, bei denen es um angeblich faule Rumänen und Aufrufe zur Gewalt an Asiaten ging, sind von ähnlicher Sorte".

Auch der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung im Saarland, Dr. Burkhard Jellonek, fand bei der Eröffnung deutliche Worte. Jellonek zitierte Veröffentlichungen im deutschen Internet, auf die über YouTube ungehinderter Zugriff besteht. Dort heißt es in einem tausendfach abgerufenen Liedtext über türkische Einwanderer:

"Steckt sie in den Kerker
oder schickt sie ins KZ,
von mir aus in die Wüste
aber schickt sie endlich weg.
Tötet ihre Kinder,
schändet ihre Fraun,
vernichtet ihre Rasse
und lehrt ihnen das Graun."

Der Text endet mit einem Aufruf:

"Dann macht doch endlich Schluss,
ihr seid doch wohl genug,
macht es so wie damals
und steckt sie in den Zug!"

Wie Jellonek berichtet, seien die Versuche der Sperrung dieses Mordaufrufs bislang gescheitert. Jellonek bat um mehr Unterstützung bei der Abwehr rassistischer Aktivitäten.


Ungesühnt und unvergessen

Ansprache der Bürgerinitiative bei Einfahrt des Zuges auf Gleis 1 des Hauptbahnhofs Saarbrücken

Chers représentants des organisations-victimes de la Lorraine et de toute la France, chers amis luxembourgeois*,

sehr geehrte Damen und Herren der Landesregierung, der Stadt Saarbrücken und ihrer zivilgesellschaftlichen Organisationen, liebe Freunde des Vereins "DenkmalMit!"

Seit über zwei Jahren fährt der "Zug der Erinnerung" durch Deutschland, um jener Kinder zu gedenken, die für immer verschwanden. Es gibt fast keine deutsche Stadt, die diese Opfer nicht zu beklagen hätte.

Auf dem Güterbahnhof von Saarbrücken sind es nicht allein die saarländischen Kinder und ihre Familien, die verschleppt wurden. Die Reichsbahndirektion Saarbrücken sorgte ebenso für die Massendeportationen aus Metz-Marchandises und aus Luxembourg-Hollerich. Historiker sprechen von etwa 250 Waggons, die mit ihrer menschlichen Fracht allein aus der Lorraine die Lager ansteuerten.

Diese Mordbeihilfe der "Deutschen Reichsbahn" ist bis heute ungesühnt.

Deswegen beklagen wir die Sprachlosigkeit der juristischen und historischen Erben des Mordgeschehens.

Wir schämen uns für die Indifferenz, für das Desinteresse an den "Reichsbahn"-Opfern, die oft in psychischer und physischer Not ihre letzten Lebensmonate verbringen.

Wir bitten Sie, sehr geehrte Vertreter der Landesregierung und der Stadt Saarbrücken, diesen Zustand endlich zu ändern und mit uns gemeinsam für einen deutschlandweiten Hilfsfonds einzutreten.

Wir bitten Sie auch, alles dafür zu tun, dass im Bereich Ihrer Verantwortung eine Wiederkehr von Rassismus und nationalistischem Größenwahn nicht geduldet wird. Diese Bedrohung kommt nicht nur aus der Gosse der Nazis, sondern auch aus dem Milieu der deutschen Eliten.

Wir begrüßen die Stellungnahme des Zentralrats der Juden in Deutschland und schließen uns seinem Urteil an: Die widerlichen Äußerungen eines Mitglieds der Deutschen Bundesbank erinnern an den Rassismus der Goebbels und Hitler. Wir fügen hinzu: Die von einem deutschen Ministerpräsidenten gehaltenen Reden, bei denen es um angeblich faule Rumänen und Aufrufe zur Gewalt an Asiaten ging, sind von ähnlicher Sorte.

Was diesen Äußerungen gemein ist, ist die Reduktion des menschlichen Lebens auf seinen betriebswirtschaftlichen Nutzen. An dieser Stelle beginnt die Aussonderung all derer, die den sogenannten Leistungsträgern nicht angehören können oder wollen: Die Unnützen, das "lebensunwerte Leben".

Was solchen Äußerungen in Deutschland zu folgen pflegt, ist der Weg in Verfolgung und Vernichtung. Wir bitten Sie, meine Damen und Herren, dieser Entwicklung zu widerstehen und öffentlich Stellung zu beziehen!

Chers représentants des organisations-victimes de la France.

Nous, les héritiers historiques des coupables, nous nous sommes conscients que le discours sur l'Europe unifié ne peut pas calmer les doutes de l'Allemagne après la barbarie teutonne. Il est vrai que les garanties contre les répétitions n'existent pas. Il faut, que nous, les héritiers, en prennent la responsabilité.**

Die Opfer, die Kinder und Jugendlichen aller Nationen, die nie mehr zurück kehrten, sind unvergessen!

________

* (Sehr geehrte Repräsentanten der Opferorganisationen aus Lothringen und ganz Frankreich, liebe Freunde aus Luxemburg)

** (Wir, die historischen Erben der Täter, sind uns nach der deutschen Barbarei bewusst, dass die Rede vom vereinigten Europa die Zweifel an Deutschland nicht beruhigen kann. Garantien gegen eine Wiederholung gibt es nicht. Es ist notwendig, dass wir, die Erben, dafür die Verantwortung übernehmen.)

