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Venezuelas Skandalpräsident Hugo Chávez provoziert Schnapsdrosseln aus aller Welt
Whisky-Fans rufen zum Sturz des linksgerichteten Polit-Rabauken auf

Satire von Yvonne Chantré


In Venezuela wird der Whisky knapp, nicht, weil sich das
südamerikanische Land die Einfuhren aus den USA, Schottland und Irland nicht mehr leisten kann. Nein, Staatspräsident Hugo Chávez boykottiert das belebende und hochdrehende alkoholische Getränk, berichtet das Internetportal „Latina Press“. Diese Verknappung verursachte eine Verringerung der Importe und einen Preisanstieg in Geschäften und Bars von fast 50%, heißt es weiter in dem Bericht. In der Hafenstadt Maracaibo soll es bereits zu ersten Ausschreitungen empörter Whisky-Trinker gekommen sein, berichtet ein canadischer Schiffsoffizier, der selbst Hand an die Inneneinrichtung einer Bar gelegt hat, als ihm die Kellnerin Consuela die benötigte Feierabendration seiner Lieblingsmarke gekürzt hatte. Fernández de Borracho, Handelsvertreter für modische Unterwäsche, sagte gegenüber einem ausländischen Radiosender, vermutlich sei der letzte Whisky, den Präsident Chávez bei einem diplomatischen Empfang in sich hinein gekippt hat, schlecht gewesen, und der momentane Boykott des dekadenten imperialistischen Gesöffs sei nun die Rache von Chávez für die Kopfschmerzen und das Magendrücken am nächsten Morgen.


Derweil drohen in der República Bolivariana Unruhen und Aufstände. In der Orinoco-Ebene wurde bereits eine Missionsstation irischer Nonnen von aufständischen Whiskyfreunden überfallen und insgesamt 130 Kisten einer Edelmarke aus dem Mutterland der frommen Schwestern aus dem Allerheiligsten der Missionskapelle geraubt. Wie Schwester Holly ihrem Beichtvater anvertraute, sei sie während des Überfalls von einem bärtigen Räuber mit einer wunderbaren Fuselfahne sogar auf unanständige Weise auf den Mund geküsst worden.


An den Landesgrenzen zu Brasilien, Kolumbien und Guyana sollen sich
bereits erste Armeeeinheiten Venezuelas mit Whiskyschmugglern verbündet und die internationale Solidarität der trinkenden Klasse eingefordert haben. In der Hauptstadt Caracas haben kubanische Ärzte die Bevölkerung dazu aufgerufen, keinesfalls ihre Trinkgewohnheiten rapido umzustellen. Kein geeichter Whiskytrinker sei in der Lage, seine Leber von heute auf morgen von Whisky auf Rum oder einen anderen Branntwein umzustellen. Die Ärzte warnen, daß es bei allzu rascher Umstellung der Trinkgewohnheiten zu Ausfällen des Geh-, Steh- und Denkvermögens und stundenlangem Brechreiz kommen könne.


Venezuela hat ca. 27 Millionen Einwohner. Die Vereinten Whiskynationen (UWN) schätzen, dass etwa ein Fünftel der Bevölkerung bekennende Anhänger des alkoholischen Lebenswassers sind. Seit dem Unabhängigkeitskampf Venezuelas im 19. Jahrhundert hat es noch kein Staatschef gewagt, Whisky zu diskriminieren. Am Mausoleum des Freiheitskämpfers Simon Bolivar inmitten der Hauptstadt Caracas protestieren seit Tagen Barbesitzer und ihre Dauergäste friedlich neben Schnapsimporteuren und ausländischen Touristen gegen die von Staatspräsident Hugo Chávez verordnete Kürzung der Whiskyrationen. Vereinzelt wurde zum Sturz von Chávez aufgerufen, der inzwischen sogar die Eiswürfel für das Lebenselixier mit einer drastischen Luxussteuer belegen will.


Während der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad seine Schwestern und Brüder an der Karibikküste dazu aufgerufen hat, künftig nur noch Tee zu trinken, will US- Präsident Obama Ex- Präsident Bill Clinton zu Vermittlungen nach Caracas senden. Clinton soll nach einem Bericht des Trinkermagazins „Voll im Trend“ Staatspräsident Chávez von der Bekömmlichkeit und dem hohen geistigen Wert edler Whiskymarken überzeugen. Wann das bilaterale Gelage stattfindet, ist derzeit noch offen. Whiskytrinkende Regierungskreise Venezuelas vermuten jedoch, dass die Vermittlungsreise Clintons erfolglos bleiben wird, denn wie
inzwischen bekannt wurde, hat sich bei Hugo Chávez allerhöchster Besuch angekündigt. Wie ein Chávez-Vetrauter einem Reporter unter dem Siegel der Verschwiegenheit steckte, soll der Staatschef bei einer Pulle Tequilla geäußert haben: „Der Tag geht – Johnnie Walker kommt“ und hinzugefügt haben: „...und er wird auch für immer bleiben.“

12. August 2010

Rente mit 45 Jahren möglich

Fröhliche Kinderarbeit bewahrt die Jugend vor Verwahrlosung und exzessivem Konsum von Branntwein und Cannabisprodukten

