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Auf die Barrikaden Bürger und Bürgerinnen der Stadt Saarbrücken! Flutet die Autobahn! Von Bernd Rausch
Wir, die Redaktion der Stadtzeitung Saarbrücken (Bürger der Stadt), rufen alle Bürger von Saarbrücken auf sich entschlossen gegen diese vordemokratischen Machenschaften zur Wehr zu setzen. Sie wollen aus dem einzigen zivilisatorischen Bereich in dieser elenden Region, der Stadt Saarbrücken, ein Potemkinsches* Dorf machen. Wir bedauern zutiefst, dass wir des Morgens, wenn die Herrn Fraktionsführer und der Ministerpräsident in die Stadt einfallen um sich im Landtag breit zu machen und anschließend Staatsknete in völlig unverdienter Weise abzukassieren, als Bürger der Stadt nicht die Ziehbrücken hochfahren können, so dass die Herren mit ihren Staatskarossen in Mist- und Puddellöchern landen. Doch es besteht Hoffnung. Sollte das Projekt Stadt am Fluß, das diese Dilettanten mit hunderten Millionen verwirklichen wollen, jemals Wirklichkeit werden, dann werden die Bürger der Stadt die Autobahnröhren** fluten, in denen diese Typen zum Landtag fahren. An nur einem Beispiel, dessen sich viele finden, zeigen wir den Angriff der "Dorfdeppen" und kleinstädtischen Despoten auf die Saarbrücker Stadtbevölkerung auf. Das Schwimmbad ist ein Ort der Körperentfaltung, des Sich-fit-machens und Wohlfühlens. Nicht auszudenken, wenn es diese städtische zivilisatorische Einrichtung nicht mehr geben würde. In den letzten 20 Jahren wurde bereits das einzige Hallenbad dicht gemacht und eines von zwei Freibädern zugeschüttet. Dieses Freibad war für viele tausend Menschen, vor allem aus den sozialen Brennpunkten der Stadt, der einzige Ort zur Erholung. Es wurde durch ein sogenanntes Spaßbad ersetzt, indem sich aufgrund der hohen Eintrittspreis nur grüne, gelbe, schwarze, rosarote Ichlinge aus den Mittelschichten tummeln. In diesen Tagen lehnte die saarländische Landesregierung (CDUFDPGRÜNE)) die Sparmaßnahmen der Stadt Saarbrücken als unzureichend ab. Jetzt soll nach dem Willen von CDU-Finanzminister Jacoby die Stadt bis 2013 noch einmal 30,37 Millionen Euro zusätzlich sparen und somit die verbliebenen Schwimmbäder in eingemeindeten Stadtteilen ebenfalls zur Wiese werden. Und der Saarbrücker SPD-Finanzdezernent Latz will jetzt mitmachen: „Die Bäderschließungen hat der Rat ja nicht mitgemacht, jetzt wird er seine Positionen überdenken müssen.“ (Saarbrücker Zeitung, 14.05.2010). Wir, die Redaktion der Stadtzeitung Saarbrücken, rufen zum Angriff
auf diese tumbe Landesregierung auf. Auf die Barrikaden Bürger
und Bürgerinnen der Stadt Saarbrücken! Brechen wir die Herrschaft
der Landidiotie! Schwimmbäder für die Sadtbevölkerung! |
*Potemkinsches Dorf - Als Potemkinsches Dorf wird etwas bezeichnet, das herausgeputzt ist, um den tatsächlichen, verheerenden inneren Zustand zu verbergen. Dem Dorf, in unserem Fall, der Stadt Saarbrücken wurde jegliche innere Substanz genommen. **Saarbrücker Stadtmitte am Fluss (Kosten: 500 Millionen Euro - Der zentrale Ansatzpunkt des Projektes „Stadtmitte am Fluss“ für die Entstehung neuer urbaner Qualitäten ist, die rund 1,5 km lange, innerstädtische Teilstrecke der BAB 620 in einen hochwassersicheren Tunnel zu verschieben, da diese durch ihre Trennwirkung im Stadtzentrum und die von ihr ausgehende erhebliche Lärmbelästigung ein Hindernis der Stadtentwicklung ist. Die Führung im Tunnel ermöglicht es, die bisherige Autobahntrasse für die Entwicklung hochwertiger innerstädtischer Frei- und Entwicklungsflächen zu nutzen. Der Tunnel besteht aus Parallelröhren à zwei Fahrspuren im Bereich zwischen Bismarckbrücke und Luisenbrücke. Teilweise wird der Tunnel unter der heutigen Hochwasserumfahrung (Franz-Josef-Röder-Straße, Saaruferstraße), teilweise unter der bestehenden Autobahn geführt. Für das Teilprojekt liegt eine aktuelle Machbarkeitsstudie, inklusive verkehrstechnischer Untersuchung, Lüftungsgutachten, Emissionsgutachten, Risikoanalyse und Kostenschätzung vor. Neben der städtebaulichen Gestaltung der Alt-Saarbrücker Seite mit dem dazu notwendigen Bau eines Tunnels ist die Revitalisierung der Berliner Promenade ein weiteres Teilprojekt der Stadtmitte am Fluss. Hier im Zentrum der Stadt entsteht eine belebte Flaniermeile am Fluss mit urbanem Charakter. Die Planungen zur Berliner Promenade, denen ein städtebaulicher Wettbewerb vorausgegangen ist, sind schon weit fortgeschritten. Mit den ersten Baumaßnahmen wurde bereits begonnen. ***Note: Marx (1818-1883) and Engels (1820-1895) published the Communist Manifesto in the year of revolutions, 1848. It was intended as a platform for the small organisation the Communist League. It is actually much more than a brief sketch, all of the important elements in Marxism, that would be covered in greater detail in for instance "Das Kapital", is mentioned here, and it is written with great compelling and propagandistic skill. /KET |
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