20. April 2010 Deutsche Bahn AG sperrt dem “Zug der Erinnerung” die Gleise
Die Geldgeilen von der Bahn AG kassieren zweimal. Einmal von den Opfern, die von der Bahn damals ins Gas gefahren wurden und heute von jenen die an das Menschheitsverbrechen erinnern.

Für die Fahrt des Zuges und den Zugang zur Ausstellung über die jugendlichen “Reichsbahn”-Opfer verlangen die “Reichsbahn”-Erben hohe Gebühren

Berlin – Zwischen dem “Zug der Erinnerung”, der am 8. Mai in Berlin einlaufen will, und der DB AG bahnt sich ein neuer Konflikt an. Die DB sperrt dem Zug mit einer Ausstellung über die jugendlichen Opfer der “Reichsbahn”-Deportationen die Zufahrt auf den Bahnhof Berlin-Spandau. Auch weitere Stationen in der deutschen Hauptstadt, so der frühere Deportationsbahnhof Berlin-Grunewald, werden von der DB AG nicht bestätigt. In den Konflikt ist inzwischen die Bundesnetzagentur eingeschaltet. Die staatliche Regulierungsbehörde hatte die Parteien am gestrigen Montag (19.April) zu einem Vermittlungsgespräch nach Bonn geladen. Kurz vor dem gemeinsamen Termin lehnte die DB AG ihr Erscheinen ab.

“Statt das Gedenken an die ‘Reichsbahn’-Opfer zu unterstützen, setzen die Erben der ‘Reichsbahn’ auf Konfrontation”, kommentiert der Sprecher der Bürgerinitiative “Zug der Erinnerung” die Gesprächsverweigerung. Bereits 2008 kam es zu öffentlichen Auseinandersetzungen, als der über 4.500 deportierten Kinder gedacht werden sollte, die mit der “Reichsbahn” aus Berlin verschleppt wurden. Trotz einer Intervention des Regierenden Bürgermeisters gelang es damals der DB, einen Halt des Zuges auf dem Berliner Hauptbahnhof zu verhindern. Daraufhin legten mehrere Zehntausend Besucher auf Ausweichbahnhöfen Blumen nieder.

Für die Fahrt des Zuges und den Zugang zur Ausstellung über die jugendlichen “Reichsbahn”-Opfer verlangen die “Reichsbahn”-Erben hohe Gebühren. So muss die Bürgerinitiative, die den Zug seit drei Jahren durch Deutschland fahren lässt, je Schienenkilometer rund 4 Euro an die DB AG zahlen. Pro Ausstellungsstunde erhebt die DB 45 Euro. Selbst die Nachtabstellung auf einem Gütergleis kostet Geld. Die täglichen DB-Gebühren für den “Zug der Erinnerung” belaufen sich auf durchschnittlich 1.000 Euro.Der geplante Berlin-Aufenthalt des Zuges (8. Mai bis 20. Mai) wird aus Spenden beglichen, den mehrere Berliner Bezirke, Kirchenkreise und private Unterstützer zur
Verfügung stellen.

„Anlässlich des 65. Jahrestages des Kriegsendes werden wir darauf bestehen, am 8. Mai den ‘Zug der Erinnerung’ in die deutsche Hauptstadt zu bringen”, kündigt die Bürgerinitiative an.

„Zug der Erinnerung” noch bis Freitag, 16.10.09 in Saarbrücken

Saarbrücken - Nach fast zweitausend Besuchern in den ersten beiden Ausstellungstagen verlängert der “Zug der Erinnerung” seinen Aufenthalt in Saarbrücken. Insbesondere für Schulklassen stehen jetzt Lok und Waggons auf Gleis 1 des Hauptbahnhofs bis zum kommenden Freitag zur Verfügung.

“Etwa die Hälfte unserer Besucher in Saarbrücken sind Jugendliche”, berichtet Ute Schilde, die gemeinsam mit jungen Pädagogen und Historikern Einführungen auf Bahnsteig 1 anbietet. “Besonders ermutigend ist es, daß auch Gäste aus Frankreich und Luxemburg den Weg auf den Hauptbahnhof finden. Wir gedenken der deportierten Kinder und Jugendlichen aus den Nachbarländern ebenso wie der Opfer aus dem Saarland.” Für die Verschleppung in die Konzentrations- und Vernichtungslager war die damalige Reichsbahndirektion Saarbrücken zuständig, deren Arm bis nach Metz reichte.

Sie liess sich den Weg in den Tod von den Deportierten bezahlen: 2 Pfennige pro Kilometer. Pro Zugverband mit etwa 1000 Deportierten kassierte die “Reichsbahn” für die Strecke zwischen Saarbrücken und Auschwitz etwa 60.000 Euro.

Überlebende beklagen, daß sie seit Kriegsende keinerlei Kompensation erhalten haben. “Auf dem frisch renovierten Saarbrücker Eurobahnhof erinnert leider nichts an die Deportationsgeschichte”, sagt Ute Schilde von der veranstaltenden Bürgerinitiative, die den Zug durch Deutschland fahren lässt. Gemeinsam mit dem Saarbrücker Verein “DenkmalMit!” appelliert sie an Saarbrücker Geschäftsleute, Unternehmen und Selbständige, bei der Finanzierung der Ausstellungsverlängerung mitzuhelfen. Benötigt werden 4.000 Euro. Auch mit kleineren Beträgen können private Sponsoren zu den Kosten beitragen: “Damit noch mehr Besucher auf Gleis 1 des Hauptbahnhofs kommen”, hoffen Ute Schilde und ihre Zugbegleiter.