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Deutschland wird Weltmeister, sagen die Sterne


Skandalfinale gegen Argentinien


Astrologisches von Gisbert Spränzer


Astrologen des Sepp Maier Instituts an der Münchner Weißbieruniversität
prophezeien Deutschland den vierten Stern auf den durchgeschwitzten
Trikots. Die derzeitigen Positionen der maßgeblichen Himmelskörpern
lassen keinerlei andere Schlüsse zu, so das Fazit der Astrologen, nach
der eilends anberaumten „Langen Nacht der Fussballsterne“, die nach der
Pleite Deutschlands gegen das Ball-Ballet der Serben unumgänglich wurde.
Gerüchte wonach die Astrologen direkt aus dem inneren Führungszirkel der
Bundesrepublik heraus zu einem politisch motivierten, positiven Horoskop
aufgefordert worden sein sollen, wurden inzwischen von der
Institutsleitung mit Empörung dementiert. Es existierten in Deutschland
keinerlei Persönlichkeitsmerkmale von Menschen die den Schluss zuließen,
dass es in Deutschland überhaupt einen inneren Führungszirkel gebe.
Ferner habe man den sogenannten Führungszirkel der Bundesrepublik
vergebens entlang, der Rheins, der Elbe und der Milchstraße gesucht, so
einer der Astrogen der gelegentlich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel
die Karten legt, aber aus verständlichen Gründen lieber nicht genannt
werden will.


Die Tierkreiszeichen der Spieler und des Bundestrainers deuten allesamt
auf ein Deutschland-Wunder am Cap der Guten Hoffnung hin. Die
Konstellation der Planeten Mars, Saturn, Jupiter und Pluto zur Sonne
Deutschlands seien während der KO-Runde rundweg phantastisch. Die
Einzelhoroskope der im Tierkreiszeichen des Spanferkels geborenen
Kicker, wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Lukas Podolsky und
anderer sind glasklar auf eine Finalteilnahme der Ausnahmeelf Joachim
Löws ausgerichtet. Für den Bundestrainer selbst, im Zeichen der
Gestirngruppe Jogi-11-D ans Tageslicht der Welt geschlüpft, stehen die
Aspekte der Himmelskörper bis zum Finale ebenfalls gigantisch, heißt es
im offiziellen Fussballhoroskop des Sepp Maier Instituts an der Münchner
Weißbieruniversität.


Untermauert wurde die Prophezeiung des Sepp Maier Instituts inzwischen
durch Wissenschaftler des Petar Radenkovic-Radioteleskops auf dem Hohen
Stoiber bei Berchdesgaden. Dort haben CB Funker geheimnisvolle
Funksprüche entschlüsselt die beweisen, das selbst Papst Benedikt XVI
und andere Mitglieder des mittleren und hohen Klerus im schnellsten
Salventakt Kurzwellen-Stoßgebete ins Weltall geschickt haben, um höhere
Hilfe für den WM-Titel Deutschlands zu erflehen. Als weniger Hilfreich
wird dabei allerdings der Funkspruch eines gewissen Walter Mixa aus
Augsburg an Franz Josef Strauß eingestuft. Mixa an F J S: „SOS Rauswurf
steht kurz bevor.“ -F J S an Mixa: „Hoit Dei Fotzn, (Halt´s Maul) Depp
du damischer“. Insgesamt belegen derzeit aus den Tiefen des Alls auf die
Erde zurückflutende Ätherwellen jedoch, dass mit einem Finalsieg
Deutschlands zu rechnen ist.


Zusammengefasste Computerberechnungen der Fussballastrologen des Sepp
Maier Instituts an der Münchner Weißbieruniversität kommen zu dem
Ergebnis, das am Samstag, den 11. Juli 2010, um 20.30 Uhr Orts- und
damit auch Mitteleuropäischer Sommerzeit, im Soccer City Stadion in
Johannesburg, Deutschland auf Argentinien treffen wird. Laut den Sternen
spielen die Argentinier die DFB-Elf bis zur 79 Minute schwindlig. Die
Südamerikaner führen 6:0 und eine von Bundestrainer Löw beantragte
Sondergenehmigung einen zweiten Torhüter einzuwechseln wird von der FIFA
brüsk, unter Hinweis auf das Regelwerk, zurückgewiesen. Dann aber wendet
sich das Blatt. Den Sieg vor Augen und unter dem Einfluss einer
gewaltigen kosmischen Strahlung wechselt Argentiniens Coach Diego
Armando Maradona seinen Lieblingsspieler Lionel Messi aus und sich
selbst ein. Vergeblich versuchen der französische Schiedsrichter Maurice
Beaujolais und sein Gespann die „Rasende Kugel vom La Plata“ vom Platz
zu verweisen. Das Spiel wird unterbrochen. Der Aufruf über den
Stadionlautsprecher an Maradona, den Rasen zu verlassen, geht im
ohrenbetäubenden Lärm der Vuvuzelas unter. Diego Armando Maradona kommt
in Ballbesitz, dribbelt kurz und jubelt dem fassungslosen deutschen
Torwart Manuel Neuer das Leder ins Netz. Schiedsrichter Maurice
Beaujolais verweigert den Treffer. Maradona tobt und belegt den
Franzosen mit dem gesamten, nicht jugendfreien, Inhalt des
südamerikanischen Schimpfwörterlexikons. Schiedsrichter Maurice
Beaujolais erlöst ein wohltuender Ohnmachtsanfall. Die Hand Gottes tobt
weiter, zeigt der völlig konsternierten deutschen Elf zuerst die gelbe,
dann die rote Karte. Der vierte Offizielle bricht das Finale schließlich
mit Hilfe der Stadionfeuerwehr ab. 30 Minuten später schreibt
Deutschland erneut Fussballgeschichte. Jogis Elf wird am grünen Tisch
der Sieg zugesprochen und ist Weltmeister 2010. Nur böse Zungen werden
später behaupten, dass bei der Spielwertung am grünen Tisch auch
schwarze Koffer mit finanziellen Fixsternen eine Rolle gespielt haben
sollen.