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Heiden
outen sich im Saarland
Götzen, Geister und Ufos über
dem Popelsee
Von
Claude Michael Jung
Wer meint, die Zeit der Heiden sei längst vorbei, der täuscht
sich gewaltig. In der
Gemeinde Popeln am Popelsee im Saarland, existiert schon seit Tausend
Jahren
klammheimlich eine heidnische Gemeinde. Ihre Mitglieder beten die „Kowe“
den größten
Rabenvogel nördlich der Alpen an.
Die modernen Heiden der heutigen Zeit sehen das Christentum als Irrweg
an und
hoffen, durch die Wiederbelebung des alten Kowe-Glaubens nicht nur sich,
sondern die
ganze Welt in das Heidenparadies zu führen. Die Lobpreisung der „Kowe“
ist ein
unentbehrlicher Teil des alten, aus keltischer Vorzeit stammenden Rituals,
welches
immer bei Vollmond am Ufer des Popelsees zu Ehren des Kowegottes abgehalten
wird.
„Früher wurden hier zu den Feierlichkeiten auch unsere Feinde
verputzt, aber nachdem
unser Häuptling nach einem Pfälzer Ragout stundenlang kotzen
musste, haben wir den
Brauch aufgegeben“, sagt Sheila die nackte Kowepriesterin.
Am Ufer des Popelsees stehen schwere Felsbrocken, auf denen der schwarze
Rabenvogel
Hof hält. Von den vorbeiziehenden Menschen, ob Heiden, Christen,
Juden,
Sonnenanbetern oder Muslimen, ist ihm Reverenz zu erweisen, ansonsten
droht
Ungemach, wie Impotenz bei Männern und Glazenbildung, sowie O-Beine
bei Frauen. Um
das Stonehenge im Saarland herum tanzen spärlich gekleidete, dafür
aber wunderschöne
Hexen und beziehen das Publikum in ihre Spiele ein. Ein bekannter Linkspolitiker,
der sich hier seine Zukunft von der Rabenpriesterin Sheila voraussagen
lässt sagt,
die Zeit drehe sich zurück, wenn er die Macht des Revolutionsgottes
anrufe.
Die halbe Nacht wird getanzt, gespielt, übers Feuer gesprungen und
danach Bacchus
dem Weingott mit einer Orgie gehuldigt. Männer mit bunten Wimpeln
zieht es aus aller
Welt hier an den Popelsee, um nach den Liebesspielen mit den Hexen, mit
wunden
Pimpeln wieder heimzukehren. Auch Enki dem großen Biergott wird
durch ein Bad im
vollen Fass gehuldigt, meist bis zum Lallen und bis zum Umfallen. Eine
Extase folgt
der Nächsten, zur Erinnerung an die alten Sitten und Bräuche
der großen heidnischen
Vergangenheit.
Schon für 35 EURO pro Person organisieren Reiseagenturen Kaffeefahrten
zu dem
prächtigen Götzentempel inmitten der Gemeinde Popeln. Als der
Trierer Bischof Marx
davon erfuhr, dass sich seine Schafe und Böcke splitternackt ausziehen,
um den
gefiederten Kowegott auf seinem Altar, kniend um die Erlösung von
ihrer
Schwiegermutter zu bitten, ließ sich der Trierer Hirte auf der Stelle
von Papst
Benedikt XVI. in die heidenfreie Erzdiözese München und Freising
versetzten.
Der heidnische Glaube, auf den die Saarländer nach dem Willen von
CDU Landesfürst
Peter dem Schwarzen immer noch verzichten sollen, wurde von den Gründern
der
Gemeinde Popeln bereits vor über Tausend Jahren angenommen. Heute
wie vor Tausend
Jahren braucht die Gesellschaft neue Ideale. Es wimmelte nur so von
gesellschaftlichen Gruppierungen aller Art, die nach einer neuen Wahrheit
suchen.
Besonders stark ist der Mammontempel frequentiert. Hierhin pilgern Bänker,
Spekulanten und Heuschrecken, um Mammon um seinen Segen für eine
erfolgreiche Ernte
und um einen möglichst geringen Widerstand gegen Arbeitsplatzvernichtung,
sowie um
großzügige Subventionen aus der Staatskasse für ihre windigen
Manöver zu bitten.
