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Alles über einen barmherzigen Hund
- Von Saar-Rothäuten, dummen Sozis, Wildsäuen,
einer Gurkentruppe und einem Wirtschaftsminister, der Herrchen den Bart kraulen
will
Saartierisches von Gisbert Spränzer
Pünktlich zum WM- Start kommt auch die Politik
auf Hochtouren. Die christlich-liberalen Kleinkoalitionäre in Berlin
beschimpfen sich als Wildsäue, Gurkentruppen und Rumpelstilzchen. Das
klingt eher müde und einfallslos. Wenn Herrchen über die Sozis herzieht,
dann sind da richtig tolle Kraftausdrücke zu hören, da krieg' ich,
sein treuer Hund und Lebensgefährte, sogar rote Ohren. Zum Wochenende
hat Herrchen sogar die linken Halunken im Saarland mit 'ner ordentlichen Sintflut
an Nettigkeiten übergossen. Die Saar-Rothäute als Gralshüter
der sozialen Gerechtigkeiten waren nämlich nicht mal in der Lage, einen
Bus zur Demonstration in Stuttgart gegen den Sozialraub der christlich-liberalen
Wildsäue, Gurkentruppen und Rumpelstilzchen zu organisieren. Mein Kumpel
Ivanhoe hat gemeint, die Linken im Saarland würden gegen alles und jeden,
aber nur mit der großen Klappe, protestieren, sich jedoch auf der Straße
an die Seite derjenigen zu stellen, für die sie verbal den Samariter
spielen, dazu sind sie zu faul. Herrchen hat noch eins draufgesetzt und gesagt:
„ Die Saar-Rothäute kläffen bloß rum, nen richtigen
Biss haben sie aber nicht“ und düst jetzt mit dem Bus der Gewerkschaft
ver.di nach Stuttgart gedüst, um seinem Ärger Luft zu machen.
Herrchen und ich begrüßen ausdrücklich die Entscheidung des
Bundesarbeitsgerichts im Fall Emmely: "Zu Recht hält das Bundesarbeitsgericht
die Kündigung im vorliegenden Fall für unverhältnismäßig",
sagte Herrchen. Ich mein' ja, dass die blöden Auseinandersetzungen um
Kündigungen wegen mitgenommener Maultaschen, verspeister Teewurstportionen
oder wie im Fall Emmely möglicherweise durch eine Verkäuferin eingelöste
Pfandbons im Wert von 1,30 Euro, übertrieben sind. Ne Teewurst hab ich
ja noch nie irgendwo mitgehen
lassen und über die Blutwurst und den gekochten Schinken auf dem Gourmetmarkt
im vergangenen Sommer wollen wir erst gar nicht reden. Das
war Mundraub. Kaplan Bechermann hat erst neulich in der Kneipe gesagt: „Wenn
du in deines Nächsten Weinberg gehest, so magst du Trauben essen
nach deinem Willen, bis du satt bist, aber Du sollst nichts in Dein Gefäß
tun“. Ich hab ja auch nichts in mein Gefäß getan, sondern
alles sofort gefuttert. Den gekochten Schinken hab ich sogar mit Randy und
Ivanhoe geteilt. Das war barmherzig von mir, ich hab mich eines Robin
Hood würdig gezeigt. Wenn Kaplan Bechermann das rausgekriegt hätte,
würd' ich jetzt mit dem Heiligenschein am Halsband rumrennen.
Die Sozen haben ihren Oberkläffer wieder losgelassen.
Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin hat sich mal wieder als Scharfmacher
betätigt. Deutschland werde immer dümmer, sagte er bei einer Diskussion
in Darmstadt. Schuld daran sind, die Einwanderer, so Sarrazin!
Rechtzeitig zum WM Start in Südafrika gab der Sozenhauklotz, laut Medienberichten,
von sich: „Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer“,und
meinte Zuwanderer „aus der Türkei, dem
Nahen und Mittleren Osten und Afrika“ wiesen weniger Bildung auf als
Migranten aus anderen Ländern. Einwanderer bekämen auch mehr Kinder
als
Deutsche. Es gebe „eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen
mit unterschiedlicher Intelligenz“, gab Sarrazin vor den Arbeitskreisen
Schule-Wirtschaft der Unternehmerverbände Südhessen
von sich.
Herrchen hat auch direkt gekontert und gesagt, das Thilo Sarrazin mit seinen
rechtspopulistischen Äußerungen mal wieder gezeigt hat, das er
nichts aus seinen Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Außerdem sei
die Dummheit in der SPD schon ganz schlimm ausgeartet. Herrchen nannte
die Agenda 2010 und die Tatsache das die Sozen bestimmt auch diesmal wieder
keine Konsequenzen aus den wiederholten Vorfällen ziehen und den Typ
endlich aus der Partei rauswerfen, als Beweis für die
fortgeschrittene Verdummung der Sozis. Ich mein' ja, wer Menschen mit ausländischen
Wurzeln genetisch bedingte Dummheit vorwirft, ist ein Rassist und weder für
die SPD, noch als Bundesbank-Vorstand tragbar. Zum Glück sind wir Nachfahren
des großen Canis Lupus da anders. Ivanhoe hat dazu bloß kurz geknurrt
und gemeint, in uns prominenten Dorfhunden vereinigt sich die Intelligenz
der ganzen Welt. Sogar Rabauka, die fiese Katze von nebenan hat Ivanhoe zugestimmt.
