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Bierpreise
müssen an die Milchpreisentwickung gekoppelt
werden
Bier
und Milchkühe auf den Saarweiden sollen wieder glücklich werden
Vvon Claude Michael Jung
Durch die derzeitige Entwicklung der Milchpreise besteht die akute Gefahr,
dass das
Allroundgesöff bereits im Euter der Kühe sauer wird. Dies befürchtet
jedenfalls der
saarländische Thekenphilosoph Max Flabbes. In einer Epistel, die
gestern in den
frühen Abendstunden in sämtlichen Kneipen des Saarlandes verlesen
wurde, prangerte
Flabbes die unverschämte Preispolitik der großen Discounter
sowie die Untätigkeit
der zuständigen Politiker in Land, Bund und EU scharf an. „Faulheit
und Ignoranz der
leeren Politpullen sowie der Irrglaube, dass der Markt alles regeln werde,
treibt
die Bauern in den Ruin“ heißt es in der Epistel zum Internationalen
Tag der
Schankwirte.
Der Thekenphilosoph rief die Bevölkerung des
saarländischen Erdkreises und darüber
hinaus dazu auf, aus Solidarität mit den gebeutelten Erzeugern vorläufig
auf
Milchprodukte aller Art zu verzichten und stattdessen lieber zu Bier oder
Mixgetränken aus Gerstensaft zu greifen. An den Emir von Eppelborn,
den immer noch
amtierenden CDU- Ministerpräsidenten des Saarlandes gerichtet, forderte
Flabbes,
alles noch in seiner Macht Stehende zu tun, dass die restlichen Milchbauern
im
Saarland überleben könnten. Dabei warnte Flabbes den Saarfürsten
davor, dass nach
den Milchbauern auch die übrigen Bauern unter Druck geraten könnten
und ihre Höfe
aufgeben müssten. Somit würden auch einheimischer Hopfen, Malz
und vor allem
Braugerste für original saarländisches Bier wegfallen, und das
Saarland wäre künftig
abhängig von ausländischen Importen wie etwa aus der Eifel oder
der Pfalz.
An die Brüsseler EU- Marktartisten gewandt,
rief Flabbes dazu auf, unverzüglich die
Milchpreise europaweit an den Bierpreis zu koppeln, um somit die Milcherzeugerpreise
wieder nach oben zu korrigieren. Schließlich, so Flabbes, habe man
es ja auch, warum
auch immer, fertiggebracht, die Gaspreise an die Erdölpreise zu koppeln.
Allerdings
befürchtet der Thekenphilosoph, dass die EU- Matadore auf diesem
Ohr taub sind und
eher den umgekehrten Weg gehen werden und den Bierpreis an den abstürzenden
Milchpreis koppeln werden.
Sollte durch einen Absturz der Bierpreise auch
ein Massensterben der Brauer und
Wirte einsetzen, werde Flabbes den Planeten verlassen, so die bestürzende
Botschaft
des Thekenphilosophen in seiner Epistel zum Internationalen Tag der Schankwirte.
Wie wenige Sekunden vor Redaktionsschluss bekannt
wurde, wollen sämtliche im neu
gewählten Landtag des Saarlandes vertretenen Parteien den Abgang
des
Thekenphilosophen in eine bessere Welt verhindern. Sollte es jemals wieder
gelingen,
im Saarland eine handlungsfähige Regierung auf die Beine zu stellen,
werde man den
Milchbauern Hilfestellung gewähren, gelobten sämtliche Fraktionen
mit gekreuztem
Finger hinter dem Rücken. Die Linke soll angeblich schon dem Chef
der Grünen, Hubi
Ulrich, ein Superministerium für Brauereiwesen, Milch- und Puddingprodukte
sowie für
Bergbau aufgeschwatzt haben, damit dieser ins rot-rote Saarlager überschwappt
und
die Bier- und Milchkühe auf den Saarweiden wieder glücklich
werden.
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