Neuerdings gibt es in der Gemeinde Popeln auch eine Band, die mit alten
Instrumenten
heidnische Volksmusik zu überirdischen und anomalen Erscheinungen
spielt. Götz der
Stehgeiger sagt, die Seherinnen, die die Jungfrau Maria vor einigen Jahren
in
Marpingen herbeizaubern sollten, seien in der Popeler Steinkreis-Anlage
ausgebildet
worden, hätten allerdings den Abschluss nicht geschafft, weil der
große Kowegott sie
erblinden lies, als sie ihm an die Federn gehen wollten. Götz der
Stehgeiger sagt
weiter, dass unter anderem zahlreiche Prominente in die Götzenwelt
Popelns kämen und
heimlich zur Mitternacht, Bibbes den Sexgötzen um eine Penisverlängerung
anzuflehen.
„Das endet jedoch immer mit einem doppelten Opfer. Zum Einen wird
ihre Brieftasche
vom Götzen Bibbes gerupft und zum Anderen schrumpft das gute Stück
nach der
Götzenverehrung meistens“, so Götz der Stehgeiger der
Heidenband.
Zum diesjährigen Sommerloch sollen die ersten UFO-Erscheinungen
über dem Popelsee
stattfinden. Auch wird ernsthaft geprüft, ob ein heidnisches Sommercamp
stattfinden
soll, um Menschen mit übernatürlichen Begabungen weiterzubilden.
Gespräche mit den
Arbeitsagenturen wegen Bereitstellung finanzieller Fördermittel für
astrologische
Berufe hat Kawumm, der ehrwürdige Opferpriester bereits geführt
und zeigt sich
optimistisch.
Nicht nur an heidnischen Feiertagen kommen Pilger nach Popeln. Der 138ig
jährige
Seppl Blattlauser aus einer bayrischen Kleinstadt ist nach Popeln gepilgert,
um
wieder gesund und topfit für seine Resi zu werden. Der betagte CSU
Politiker hofft,
dass sein Zipperlein nach dem vierwöchigen Aufenthalt in der Gemeinde
am Popelsee
wieder verschwunden ist. „Das ist ein Wunderort“, sagt er.
„Viele Menschen, darunter
sogar Saupreißn, werden hier geheilt, einfach nur durch innbrünstige
Gebete zu dem
großen, gefiederten Gott Kowe.“
Die Heiden hier erzählen, wie ein an Tollwut erkrankter Oberst geheilt
geworden sei.
Seine Ärzte hatten ihn schon aufgegeben und wollten bereits eine
Notschlachtung
durchführen, aber Gott Kowe hat ihn geheilt und heute geistert der
Oberst wieder
putzmunter wie ein Energieklumpen über die Kasernenhöfe. Mehrere
Obergefreite wollen
sogar gesehen haben, wie die Silhouette von Herr Oberst in einer schillernden
Seifenblase durch das Offizierscasino gewandert sei. Dabei habe ein großer
Rabe auf
seiner Schulter gesessen und den Radetzky-Marsch gekrächzst, versicherten
die
Obergefreiten an Eides statt.
Das Heidentum und Sozialismus nichts Trennendes sind, beweist die Tatsache,
dass
sämtliche Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft allen Einwohner
zu gleichen Teilen
Zugute kommen. Gemeinsam wird auch investiert. Hausgeister sollen schon
in wenigen
Wochen in Pfandflaschen auf den Markt kommen.
Auch der 5000 Jahre alte heidnische Gonzo-Altar, der bei der Erstellung
der Baugrube
für den Trierer Petersdom freigelegt wurde, soll in der Ortsmitte
mit samt seinen
900 Kristallkugeln im Frühsommer der Menschheit den vollen Durchblick
in die Zukunft
ermöglichen. Saarländische Astrologen durften vorab schon mal
einem Blick in die
Kristallkugeln des Gonzo-Altars werfen. Sie berichten, dass im Herbst
2009 hier am
Popelsee ein größeres, dafür aber unblutiges Menschenopfer
dem Kowegott dargebracht
werden wird. Schon wenige Stunden nach der Landtagswahl an der Saar, werden
Saarfürst Müller (CDU) und seine Dämonen hier um die Gnade
des großen Raben winseln.
Die Saar Astrologen gehen nach einer Geisterbeschwörung davon aus,
dass die gesamte,
liederliche CDU Landesregierung dann für alle Ewigkeit von Gott Kowe
in dicht
verschossenen Korbflaschen verbannt wird und erst am Jüngsten Gericht
als
Schüttelshakes wieder heraus darf.
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