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Rüstige Kanzlerin sucht agilen Fiesling


Können Thilo Sarrazin oder die Stones Roland Koch ersetzten?


Satire


Hessens brutalst möglicher Koch versetzte vergangene Woche nicht nur die
CDU in Panik. Blankes Entsetzten soll auch im Familienkreis ausgebrochen
sein, als Roland Koch offiziell verkündete, er werde sich ab sofort nur
noch um seine Lieben daheim kümmern, berichtet das Politmagazin
Zappenduster. Stürzt die CDU jetzt ohne ihren letzten wirklichen
Fiesling in ein schwarzes Loch? Muss Angela Merkel etwas selbst gegen
Minderheiten, wie Ausländer, Sozialschmarotzer und Kommunisten hetzten,
oder gelingt es der CDU Führung in letzte Minute noch, zur Wahrung ihres
Profils, der Öffentlichkeit einen neuen Belzebub zu präsentieren?
Gisbert Spränzer hat dazu den Politologen und Satansforscher, Professor
Wahnfried Gollenstein, vom Pseudowissenschaftlischen Institut für
europäische Parteien (PIEP) in Frankfurt/Main ins Verhör genommen.


Spränzer: „Mit dem Abgang von Roland Koch hat die CDU ihren rechten
Klumpfuß eingebüßt und die ansonsten fidele Bundeskanzlerin tappt jetzt
anscheinend wie eine zahnlose Großmutter durch die politische
Landschaft. Sehen sie derzeit Licht am Ende der kochlosen Zeit?


Gollenstein: „Es ist ja noch viel schlimmer. Nicht nur den eigenen
Bösewicht hat die Kanzlerin verloren, sondern auch Guido Westerwelle.
Das gelbe Pendant von Roland Koch krebst derzeit unter der politischen
Marginallinie von fünf Prozent und erwartet jederzeit ein gewetztes
Messer in seinem Rücken. Es sieht schlimm aus für die beste Kanzlerin
die Deutschland je hervorgebracht hat. Als neuen Satansbraten muss die
CDU jetzt rasch Philipp Mißfelder, ihren Experten für knochenharten
Sozialkahlschlag positionieren, um nicht weiter ohne rechte Arschkarte
dazustehen“.


Spränzer: „Wird sich denn ein politisches Spanferkel wie Mißfelder
einfach so zurechtfinden in Roland Kochs Hinterlassenschaften“?


Gollenstein: „Natürlich nicht, ich empfehle Miss Germania, zumindest für
eine Übergangszeit, ein echtes Frontschwein von außerhalb zu
verpflichten. Die Sozis haben davon mehr als genug und sind sicher
bereit, gegen ein ordentliches Handgeld, eine Leihgabe über den
politischen Tresen zu reichen“.


Spränzer: „An wen denken sie da“?


Gollenstein: „ Das Naheliegende wären die derzeitigen SPD-Brachflächen
wie Franz Müntefering, oder Steinbrück und Steinmeier, die Stones,
eventuell auch Wolfgang Clement oder Thilo Sarrazin. Sie sehen mit
Bösewichtern sind sie Sozis reichlich gesegnet, besser als alle anderen
Parteien zusammen. Mit solchen Typen hätte die CDU den richtigen
Politextrakt und könnte sogar wieder das Niveau der Union aus den Zeiten
von Franz Josef Strauß erreichen“.


Spränzer: „Das sind alles reine Männerriegen. Wird es nicht Zeit auch
mal Frauen in die Schlammschlacht zu schicken, immerhin leben wir im
Zeitalter der Gleichberechtigung“?


Gollenstein: „Papperlapapp, Politwalküren, Zimtzicken und Giftspritzen
haben nicht das Kaliber gleichzeitig das Volk und die Kanzlerin zu
attackieren. Uschi von der Leyen hat zum Beispiel lediglich das Zeug zur
schwarzen Lucrezia Borgia, aber zur Blutgräfin die gleichzeitig die
Kanzlerin, CSU-Chef Seehofer und die Arbeitslosen rasiert, reicht es bei
ihr nicht. An dieser Front haben nicht mal die Sozis was zu bieten.
Andrea Ypsilanti ist in der Vergangenheit zu kurz gesprungen und
Hannerlore Kraft scheint schon beim Anlauf in den Hintern von Jürgen
Rüttgers den Mut zu verlieren. Sollte die CDU jemals eine Frau als böse
Hexe installieren wollen, müsste sie schon Claudia Roth klonen und das
dauert bekanntlich seine Zeit“.


Spränzer: „Kommen wir zurück zu Roland Koch. Der rheinland pfälzische
Häuptling Kurt Beck kann Roland Kochs Rücktritt angeblich nicht
nachvollziehen. Glauben sie dass es nicht nur private Gründe waren, die
Hessens alten Breiverderber zum Rückzug aus der Politik bewogen haben“?


Gollenstein: „ich will mich an Spekulationen nicht beteiligen, aber es
ist durchaus möglich, das Roland Koch neben ein paar politischen Leichen
auch noch das ein oder andere „jüdische Vermächtnis“ im Keller hat.
Niemand weis so genau, was in den Lichtensteiner Geldkellern noch so
alles verborgen liegt. Mir tut nur Kochs Familie leid, wenn der Roland
ab sofort zu Hause rumlungert und mit der Fliegenklatsche statt mit dem
Dreschflegel um sich schlägt“.


Spränzer: "Also bleibt der CDU nur Philipp Mißfelder oder eine
sozialdemokratische Brachfläche als Fettauge auf der christlich
demokratischen Metzelsuppe“?


Gollenstein: „Wenn sie jetzt den saarländischen Landgrafen Peter Müller
als Diábolos der CDU ins Spiel bringen wollen, liegen sie falsch. Dem
Saarpeter schwimmen die Felle längst davon. Als Politknüppel ist Müller
ebenso untauglich wie als Ministerpräsident. Peter Müller hat das Zeug
zum Prügelknaben, was die Opposition im Saar-Landtag gerade weidlich
ausnützt, wie die Vorgänge um die derzeitigen Untersuchungsausschüsse
zum Fall Ostermann oder um das Millionengrab „Gondwana Park“ zeigen“.


Spränzer: „Müssen wir also um die Zukunft der CDU bangen, eventuell
sogar beten“?


Gollenstein: „Bangen müssen wir schon um die CDU, aber beten müssen wir
erst wenn Roland Koch gemeinsam mit Friedrich Merz und dem geschassten
Augsburger Bischof Walter Mixa eine neue christliche Partei gründet und
das rechte Lager aufmischt. Die ex Fürther Landrätin Gabriele Pauli ist
auch gerade wieder frei. Das wäre die richtige Melange, um der CDU das
restliche Wasser abzugraben und Deutschland fit für ein Leben im
Jenseits zu machen“.


Spränzer: „Im Jenseits“?


Gollenstein: „Ja, jenseits des Sozialstaats und jenseits aller anderen
Gebote der Staatsphilosophie, wie sie die Väter und Mütter des
Grundgesetzes vorgesehen haben“.


Spränzer: „Vielen Dank Herr Profesor Gollenstein für ihre
aufschlussreichen Worte“.
Gollenstein: „ Ja, ja, hoffen wir das beste für die CDU und möge sie
ganz schnell wieder einen richtigen Fiesling finden. Warum bewerben sie
sich denn nicht um den Job?