Ihre Vorfahren sind vor
Jahrtausenden aus Ägypten zugewandert und meine Urahnen kommen aus Sibirien,
den Steppen Afrikas, aus Skandinavien und den spanischen Cordilleras. Meine
Mama stammt aus dem Süden von Paris, Papa ist mit
einem Diplomat aus Argentinien eingewandert und ich bin ein echter Saarländer,
der einen Rassisten wie den Sarrazin samt den Sozis verachtet.
Ne schöne Sommertour über die Bauernhöfe des Saarlandes plant
FDP- Wirtschaftsminister Hartmann. Angeblich will er die Vermarktung regionaler
Produkte verbessern und dabei Kühe, Schweine und Schafe streicheln. Wenn
dabei nicht mal die Milch im Euter der glücklichen Saar-Kühe dick
und sauer wird. Die Tour richte sich aber auch an die
Verbraucher im Saarland, ließ Hartmann fallen. Also ich lach' mich kringelig,
wenn der Saar-Wirtschaftsminister Herrchen den Bart krault. Ich lass' mich
nicht von dem Typ streicheln und Elsbeth, die Prachtsau von Bauer Marx, bestimmt
auch nicht. Elsbeth ist nämlich kitzelig an
ihren Koteletts.
Auf mich warten jetzt vier ruhige Wochen. Herrchen zieht zur WM in seine Kneipe
und wird bloß zum schlafen und um sein durchgeschwitztes Trikot zu wechseln
nach hause kommen. Hoffentlich vergisst er nicht, mich im
Fussballfieber zu füttern. Seine alte Deutschlandfahne von der letzten
Europameisterschaft, die mit den Fettflecken in der Mitte, hat er schon mal
aus dem Fenster gehängt. Die Nationalhymne hat er auch schon in der Badewanne
geübt. Puh, ich hab dabei fürchterlich gejault. Ich, sein
treuer Hund werd' aber auf Herrrchen warten und ihn trösten, falls seine
guten Hoffnungen auf den WM-Titel am Kap der Guten Hoffnung in die Hosen gehen.
„Wuff“.
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Strafstoss
gegen Englands Ego – Fussball wurde auf Sankt Pauli erfunden
Queen Elizabeth will das
Handtuch werfen
Satire von Gisbert Spränzer
England in Schockstarre. Fussballarchäologen der Universität Kalaumes
haben bei Baggerarbeiten an einem Abwasserkanal nahe des Hamburger Millerntors
dem angeblichen Mutterland des Fussballs einen entscheidenden Strafstoss verpasst.
Die kleine Pirateninsel am Rande des Atlantiks bebte, als die Horrormeldung
über den Kanal drang. Englands Boulevardblätter sprachen von der Rache
Deutschlands für das sogenannte
Wembley-Tor von 1966, das dem Königreich den unverdienten Weltmeistertitel
eingebracht hatte. Der 45jährige Baggerführer Kuddel
hatte die sechs Holzkugeln als erster im Erdreich entdeckt und sofort seinen
Vorarbeiter Knut informiert. Beide stiegen in das Baggerloch und förderten
nach und nach mehrere getragene Trikots und eine Pfeife, wie sie auch der Rattenfänger
von Hameln benutzt haben soll, zu Tage. Herbeigeeilte Wissenschaftler der Universität
Kalaumes inspizierten den Fund des Jahrtausends und stellten fest: „Jawohl,
wir stehen an der ultimativen Wiege des Fussballs!"
Mit dem Fund im Hamburger Stadtteil Sankt Pauli ist das ehemals stolze britische
Empire an seiner empfindlichsten Stelle getroffen worden. Nach
dem schnöden Verlust seiner Kolonien stehen die Insulaner nun vor dem
Scherbenhaufen ihrer Geschichte. Spontan nahm sich ein älterer Lord das
Leben, als er feststellen musste, dass England dem Erdball bisher nichts weiter
geboten hat als die Hooliganbewegung, eine reichlich vermurkste
Monarchie und den Linksverkehr. Kulturell betrachtet ist England eine Mondlandschaft
und keineswegs der Mittelkreis der Weltkultur Fussball.
