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Bioprodukt aus dem Saarland hilft garantiert gegen die Schweinegrippe Ex Bundeswehrprofi hat zahlreiche Selbstversuche hinter sich gebracht und überlebt

Von Gisbert Spränzer

Kaum zu fassen, da haben ganze Rudel von Pharmakologen und Alchimisten im Auftrag
internationaler Moneymaker es nicht fertiggebracht, ein halbwegs anständiges
Mittelchen gegen die Schweinegrippe zu entwickeln. Die Auswüchse (Nebenwirkungen)
der gerade erst in Deutschland angelaufenen Massenimpfung lassen erschreckende Dinge
für die Zukunft erahnen.

Besonders hart hat es Helmut K. aus dem kleinen Eifeldorf Leckmich bei Bitburg
getroffen. Seit 20 Jahren ist der Musiklehrer stolz auf seine Glatze, die er
mehrmals täglich mit farbloser Schuhcreme poliert. Nur wenige Stunden nach der
Injektion eines Impfstoffs gegen die zur Seuche hochgejubelte Schweinegrippe musste
Helmut K. erschreckende Veränderungen an seinem Körper feststellen. Während der
20.00- Uhr- Ausgabe der Tagesschau begann sein ganzer Körper plötzlich unruhig zu
werden. Helmut K. begann sich überall zu kratzen, aber es half nicht. Der
unerträgliche Juckreiz trieb den Beethoven- Fan vor den Garderobenspiegel in der
Diele. Das Echo des Spiegels verursachte fast einen Herzkasper im Dreivierteltakt
bei dem Musiklehrer. Aus dem matten Glas des Spiegels starrte ihn ein wilder Gorilla
an. Über und über mit Haaren war Helmut K. übersät. Aus der Nase und den Ohren
quollen dichte Locken, die Glatze war zum Urwald geworden, und selbst zwischen den
Fingern und Zehen grinste dichter Haarwuchs heraus. Ein herbeigerufener Notarzt
hatte bereits Erfahrung mit dem Impfstoff und seinen Nebenwirkungen. Er brachte
gleich den Schafscherer aus dem Nachbardorf mit, und eine unerfreuliche Prozedur
nahm ihren Verlauf. Zweimal pro Woche muss Helmut K. nun im Schafstall des
Nachbardorf zur Schur antreten. Die zuständige AOK verweigert die Kostenübernahme.
Sie sei nicht zuständig für Friseurkosten, sagte ein Sprecher der Krankenkasse. Es
wird aber wohl noch teuerer werden für Helmut K. Ein sorglos abgedrückter
Abschiedskuss auf den Mund seiner Frau Agnes hatte, obwohl diese die Impfung gegen
die Schweinegrippe verweigerte, fatale Folgen. Auch bei Agnes K., die sich stets
penibel sogar die Schamhaare rasiert, beginnt es zu sprießen. Agnes K. hat jetzt
sogar Haare auf den Zähnen und muss gegen Depressionen behandelt werden.

Stündlich melden sich geimpfte Versuchskaninchen in den Krankenhäusern der ganzen
Republik und erhoffen sich Hilfe von den längst überforderten Ärzten und
Krankenschwestern. Was gut sein sollte gegen die Schweinegrippe, wird in völlig
unterschiedlicher Form zur Volksseuche. Zu vermehrten Zahnausfällen, Diarrhoen und
Wahnsinnserscheinungen soll es nach Massenimpfungen bereits gekommen sein. Überall
fehlen Zwangsjacken und Beruhigungsmittel. Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise
droht nun eine Gesundheitskrise dem Land den längst ersehntet Rest zu geben. Der
neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) soll bereits die Parole
verbreiten lassen: „Jeder ist sich selbst der Nächste“, und in den Kirchen des
Landes werden im schnellsten Salventakt Stoßgebete zur Erlösung der Menschheit
abgefeuert.

Eines dieser Stoßgebete hat den pensionierten Oberstleutnant der Bundeswehr,
Wilfried von Bockschuss, mitten ins Herz getroffen. In seinem saarländischen
Refugium hatte der ehemalige Offizier bereits an einem chemischen Kampfstoff gegen
die Vogelgrippe gearbeitet, jedoch die Vögel zogen schneller weiter als der in Ehren
ergraute Oberstleutnant die Chemiekeule vorantreiben konnte. Nach mehreren
Explosionen in Keller und Garage seines Anwesens musste Wilfried von Bockschuss auf
Befehl seiner Gemahlin und eines dreisten Amtsrichters die aussichtsreichen
chemischen Experimente einstellen und den Chemiekoffer dem Kampfmittelräumdienst
übereignen.

Seinem Fahneneid (sacramentum) noch immer getreu als Retter des Vaterlandes
verpflichtet, forscht der tapfere von Bockschuss seit dem Herannahen der
Schweinegrippefront an einem biologischen Kampfstoff gegen die Epidemie. Jetzt hat
es im Hause von Bockschuss mächtig gerappelt. Das Experiment ist gelungen. Eine fast
ohne Nebenwirkungen auskommende Bombe macht die fragwürdige und durchaus nicht
ungefährliche Massenimpfung gegen die Schweinegrippe überflüssig. Eine Mixtur aus je
einem Liter Bockbier und einem Liter Federweiser, auch bekannt als Suser, kurz
aufgekocht und danach in einem Abkippwinkel von 65 Grad in schnellen, kurzen Zügen
hinter die Binde eingenommen, macht resistent gegen die Kampfgeschwader der H1N1
Viren. In insgesamt 21 Selbstversuchen hat Oberstleutnant a.D. Wilfried von
Bockschuss den Beweis angetreten und dabei Myriaden H1N1 Viren abgeschossen. Sein
Leibarzt Dr. Hubert Engerling und auch Professor Wahnfried Gollenstein von der
Saarländischen Bockbierakadmie bestätigen die Unbedenklichkeit der dabei
aufgetretenen Nebenwirkungen und leichten Ausfallerscheinungen wie Müdigkeit,
fortgesetztes Lallen, Schwanken und kurze Filmrisse. Dem Kater danach sei mit einem
harmlosen Aspirin zu begegnen, attestiert Dr. Hubert Engerling.

Für ein Interview stand der tapfere Oberstleutnant a.D. Wilfried von Bockschuss
leider nicht zur Verfügung. Seine Gemahlin wie auch der hauseigene Getränkeliferant
gaben zu Protokoll, Oberstleutnant von Bockschuss sei schwer damit beschäftigt, an
einem Biokampfstoff gegen die nachfolgenden Wellen der Schweinegrippe zu
experimentieren. Wie der pensionierte Offizier erfahren haben will, sollen in
us-amerikanischen wie auch in europäischen Versuchslaboren der Pharmaindustrie
bereits neue Viren gezüchtet werden, um kräftig Kasse machen zu können. Mit der
Hunde-, Affen-, Kakteen- und Mohrrübengrippe sei in den nächsten Jahren fest zu
rechnen. Mit dem entschlossenen Eingreifen und einer Gegenoffensive aus dem Hause
von Bockschuss müsse allerdings auch wieder gerechnet werden, so eine Ordonanz, auf
die sich Wilfried von Bockschuss öfters mal stützen muss.