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28.8.2010
Endlich – Die erste Kannibalen-Kneipe kommt in Berlin
Säuferleber und Eisbein a la Carte
Appetit-Satire von Oliver Drecksack
So fortschrittlich ist man nicht mal in Paris oder New York. In Berlin
soll es demnächst Menschenfleisch a la Carte geben. Kannibalen aus aller
Welt können schon mal Tische reservieren, heißt es in eingeweihten
Gourmetkreisen. Der Chefkoch sucht derzeit noch nach Spendern für
Eisbein mit Fußpilz und Säuferleber in Cognacsauce. Besonders beliebt
dürfte zarter Teenagerbraten und gut abgesessener Hinterschinken aus
der Politszene werden, sagt Jean, der künftige Oberkellner, und weist
Spendenwillige aus der SPD darauf hin, dass zähes und fettes Fleisch
aus
der höheren Parteiebene keine Chance auf einen angemessenen Platz im
oberen Drittel der Speisekarte haben wird. Auch Erben, die nahe
Verwandte kostenlos entsorgen wollen und darauf hoffen, daß Onkel Karl
als Sülze oder Boulette noch ein paar Kröten einbringt, müssen
enttäuscht werden, so ein Küchenjunge, der sich bereits um seinen
eigenen Hintern ängstigt. (siehe: http://www.s-o-z.de/?p=28733)
Wie unter Hauptstadt-Kannibalen geflüstert wird, soll auch die gute alte
Hausmannskost nicht zu kurz kommen. Die Restaurantleitung studiert
derzeit Rezepte aus dem südamerikanischen und pazifischen Raum, wo noch
im 19. Jahrhundert christliche Missionare auf der abwechslungsreichen Speisekarte
vieler Eingeborener standen. Lediglich die Würzmischungen sollen auf
den modernen Gaumen abgestimmt werden. Der Küchenchef des Kannibalen-Restaurants
rechnet damit, dass sich gerade viele junge Hartz- IV- Empfänger die
schmale Haushaltskasse durch eine Spende aufbessern werden. Geschmacklich
soll deren Eisbein weitaus besser beim Endverbraucher ankommen als Steak vom
Politochsen.
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28.8.2010
Russen
sollen am deutschen Verkehrswesen genesen
Deutscher Autofahrergruß demnächst zwischen
Sankt Petersburg und Wladiwostok obligatorisch
Satire von Gisbert Spränzer
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat deutsche Verkehrsregeln
und Richtlinien für den Straßenbau ins Russische übersetzen
lassen. Die
Regierung in Moskau will mit Berliner Hilfe den chaotischen und
gefährlichen Straßenverkehr sicherer machen. Das berichtet
AUTO BILD.
Eine englische Übersetzung für weitere Länder folgt, drohte
Ramsauer
schon mal an. Wie es heißt beabsichtigt der CSU Politiker, endlich
auch
mit dem Linksverkehr in England und einigen anderen unbedeutenden
Ländern wie etwa Australien, Indien und Südafrika aufzuräumen.
Wie das
Magazin Vollgas berichtet, sollen schon in der kommenden Woche die
ersten Russen in Deutschland zur Umschulung auf mehreren stillgelegten
Truppenübungsplätzen der Bundeswehr antreten.
Bevor es jedoch zur Praxis auf die Autobahnen und Schnellstraßen
hinausgeht, steht jede Menge Theorie auf dem Stundenplan. Fragen, wie
man mit der eingebauten Vorfahrt für Luxuslimousinen umgeht, der
disziplinierte Umgang mit Signalhorn und Lichthupe, der deutsche
Autofahrergruß und die gängigsten Beleidigungen gegenüber
dem
Klassenfeind (Polizei) sind zu büffeln. Auch den Umgang mit roten
Ampeln
müssen die Russen neu erlernen, da in russischen Großstädten
eine rote
Ampel noch immer als ein Hinweis auf das nächst gelegene Rotlichtviertel
gedeutet wird. Lada-Fahrern muss eingebleut werden, dass die Überholspur
grundsätzlich die Domaine ausländischer PS-Protze ist und bleibt
und
Fußgänger sowie Radfahrer Personen zweiter Klasse sind, bei
denen
Rücksicht Luxus ist.
Derzeit sucht Ramsauer bundesweit nach freiwilligen Verkehrspolizisten,
die bereit sind, sechs Monate lang auf Russlands Straßen die deutschen
Verkehrstugenden – wer bremst, verliert - zu predigen. Erwerbslose
Soziologen sollen Russlands Autofahrer die deutsche Nettiquette im Stau
verklickern. Der Gewerkschaft der Polizei würde eventuell die ehrenvolle
Aufgabe zuteil, den Milizen zwischen der polnischen Grenze und dem
Pazifik den Sinn und Unsinn eines ordentlichen Knöllchens zu vermitteln.
Was dem Deutschen Ritterorden, Napoleon und dem Führer verwehrt blieb,
die Ramsauer-Offensive wird die Russen endlich in die Knie zwingen,
daran glauben Experten im Berliner Verkehrsministerium scheinbar
wirklich.
Unklar ist allerdings, wie Russland die deutschen Richtlinien für
den
Straßenbau umsetzten will. Jahrelange Baustellen, Brücken,
die ins
Nichts führen, Umleitungen ohne Ende, das halten selbst die besten
russischen Nerven kaum durch. So wird auch Ramsauers Offensive an der
Weite Russlands und an der gelebten Verkehrsanarchie in den Städten
des
Landes scheitern. Aus Russland wird' s für den Bundesverkehrsminister
aus Bayern lediglich den deutschen Autofahrergruß geben. Wetten
dass??
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