|
|
|
|
|
|
USA verweigern saarländischem Thekenphilosoph
die Einreise
Politische Weltanschauung,
Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, sowie ein
ausschweifendes Sexualleben sind der Anlass
Von Claude Michael Jung
Die USA haben den saarländischen Thekenphilosophen Max Flabbes zur
Persona non grata
erklärt. Flabbes hatte ein Einreisevisum zum Weltkongress der Thekenphilosophen,
der
im kommenden Monat in Las Vegas, im US Bundesstaat Nevada beginnt, beantragt.
Das
Visum wurde mit der Begründung, Flabbes gefährde die Sicherheit
der USA im höchsten
Maße, verweigert. Genauere Angaben über die Einreiseverweigerung
machte das
zuständige US Konsulat in seinem Ablehnungsbescheid nicht. Telefonisch
teilte eine
freundliche Dame dem Thekenphilosophen auf Anfrage jedoch mit, FBI und
CIA hätten
vom Bundeskriminalamt (BKA) einen tiefen Einblick in seine politische
Weltanschauung, sowie seine höchst verdächtigen Verbindungen
zu Kommunisten und
Gewerkschaftern erhalten. Auch sei das ausschweifende Sexualleben ein
Grund für die
Einreiseverweigerung gewesen. Die ethnische Herkunft von Max Flabbes dagegen
hätte
keinen Grund zur Ablehnung des Visas gegeben, so die freundliche Telefonstimme.
Immerhin könne Flabbes seine saarländische Ahnengalerie bis
zum Keltenfürsten
Alkoholix XIV. zurückführen und die Kelten stünden derzeit
in den USA noch nicht im
Verdacht Terroristen zu sein.
Für Max Flabbes steht jetzt fest, dass er seit Jahrzehnten schon
unter staatlicher
Beobachtung steht und die Obrigkeit seine intimsten Geheimnisse ausbaldowert
hat.
Unerklärlich sind jedoch für den Thekenphilosophen noch so einige
Dinge. Wer hat ihn
beobachtet, als er Mitte der vergangenen siebziger Jahre die Mauer an
der US Kaserne
im westpfälzischen Pirmasens zum Wasserlassen aufgesucht hat? Zugegeben,
Flabbes
hatte damals, unter Hochdruck stehend, in großen Wasserlettern „Ami
go home“ an die
Mauer geschrieben, aber der politische Frevel müsste eigentlich längs
verjährt sein.
Auch scheinen die beiden Reisen nach Kuba, vor rund 15 Jahren, in der
Führungsakte
des BKA' s noch immer vermerkt zu sein. Beide Reisen hatten jedoch keinen
politischen Hintergrund. Flabbes hatte lediglich vor Experten der staatlichen
Brauerei Bucanero über den präzisen Abkippwinkel von Pils und
Exportbieren
referiert. Beim BKA scheint man dies während des kalten Krieges allerdings
schon für
eine Vorstufe von Geheimnisverrat gewertet zu haben, vermutet der Thekenphilosoph.
Derweil herrscht am Tresen der Saarbrücker Kneipe „Zum letzten
Hemd“ helle
Aufregung. Hercule Bonbière, Funktionär der kommunistisch
geführten französischen
Gewerkschaft CGT, deren Ehrenmitglied der saarländische Thekenphilosoph
seit Jahren
ist, hat vor allen Gästen die düstere Ahnung geäußert,
das Erich der Wirt, ein
Spitzel der staatlichen Schnüffelorgane sein muss. Zu einem Tumult
mit Glasbruch
hatte zudem die süffisante Bemerkung Bonbières: „Nur
seinem Wirt vertraut man die
intimsten Dinge des Lebens an“, geführt.
Offen ist indes, wie lang das beim BKA geführte Sündenregister
des saarländischen
Thekenphilosophen in Wirklichkeit ist. Auskunft darüber wird nicht
erteilt, so sieht
es das neue Gesetz zum Abkommen vom 01. Oktober 2008 zwischen den Regierungen
der
Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika vor.
Max Flabbes
ist sich sicher, dass die Schlapphüte alles von seiner Affaire mit
Rita, dem
rot-blonden Gift gespeichert haben. Die Nummer an der Saarbrücker
Stadtmauer war
wirklich heiß. Sollte US Präsident Barak Obama jemals davon
erfahren, würde es den
mächtigsten Mann der prüden Welt glatt umhauen, so Flabbes.
Unterdessen wird aus Las Vegas berichtet, das Bier in den USA sei schal
geworden,
als das Einreiseverbot für den saarländischen Thekenphilosophen
dort bekannt wurde.
Wie es heißt, soll der Weltkongress der Thekenphilosophen nun kurzfristig
ins
Saarland verlegt werden. Das Bundesinnenministerium hat bereits angekündigt,
missliebigen Thekenphilosophen aus einigen verdächtigen Weltgegenden,
die Einreise
vorbeugend zu verweigern.
|
|