Zwei Steintafeln, die das Hamburger Baggerloch ebenfalls freigab, bestätigen
das Drama des mittlerweile bedeutungslosen Eilandes. Mit
spitzem Meißel sind die ersten Fussballregeln der Weltgeschichte hier
eingemeisselt, die friesische Auswanderer im frühen Mittelalter als
Andenken an ihre norddeutsche Heimat auf die Insel des ständigen Schlechtwetters
mitgenommen haben. So steht hier beispielsweise die längst überkommene
Regel, daß der Dorftrottel die Funktion des Torhüters zu übernehmen
hat. Auch das einfallslose kick and rush (englisch, etwa
balltreten und drauf- los- rennen) wurde bereits von den Urahnen Claas Störtebekers
an der norddeutschen Küste gespielt und von den Engländern lediglich
kopiert sowie bis heute konserviert. „Während in Deutschland der
Fussball kultiviert und von Experten wie Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer,
Rudi Völler und anderen Giganten des runden Leders
vervollkommnet wurde, spielen die Inselmännchen bis heute immer noch
das System der frühen Talente aus der Gegend um Sankt Pauli“, so
der
Fussballhistoriker Dr. Helmut Miniskus in einem ersten Statement nach Bekanntwerden
der Sensation.
Inzwischen scheint Queen Elizabeth II. (deutsch: Kween Lisje die Zwett) eingesehen
zu haben, dass sie lediglich noch die Vorsteherin eines
Landes chronischer Verlierer ist und der WM- Titel von 1966 auf nichts weiter
zurückzuführen ist als auf die bewusste Fehlentscheidung eines
sowjetischen Linienrichters, der im Dienst des KGB stand und Deutschland schädigen
wollte. Queen Elizabeth II. soll angeblich schon ihre Krone aus einem Fenster
des Buckingham-Palastes geworfen haben, berichten gewöhnlich gut unterrichtete
Kreise aus dem Dunstfeld ihrer Majestät. Die englische Presse fordert
gar reumütig, den zu unrecht eingeheimsten FIFA- Weltcup von 1966 an
Deutschland zurückzugeben. Prinz Charles soll
schon in den nächsten Tagen nach Frankfurt reisen und sich vor DFB- Präsident
Theo Zwanziger in den Staub werfen und um Verzeihung für das
1966 an Deutschlands Helden begangene Unrecht zu flehen.
Ob mit dem Canossagang von Prinz Charles ins Hauptquartier des besten Fussballs
der Welt auch der Fluch von Wembley, wonach niemals wieder ein englisches
Team ein Elfmeterschiessen gegen Deutschland gewinnen wird, ausgehoben wird,
ist allerdings mehr als fraglich. Der Uwe Seeler
zugeschriebene Fluch von Wembley soll mindestens 100 Jahre gültig sein
und wird noch bei allen Turnieren bis zum Jahr 2066 zur Anwendung kommen,
so ein zu Tode betrübter ehemaliger Torwart der Engländer. Sollten
Englands Kicker auch beim Turnier in Südafrika wieder schlotternd und
mit vollen Hosen am Elfmeterpunkt vor Deutschlands Torwart antreten müssen,
ist das Ergebnis bereits klar. Der Hamburger Baggerführer Kuddel und
sein Vorarbeiter Knut laden die Dauerpechvögel
von der Insel bereits jetzt zu einer Besichtigung ihres, für Englands
traurige Fussballgeschichte maßgeblichen Baggerlochs ein. Ein Gespräch
mit Uwe Seeler soll dann endgültig Klarheit über den Fluch von Wemley
bringen.
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Komet kündet vom
WM-Sieg Deutschlands
Schweifstern bereits ab Mitte Juni sichtbar
Glosse von Oliver Drecksack
Der Komet Jogi-C/2006 P1, der im August 2006 vom Australier
Robert McNaught entdeckt wurde, nähert sich jetzt der Erde und kann Mitte
Juni von der nördlichen Erdhalbkugel aus mit bloßem Auge ausgemacht
werden, berichtet das Mosel-Saar-Ruwer Weltraumobservatorium in Perl an der
Mosel. Der leuchtende Schweifstern kann schon im nordöstlichen Teil des
Firmaments, im Gestirn des großen Keilers , kurz vor der Morgendämmerung
mit Hilfe eines Fernglases beobachtet werden. Zum 15. Juni wird Jogi-C-2006
P1 die geringste Distanz zur Erde erreichen und als ein Stern zweiter Größe
sichtbar sein.
Die Wissenschaftler des Mosel-Saar-Ruwer Weltraumobservatoriums gehen anhand
einer alttestamentarischen Fussballprophezeiung sicher davon aus, dass der
Himmelskörper den Fans die Ankunft des neuen Fussballweltmeisters Deutschland
verkündet. Derzeit nimmt der Komet Kurs auf Berlin und wird rechtzeitig
zum Finale über dem Reichstag und dem Kanzleramt sein, um mit seinem,
mehr als eine Million Kilometer langen Schweif Deutschland zuzuwinken. Gehässigen
Interpretationen, etwa aus Spanien, Brasilien, Italien, oder gar den Niederlanden,
über den Kurs des Himmelsbotschafters ist keinerlei Glauben zu schenken,
so die Mosel-Saar-Ruwer Weltraumexperten.
siehe:
http://www.youtube.com/watch?v=PZEeM1_4H_Y
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