zurück
takt@takt.de
Für die soziale Revolution im Spätsommer ... Auf die Barrikaden Bürger und Bürgerinnen der Stadt Saarbrücken! Flutet die Autobahn

Keine Zwangsarbeit - Alles was bleibt ist die Revolte

Keinen Kompromiss mit den Menschenschindern des deutschen Kapitals und deren parlamentarischen Parteien SPD,CDU, FDP und Grüne, keine Zwangsarbeit.

Alles was bleibt ist Revolte, Revolution und Sand im Getriebe sein - Gegen den Totalitarismus deutscher Herrschaft.

Ganz nach deutschem Leitsatz: Arbeit macht frei, handelt Frau von der Leyen: "... Erfahrungsgemäß könnten vier von fünf Arbeitslosen auf diese Weise vermittelt werden oder verzichteten freiwillig auf Regelleistungen, sagte von der Leyen" (Saarbrücker Zeitung 10/11.7.2010). Hier spricht jener deutsche Geist, welcher den Nationalsozialismus erst ermöglicht hatte. Wer nicht Zwangsarbeit leistet, verzichtet freiwillig auf Regelleistungen, verhungert somit freiwillig.

Bundesministerin Dr. von der Leyen bezeichnet Zwangsarbeit als Bürgerarbeit, obwohl doch die Hartz IV-Zwangsarbeiter/innen für die satten Bürger (Kapitaleigner u.a.) Zwangsarbeit verrichten müssen.

Im Saarland sollen 1100 Zwangsarbeiter/innen eingesetzt werden. Sie sollen u.a. die Kosten einsparen helfen, welche durch die Gehälter, Spesen usw. der Landtagsabgeordneten und ihrer Staatssekretäre und ihrer Entourage entstehen. Ein gewöhnlicher Abgeordneter kassiert 6100 Euro + Spesen. Fraktionsvorsitzende und Minister kassieren noch weitaus mehr. Insgesamt kassiert dieser völlig überbezahlte Wasserkopf in etwa 500 000 Euro im Monat, 6 Millionen Euro im Jahr. Dafür sollen u.a. die Zwangsarbeiter/innen schuften.

Bundesweit sind in einer ersten Fuhre 160000 Langzeitarbeitslose vorgesehen, die ab kommendem Januar zu niederer Tätigkeit gezwungen werden. Am Anfang stehe eine mindestens sechsmonatige "Aktivierungsphase", an der rund 160.000 Hilfebedürftige teilnehmen. Bei jedem Betroffenen soll individuell getestet werden, für welche Aufgabe er in Frage komme. Erfahrungsgemäß könnten vier von fünf Arbeitslosen auf diese Weise vermittelt werden oder verzichteten freiwillig auf Regelleistungen, sagte von der Leyen. Wie sollen in der Regel unterqualifizierte Hartz IV Empfänger in Arbeit vermittelt werden? Somit geht Frau von der Leyen davon aus, dass bereits in den ersten 6 Monaten mehr als 120000 Hartz IV Empfänger auf der Strecke bleiben. Dann kommt die nächste Fuhre ...

Gudrun Müller

Agenda-Hartz IV ist die Schaffung einer rechtlosen Pariaschicht

Die Agenda 2010 haben wir als Bruchstelle mit der sog. parlamentarischen Demokratie wahrgenommen. Das, was die Schröder-Regierung unter dem Diktat des Kapitals mit der Agenda 2010 auf den Weg gebracht hat, muss als nachparlamentarische Veranstaltung gesehen werden. Die Verpflichtung von 6 Millionen Staats – und Funktionsträgern auf die Agenda 2010 und somit die Verpflichtung dieser Trägerschicht zur Schaffung einer rechtlosen Pariaschicht bedeutet die Inkraftsetzung nachdemokratischer Verhältnisse. Die Außerkraftsetzung der Funktion der Massennmedien, der öffentlich-rechtlichen Medien und deren Funktionalisierung für den totalen Einsatz für Hartz IV, hat mehr mit einer Diktatur zu tun als mit einer parlamentarischen Demokratie. Es spielt da kaum eine Rolle, ob dies als Selbstverpflichtung der Medien geschieht oder als Verfügung einer Diktatur, denn vom Ergebnis her betrachtet bleibt es sich gleich. Agenda, Hartz IV und Riester Rente sind Ausdruck verschärften Klassenkampfes von Seiten des Kapitals, ohne dass den Kapitalisten eine Arbeiterklasse kampfbereit entgegentritt. Im Gegenteil: Die Sozialdemokraten und die sozialdemokratischen Gewerkschaften haben die Arbeiterklasse schutzlos dem Kapital ausgeliefert. Noch ein paar Worte zur Schaffung dieser rechtlosen Pariaschicht durch das Kapital und die parlamentarischen Parteien.

Erstens: Hatte Gerhard Schröder vielleicht die Buraku im Blick als er die Agenda auf den Weg brachte? Die Buraku sind eine diskriminierte Minderheit in Japan. Zwei bis drei Millionen Menschen zählen zu dieser Minderheit. Ihre Vorfahren wurden zwischen 1600 und 1871 von der japanischen Verwaltung zu unliebsamen Arbeiten verpflichtet. Bis heute sind ihre Nachkommen stark diskriminiert. Frauen und Männer aus Wohngebieten, in denen bekanntermaßen Buraku leben, oder deren Buraku-Herkunft in der amtlichen Registrierung nachgewiesen wird, finden kaum Arbeit. Eine Heirat mit einem Nicht-Buraku kommt häufig nicht zustande, weil es die bürgerliche Verwandtschaft verhindert. Ethnisch sind die diskriminierten Buraku Japaner.

Zweitens: Unsere Großeltern oder Urgroßeltern könnten uns davon berichten. Es fing so an: Heinrich Brüning, der vom 31. März 1930 bis zum 1. Juni 1932 Reichskanzler des Deutschen Reichs war, führte den'Freiwilligen Arbeitsdienst’ ein, so wie die SPD das jetzt vorhat. Die Nazis machten daraus dann 1935 den Reichsarbeitsdienst ohne Freiwilligkeit. Die weiteren Arbeitsprogramme der deutschen Nationalsozialisten sind bekannt.

Dieser Beitrag ist das Schlusskapitel des Referates von Bernd Rausch für die LIMA (Linke Medien Akademie) 12.3.2010, Berlin