Satire von Oliver Drecksack

Narrhallamarsch: Die Deutschen sollen bis zum 70. Lebensjahr arbeiten. Das hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW), warum auch immer, gefordert. IW-Direktor Michael Hüther sagte der “Rheinischen Post” (Mittwochausgabe), angesichts der höheren Lebenserwartung und der abnehmenden Geburtenrate müsse die Rente mit 70 kommen. Andere realitätsferne Experten wollen das Renteneintrittsalter noch weiter nach oben verlegen, die Rede ist meist vom Sankt Nimmerleinstag. Begründet wird der grobe Unfug stets von einer angeblich immer weiter vergreisenden Gesellschaft, in deren Folge Deutschland von gierigen Rentnerinnen und Rentner überschwemmt werden wird. In einer neuen Gesellschaftsstudie haben Professor Dr. Laurent Pastis von der Universität Cognac und der Frankfurter Sexualtheoretiker Professor Dr. Heini Bummsbacher im Auftrag der Europäischen Sommerlochakademie in Strasbourg festgestellt, dass weder die Sozenrente mit 67 noch die Rente mit 70 oder 75 Jahren wirklich Sinn macht.

Die international hoch angesehenen Professoren stützen sich in ihrer Studie auf Meldungen aus den USA und China, wonach der geliebte Nachwuchs zwar nicht zahlreicher wird, jedoch viel früher der Industrie und Landwirtschaft als Humankapital zur Verfügung stehen könnte. Ordentlich mit Wachstumshormonen und ähnlichen Mittelchen aus der Pharmaküche und dem Dopingsport behandelte Babynahrung sorgt bei Mädchen spätestens ab dem achten Lebensjahr für gut proportionierte Brüste und bei Jungen für gewaltige Ärsche und Bizepse, welche jeden Brauereigaul vor Neid erblassen lassen.

In diesem Zusammenhang plädieren sowohl Professor Dr. Laurent Pastis als auch sein Kollege Bummsbacher für eine radikale Revision des Generationenvertrags und einen möglichst früheren Eintritt in die ehrenwerte Gesellschaft der verwertbaren Arbeitskräfte. Wie die Professoren ausführen, sei die Europäische Kommission gefordert, in allen EU-Staaten den Jugendschutz dahingehend abzuändern, so dass die Plagen bereits ab dem zehnten Lebensjahr den Vorschlaghammer zum konjunkturellen Höhenflug schwingen dürfen, ohne daß gleich ein Gewerkschaftssekretär oder gar ein Humandussel von Ausbeutung oder fragwürdiger Kinderarbeit labern könnte. Wer früh schafft oder anschafft, bedarf der Rente mit 67 oder gar 70 Jahren erst gar nicht mehr und eine Herabsetzung des Renteneintrittsalters auf 45 Jahre sei denk- und finanzierbar, so das hoch erfreuliche Fazit der Wissenschaftler.

Fröhliche Kinderarbeit bewahrt, so Bummsbacher und Pastis, die Jugend vor Verwahrlosung und exzessivem Konsum von Branntwein und Cannabisprodukten. Auch könne die rasant wachsende Jugendkriminalität sowie die Aufsässigkeit gegen die Ordnungsmacht, wie sie derzeit noch vor allem in den Vorstädten Frankreichs gepflegt werde, drastisch minimiert werden.

Am Beispiel des antiken Griechenland oder des alten Ägypten belegen Bummsbacher und Pastis, daß eine Reform des Gesellschaftssystems gepaart mit Kinderarbeit durchaus auch eine hohe kulturelle Entwicklung mit sich führen würde. So habe das antike Hellas trotz Kinderarbeit Koryphäen wie Platon, Aristoteles, Heraklit, Pythagoras und Sokrates hervorgebracht. Negativerscheinungen wie etwa die unterbelichteten Raufbolde Herkules und der langhaarige Samson würden in einer modernen Gesellschaftsordnung nicht ins Gewicht fallen, betonen Bummsbacher und Pastis. Herkules und Samson wären heutzutage gesellschaftliche Vorbilder. Beide würden heute Hochleistungssport betreiben und die Massen etwa bei der Tour de France oder als Säulen einer jeden Fussball-Nationalmannschaft begeistern.

An Europas Regierungen gerichtet fordern die Wissenschaftler, das diesjährige Sommerloch noch rasch zu nützen, um das verkrustete Gesellschaftssystem umzukrempeln und das Thema von einer Vergreisung der Gesellschaft und einem utopischen Renteneintrittsalter von 70 Jahren endgültig ad acta zu legen. „Wer frühzeitig den Konjunkturhammer schwingt, fährt auch früher in die Grube“, so die eindeutige Erkenntnis der Gesellschaftsstudie im Auftrag der Europäischen Sommerlochakademie in Strasbourg.

In Venezuela wird der Whisky knapp
Hugo Chávez boykottiert beliebtes Getränk

Der Präsident von Venezuela, Hugo Chavez, erklärte einen Boykott gegen das beliebteste alkoholische Getränk in der Region: Whisky. Diese Verknappung verursachte eine Verringerung der Importe und einen Preisanstieg in Geschäften und Bars von fast 50%. “In den letzten anderthalb Monaten erhalten wir nur noch 5 Prozent unserer Whisky-Bestellungen”, teilte Fernando Soto, Präsident von Licores Mundiales mit. Durch die Verknappung stiegen die Preise bei Diageo Plc. und Pernod-Ricard SA. um 50%. Der Mangel an Whisky ist ein Sieg für Chavez, der diesem Getränk skeptisch gegenüber steht. ”Die Reichen sind faul und sie verbringen den ganzen Tag mit Golf und Whisky trinken”, sagte Chavez bereits am 15. Mai während eines Interviews.