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Deutsche Demokratie
in jammervollem Zustand - Führende Militärs
für Blitzmädels und Wüstenfüchse
Von Claude Michael Jung
Deutschlands Demokratie ist in einem jammervollen Zustand. Das Volk meckert
über den
Krieg in Afghanistan. Wie eine Stern-Umfrage ergeben hat, sind rund 60
Prozent der
Bevölkerung in Deutschland gegen das Engagement uniformierter deutscher
Bauhelfer
und Bildungsexperten am Hindukusch. Ähnlich wie auf Deutschlands
Autobahnbaustellen,
geht nichts so recht voran. Kein Wunder, dass die Afghanen angesichts
der vielen
Umleitungen in Rage geraten. Auch innerhalb Deutschlands schimmernder
Bundeswehr
wird Kritik laut am miserablen Führungsstiel unserer schlaffen Lamettaträger
und
Politbonzen.
Wie ein Obergefreiter in einer Kaserne im saarländischen
Saarlouis gegenüber unserem
Kriegsberichterstatter sagte, sei ein Blitzkrieg unumgänglich um
die Moral der
Truppe wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei erinnerte er an seinen
Großvater, der
ebenfalls im Rang eines Obergefreiten schon den Rommel-Highway in Nordafrika
entlang
gestürmt war, um sich in Tobruk und El Alamein ein kühles Bier
zu genehmigen. Weiter
führte der Obergefreite aus, so könne dies alles nicht weitergehen,
irgendwie müsse
jetzt dringend wieder ein Blitzkrieg, inklusive ordentlichem Endsieg her,
alleine
schon damit das pazifistisch verkommene Volk in Sachen Patriotismus und
Vaterlandsliebe wieder gestärkt werde.
Der Obergefreite forderte in diesem Zusammenhang
auch von
Bundesverteidigungsminister Jung ruhig mal wieder über den Einsatz
von so genannten
Blitzmädels für die Betreuung der kämpfenden Truppe nachzudenken.
Sein Opa habe ihm
alles über die nette Behandlung durch die uniformierten Mädels
damals in Prag,
Warschau und Paris berichtet. Das Verwundetenabzeichen habe Opa allerdings
Oma
Lisbeth während eines Fronturlaubs zu verdanken. Dummerweise habe
Opa im Halbschlaf
Oma Lisbeth mit der blonden Blitz-Walküre Ingeborg verwechselt, was
zu einem
folgenschweren Nahkampf und zu Opas schwerer Verwundung auf der Matratze
geführt
hat.
Auch an anderen Standorten murren die Militärs.
Auf dem Truppenübungsplatz Bergen
Hohne gab ein Unteroffizier mit zehnjähriger Diensterfahrung zu bedenken,
das der
Kampf um die Befreiung Afghanistans sich am Arsch der Welt abspielt, wo
eine
hautnahe TV-Berichterstattung unmöglich sei. Für den Unteroffizier
kommen die Helden
der robusten Einsätze dabei medial gesehen zu kurz. Wenigsten sonntägliche
Platzkonzerte mit richtigen dsching de rassa bumm, müsste her, um
die Heimatfront
aufzumöbeln und die patriotische Gesinnung im Land zu stärken,
so der gestiefelte
Zehnender, dem die Warmduscher und Jammerlappen zwischen Flensburg und
Oberammergau
gewaltig auf den Sack gehen.
Derweil wird im Rahmen des diesjährigen Sommerlochs
in geheimen Logen und Zirkeln
darüber nachgedacht, wie Deutschland wieder der Status einer Weltmacht
verliehen
werden könnte. Wegen der zu erwartenden Fissematenten will man natürlich
nicht
gleich ein Kräftemessen mit Polen, Frankreich, oder ein Schiffeversenken
vor
Englands Küsten riskieren, und von den Russen und einigen Anderen
gab' s auch schon
mal gewaltig Haue. Militärisch betrachtet gilt auch die Schweiz als
Risikostaat. Was
bleibt sind Raubritterstaaten wie Lichtenstein und Luxembourg, welche
Deutschland
die Steuerkraft aus den Adern ziehen und die Nation ausbluten lassen.
In den
Ardennen und Voralpen käme allerdings die Performance der Marine
zu kurz, befürchten
führende Hinterbänkler des Deutschen Bundestages, die ansonsten
durchaus für ein:
„Nun Volk steh auf und Sturm brich los“, plädieren.
Es sieht also mehr als trüb aus, was die Mobilmachung
des großteils defitistisch und
pazifistisch gesinnten Zivilistenvolkes anbelangt. Selbst Soldatenbräute
sind nicht
mehr mit dem Mutterkreuz für ihre Verdienste um die Stärkung
der Lenden unserer
Helden für die Sache des Vaterlandes zu gewinnen. Nicht mal eine
Soldaten oder
Heldenpartei wird diesen jammervollen Zustand der Republik so schnell
ändern können.
Wenn schon keine Orden oder andere Lorbeeren mehr
auf dem Rommel-Highway, oder sonst
wo vor der Haustür zu gewinnen sind, bleibt also nur noch der Ausweg
im Inneren mit
Glanz und Gloria zu punkten, selbstverständlich nach den Prinzipien
des
Rechtsstaates, versteht sich. Terroristen gib' s genug. Rentner, Arbeitslose,
Kriegsgegner, Gewerkschaftler. Linke, Globalisierungskritiker, Ausländer,
Obdachlose, Junkies, Punks und überhaupt das gesamte demokratische
Gesox. Da ist
Szenenapplaus beim Kameradschaftsabend und Solidaritätssaufen für
die Helden doch
wenigsten noch sicher.
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