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Komplott im Saarbrücker Rathaus – Verschwörerbande will Hundesteuer erhöhen
15. März 2010

Warum die Obersozi auf dem Rathausthron sich über mich freuen wird, alles über das Rotkäppchen und Chruschtschows Rache, neues über arme Frauen und wie man in London Cats auf Bäume jagt.
Von uns prominenten Dorfhunden zu lernen, bedeutet siegen zu lernen

Saartierisches von Gisbert Spränzer

Wo das Sozenpack regiert, wird das Leben für Hunde unerträglich, hat Herrchen gesagt. Im Saarbrücker Stadtrat herrscht derzeit gleich eine ganze Verschwörerbande von Sozen, Linken und von Bündnis90/Die Korrupten und will uns armen Hunden auch noch den letzten Happen aus dem Fressnapf rauben. Das sogenannte „Bündnis für Saarbrücken“ zur Rettung des Prestigeprojekts „Stadtmitte am Fluss“ will die Hundesteuer erhöhen, und viele unserer Brüder und Schwestern werden dafür im Tierheim büßen müssen, hat mein Kumpel Ivanhoe hinzugefügt. Ich glaub’, die Linken sind Hundehasser, jedenfalls sind sie nicht besser als die Sozis und die Korrumpel von den Grünen. Einfach widerlich, diese Linken, besonders ihr Anführer, dieser Linxler. Ich frag’ mich, ob der Linxler für seinen Dackel überhaupt Hundesteuer bezahlt, das sollte die Stadt mal überprüfen.

Ivanhoe, Randy und ich, wir prominenten Dorfhunde, werden unseren Kumpels in der Stadt jedenfalls mit Rat und Tat beistehen, wenn die Hunde der Landeshauptstadt vor dem Saarbrücker Rathaus zu Hunderten demonstrieren und den Rathausvorplatz demnächst komplett mit Tretminen zupflastern werden. Auch Herrchen will uns beistehen und meine Haufen per Post an die Sozen-Oberbürgermeisterin schicken. Puh, da kommt was zusammen. Die Obersozi auf dem Rathausthron wird sich freuen, wenn sie meine Gaben auspackt. Wenn die Hundehasser im Rathaus die diskriminierende Hundesteuer abschaffen würden, hätten sie mehr gespart, weil die Verwaltungskosten höher sind als die Einnahmen, hat Herrchen ausgerechnet. Gyros, der Chef der Hundegewerkschaft „Bell-Schnapp-Fass“, hat gestern am Saarbrücker Hundetreff sogar mit einem Generalstreik nach griechischem Muster gedroht. Also so ein Generalstreik aller Hunde wäre knorke, nicht nur wegen der Randale. Ich seh’ schon die tollen Bilder im Fernsehen, wenn die Hundehasser aus dem Rathaus, von Polizeihunden eskortiert, quasi von Amts wegen in der Saar ersäuft werden.

Herrchen ist wirklich unbelehrbar. Die Linken haben in Völklingen ein neues Bürgerbüro eröffnet, und Herrchen musste natürlich dabei sein. Ich weiß ja warum. Ivonne Plötz, das neue Rotkäppchen aus Oskars Truppe, hatte mit zum Sektempfang geladen, und Herrchen wollte seine Augen auf die Weide führen. Stattdessen ist ihm schlecht geworden. Vom Rotkäppchen gab es nämlich nur lauwarmes Schlabberwasser. Der Schampus für Arme hat in Herrchen Magen schlimm gehaust. Schlimmer jedenfalls als Chruschtschows Rache, wie er seinen Rachenputzer aus Russland nennt und bei dem er immer die Augen verdreht, wenn ’s ans Runterschlucken geht. Das Rotkäppchen war ja in Wirklichkeit ein schlimmes Luder. In der großen Hundesaga steht, dass das Rotkäppchen sich mitten im dunklen Wald pudelnackt ausgezogen hat, um den großen Wolf zu verführen. Nur noch sein rotes Käppchen und seine roten Söckchen hatte es an. Das hat meinen Urahn natürlich mächtig hungrig gemacht. Dumm war eben bloß, dass mein Urahn Isegrim das Luder samt Söckchen und Käppchen runtergewürgt hat. Gleich zweimal soll ihm die Mahlzeit noch durch den Kopf gegangen sein, hat Ivanhoe neulich gesagt.

Die Schlagzeilen der letzten Woche waren ja nicht gerade begeisternd. Merkels Esel hat seine bucklige Verwandschaft samt den Maultieren aus seinem Stall über die Anden getrieben, hat Herrchen in der Zeitung gelesen. Tief betroffen und bestürzt hat Papst Benedikt XVI. den Missbrauchsskandal an katholischen Einrichtungen in Deutschland zur Kenntnis genommen. Wie Herrchen gesagt hat, soll der Vatikan bereits eine altägyptische Eierschleifmaschine angeschafft haben, um in Zukunft aus seinen Fummlern Eunuchen zu machen. Ich glaub’, das ist auch gut für das Zölibat. Ganz dick ist es für Madeleine Schickedanz gekommen. Die Quelle-Erbin ist aus der neuen Forbes-Liste der Milliardäre geflogen und Maria-Elisabeth Schaeffler, die Continental verputzen wollte, gleich hinterher. Randy will den beiden Neuarmen seine Karnikel-Köpfe, die er für schlechte Zeiten verbuddelt hat schenken und ich leg natürlich auch noch was dazu.

Mit Hochgeschwindigkeit nach London will der saarländische CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Hans. In der von Ministerpräsident Peter Müller vorgeschlagenen Bahn-Hochgeschwindigkeitsverbindung Frankfurt-London über Saarbrücken, den Nabel der Welt, sieht Müllers Tröte eine Lust und Attraktivitätssteigerung für die Saarländer. “Mit einer Hochgeschwindigkeitsverbindung nach London würde die Bahn sich einen ganz neuen, bislang leider vernachlässigten Kundenkreis erschließen” so der CDU-Tobias, der dabei bestimmt an die vielen Angler aus dem Saarland gedacht hat, die alles drum geben werden auch mal in der trüben Themse zu fischen. Zwar denkt man bei der Bahn längst drüber nach den ICE zwischen Frankfurt und Paris aus Zeitgründen erst gar nicht mehr im Saarland halten zu lasen und eine anständige Verbindung für den ÖPNV nach Luxembourg ist purer Luxus, aber macht ja nix, ich fahr jedenfalls mit Herrchen und meinen Kumpels mit dem ICE nach London. Ivanhoe hat gesagt, es soll dort tolle Miezen geben und es wäre eine echt attraktive Alternative vielleicht mal der Queen und ihren Hunden zu zeigen wie Dogs from the Saar, Aristocats of the Themse auf Bäume jagen.

So ich muss jetzt aber fix auf den Bauernhof von Karl Marx. Ivanhoe hat mich und Randy zum Manöver eingeladen. Bauer Marx ist zwar nicht zu Hause, aber seine Hühner und Enten. Auf dem Manöverprogramm steht die Erstürmung des Geflügelstalls. Puuhhh das fetzt ganz toll. Ein paar Stadthunde aus Saarbrücken wollen auch vorbeischauen. Die können dann gleich lernen wie man das Gelichter der Hundehasser aus dem Saarbrücker Rathaus jagt. Von uns prominenten Dorfhunden zu lernen, bedeutet siegen zu lernen. Wuff!