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Wüstenstrom ist angeblich Jobmotor und Garant
für sauberen Strom - Energiekonzerne,
Großbanken und Versicherungsriesen wittern Megagewinne
Von
Charles Duremont
Durch den weltweiten Bau solarthermischer Kraftwerke
könnten deutsche Unternehmen
von 2010 bis 2050 mit einer Wertschöpfung von bis zu zwei Billionen
Euro
profitieren. Allein im Jahre 2050 würden für den Bau der Kraftwerke
etwa 240.000
Arbeitskräfte benötigt. Das ergibt eine neue Studie, die Greenpeace
und der Club of
Rome Deutschland am Donnerstag in Berlin vorgestellt haben. Deutsche Großunternehmen
kündigten bereits an, die Umsetzung des DESERTEC Konzepts zu prüfen.
Für den 13.
Juli hat die Münchener Rück zu einem Gründungstreffen der
Initiative geladen.
Es ist unumstritten, dass erneuerbare Energien
sowohl ökologisch wie ökonomisch von
herausragender Bedeutung sind. Es hat allerdings den Anschein, als wollten
die
deutschen Energiekonzerne, Großbanken und Versicherungsriesen ein
europaweites
Super-Kartell errichten, um noch wesentlich stärker als bislang die
Strompreise
diktieren zu können. Auch die Anschubfinanzierung für das Gigaprojekt
im Wüstensand
von 400 Milliarden Euro soll mal wieder aus den Taschen der Bürger
über
steuerfinanzierte Milliardensubventionen aufgebracht werden.
Hinzu kommt noch, dass das hochgepriesenen Job-
und Energiewunder ausgerechnet in
einer instabilen Weltregion entstehen soll. Nach der Erdöl-Abhängigkeit
von der OPEC
und der Erdgas-Abhängigkeit von Russland soll nun in Algerien und
Marokko angeblich
alles besser werden. Wird dafür bereits seit Jahren intensiv über
eine militärische
Sicherung der globalen Energiewege diskutiert? Soll künftig etwa
der Strom für
Europa weiter mit Blut bezahlt werden? Während man in Europa noch
nachdenkt, wie
Atomkraftwerke gegen Luftanschläge gesichert werden könnten,
sollen durch die
unkontrollierbaren Wüstengebiete Nordafrikas nun Stromkabel verlegt
werden, deren
Unterbrechung für potenzielle Terroristen ein Kinderspiel sein dürfte.
Auch drängt sich die Frage auf, wenn es schon
eine solch gewaltige Investition
werden soll, warum diese dann nicht in Europa getätigt wird? Hier
bieten sich die
Wüstengebiete der spanischen Provinz Almeria förmlich an. Almeria
hat 320 intensive
Sonnentage im Jahr. Unter Einbeziehung der Sandstürme in der Sahara,
die jegliche
Energiegewinnung ausschließen, wäre die Stromausbeute hier
de facto gleich, die Wege
zum Endverbraucher jedoch wesentlich kürzer und billiger. Hinzu kommt
der Wegfall
der Erpressbarkeit der europäischen Verbraucher durch Regierungen
oder Potentaten,
welche an der sogenannten Wertschöpfung kräftig mitverdienen
wollen.
Zu wünschen wären kleine dezentrale Kraftwerkseinheiten,
die mit erneuerbaren
Energien den Saft für die Steckdosen Europas auf kurzen Wegen liefern.
Deutschland
könne laut der Studie von Greenpeace und des Clubs of Rome von Solarkraftwerken
in
Wüsten einen doppelten Nutzen erzielen, bereits heute als Exporteur
grüner
Technologie und in absehbarer Zeit als Importeur sauberen Wüstenstroms.
Wie sauber
dieser Wüstenstrom aus der Sahara aber letztendlich wirklich sein
wird, lässt die
Studie offen. Die Energiekonzerne, Großbanken und Versicherungsriesen
werden ihre
Hände nach dem Pilatus-Prinzip in Unschuld waschen und Europas Verbraucher
zähneknirschend die Faust in der Tasche machen, wenn die Stromrechnung
kommt. |