Hartz IV rückt bedrohlich näher
Verarmungsmaschinerie
der einstigen Rot-Grünen Bundesregierung kommt auf Touren
Von Claude Michael Jung
Das von SPD, CDU, FDP und den Grünen, in Kooperation mit den Gewerkschaften,
zu
verantwortende Bürokratiemonster Hartz IV droht nun erneut Zehntausende
in die
Verelendung zu stürzen. Wer dies noch vor wenigen Wochen vorhergesagt
hatte, wurde
von den wahlkämpfenden Zweckoptimisten aller Couleur, mit Ausnahme
der Linken, als
notorischer Schwarzseher abgestempelt. Jetzt ist klar, die Weltwirtschaftskrise
hat
massive Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Zwar konnte durch
Kurzarbeit
noch temporär ein rasanter Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert
werden. Dennoch
lag die Arbeitslosigkeit im Juni, laut offizieller Statistik, mit 3,409
Mio. um 9,1
Prozent über Vorjahresniveau. Neu ist, dass viele Arbeitslose direkt
in Hartz IV
abrutschen und überhaupt keine Leistungen der Arbeitslosenversicherung
erhalten.
Nach den Statistiken der BA suchen weitere 2,350
Millionen Menschen Arbeit, die aber
offiziell nicht als arbeitslos zählen. Insgesamt sind 5,477 Millionen
Menschen
arbeitssuchend gemeldet; rund 420.000 mehr als noch Mitte letzten Jahres.
Die Beschäftigungskrise hat in der Arbeitslosenversicherung
deutliche Spuren
hinterlassen. Die Zahl der hier betreuten Arbeitslosen liegt bereits um
27,9 Prozent
über Vorjahresniveau; in den alten Bundesländern sogar um 39
Prozent. Noch stärker
waren die Zuwächse bei Männern, Jugendlichen unter 25 Jahren
und Älteren über 55
Jahren.
In Westdeutschland stieg die Zahl der arbeitslosen
Männer im SGB III sogar um zwei
Drittel in den letzten zwölf Monaten. Doch nach wie vor wird nur
gut ein Drittel
aller registrierten Arbeitslosen von der Arbeitslosenversicherung betreut.
Auch im Hartz IV-System sind erste Vorboten einer
negativen Entwicklung erkennbar.
Zwar liegt die Arbeitslosigkeit in diesem Sicherungssystem bundesweit
noch um 3.700
unter dem Vorjahreswert, doch bei Jugendlichen und den Älteren ist
sie bundesweit
bereits rund 7,5 Prozent über das Niveau von Juni 2008 gestiegen.
In
Baden-Württemberg ist die Arbeitslosigkeit auch im Hartz IV-System
bereits um 10,6
Prozent höher als noch im Sommer des vergangenen Jahres.
Hartz IV trifft jetzt vor allem die klassische
Wählerklientel der SPD. Facharbeiter
aus allen Gewerbezweigen stehen samt ihrer Familien vor dem Ruin. Häuser,
Eigentumswohnungen, Fahrzeuge und Lebensversicherungen müssen vorrangig
verwertet
werden, bevor überhaupt staatliche Leistungen gewährt werden.
Almosen statt Lohn,
daran werden sich viele gewöhnen müssen. Betteln und buckeln,
auch das wird neu
sein. Der Offenbarungseid beim Fallmanager der Arge ist nur der erste
Schritt. Der
Weg zu den Trögen der Tafeln wird schon bald folgen und anstatt Aussicht
auf einen
tariflich abgesicherten Arbeitsplatz, wird rechtlose Zwangsarbeit als
Ein Euro
Jobber den Tagesablauf bestimmen.
Man wird die neuen Hartz IV Betroffenen auch schon
bald auf der Straße erkennen. Die
Kleidung wird schäbiger, vor allen die Schulkinder werden darunter
zu leiden haben.
Freizeitvergnügen, Vereinstätigkeit, der Besuch kultureller
Veranstaltungen, heute
noch eine Selbstverständlichkeit, werden der Vergangenheit angehören.
Hinzu kommt,
dass für Hartz IV Bezieher die Reisefreiheit praktisch abgeschafft
wurde.
Erwerbsfähige müssen ständig der Arge zur Verfügung
stehen. Reisen, selbst bei
dringenden Familienangelegenheiten, müssen vom Fallmanager abgesegnet
werden, sonst
drohen finanzielle Sanktionen.
Angesichts des Desasters kommt nun der obskure
Vorschlag von der Bundesagentur für
Arbeit, ein Zweiklassensystem bei Hartz IV einzuführen. Der Berliner
FDP-Politiker
Martin Lindner will Hartz IV gar um 30 Prozent kürzen. Weitere populistische
Schnapsideen werden bis zum Finale am Wahltag garantiert noch folgen.
Um einer vollständigen Havarie, des in Sonntagsreden
hoch gepriesenen Sozialstaats
vorzubeugen, und um künftig sozialen Unruhen vorzubeugen, wird es
aber nur eine
einzige praktikable Lösung geben. Hartz IV muss abgeschafft werden
und durch eine
Sozialgesetzgebung, die diesen Namen auch wirklich verdient, ersetzt werden.
Ein
Staat der Milliarden in marode Banken investiert kann sich dies leisten.
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