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Stadtzeitung Saarbrücken

„Ohne Gewalt leben! Sie haben ein Recht darauf!“

Plakataktion des Frauennotrufs Saarland im öffentlichen Nahverkehr

Saarbrücken (sp). Anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März 2008
veranstaltet der Frauennotruf Saarland unter dem Leitthema „Ohne Gewalt leben!
Sie haben ein Recht darauf!“ eine Plakataktion im öffentlichen Personennahverkehr.
Gestartet wurde die Aktion bereits am 25. November 2007, dem internationalen Tag
gegen Gewalt an Frauen, mit Plakaten in den Neunkircher Stadtbussen. Danach waren
die Plakate nacheinander in Bussen im ganzen Saarland zu sehen. Nun ist die Aktion
im Regionalverband Saarbrücken angekommen, wo die Plakate in der Saarbahn und den
Bussen der Saartal-Linien ausgehängt werden. Öffentliche Verkehrsmittel werden
alltäglich von hunderttausenden von Menschen genutzt. Genau dort – mitten im Alltag
– will der Frauennotruf auf die vielfältigen Facetten von Gewalt an Frauen
aufmerksam und den Betroffenen Mut machen. Gleichzeitig wird auf das spezialisierte
Unterstützungsangebot der Beratungsstelle hingewiesen.

20 Begriffe, die eine Reihe der vielen Formen von Gewalt an Frauen bezeichnen,
prangen auf der einen Hälfte des Plakates, wie beispielsweise Psychoterror,
Vergewaltigung, unerwünschter Kuss, sexualisierte Gewalt gegen ältere Frauen und
sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Die Auswahl rückt die Spannbreite
gewalttätiger Handlungen von Männern an Frauen ins Bewusstsein. Tagtäglich werden so
Frauen in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt und körperlich und seelisch verletzt.
Soziale und kulturelle Faktoren können jedoch dazu beitragen, dass fatalerweise
Gewalt als ein normaler Teil weiblicher Lebensumstände begriffen wird.

Ganz gleich in welcher Form, in welcher Häufigkeit oder in welcher Intensität eine
Frau Gewalt ausgesetzt ist – alle Frauen haben ein Recht darauf, ohne Gewalt zu
leben. Mit dieser Aussage auf dem Plakat will der Frauennotruf Frauen den Rücken
stärken. An die Adresse von Betroffen wird damit gesagt: „Ihre Gefühle von
Ungerechtigkeit sind richtig. Ihre Verletzungen verdienen es, ernst genommen zu
werden. Sie selbst sind nicht schuld an der erlittenen Gewalt. Und: Sie haben ein
Recht darauf, dass die Gewalt aufhört – jetzt!“

Es gibt Hilfe und Unterstützung. Der Frauennotruf bietet ein spezialisiertes
Hilfsangebot bezüglich aller Formen von Gewalt gegen Frauen an. Alle betroffen
Frauen im Saarland sowie ihre privaten und professionellen Bezugspersonen können
sich kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym telefonisch oder im persönlichen
Gespräch beraten lassen. Die drei Mitarbeiterinnen des Frauennotrufes bieten
beispielsweise Unterstützung in akuten Krisensituationen an. Sie helfen bei der
Suche nach geeigneten Therapeutinnen, Ärztinnen, Kliniken oder auch
Rechtanwältinnen. Sie informieren auf Wunsch über Möglichkeiten der Strafanzeige,
begleiten Frauen zur Polizei und bei Gerichtsverfahren.

Die Plakataktion des Frauennotrufes wird durch mehrere Sponsoren unterstützt. So
erlassen die Verkehrsbetriebe einen Teil der Mietkosten für die Plakatflächen. Auch
die Saarland-Sport-Toto GmbH und kommunale Frauenbeauftragte aus Städten, Gemeinden
und Landkreisen geben finanzielle Unterstützung.

Weitere Informationen sind erhältlich bei: Frauennotruf Saarland, Nauwieserstraße
19, 66111 Saarbrücken, Tel. (06 81) 3 67 67, oder im Internet unter
www.frauennotruf-saarland.de. Die Beraterinnen sind montags und donnerstags von 14
bis 17 Uhr und dienstags und freitags von 9 bis 12 Uhr direkt am Telefon zu
erreichen.