| Sieben
Jahre Haft für Teilnehmer einer Antikriegsdemonstration in Italien
Florenz/Saarbrücken (sk) - Am 28.1.2008 fällte ein Gericht
in Florenz das Urteil
über 13 Teilnehmer einer Demonstration gegen den Jugoslawienkrieg
und dessen
Unterstützung durch die damalige D'Alema Regierung. Alle 13 Angeklagten
wurden zu
sieben Jahren Haft verurteilt! Dies teilt die Organisation „Basis
- Solidarität mit
den politischen Gefangenen“ in Saarbrücken mit.
Vor neun Jahren - am 13.5.1999 - gab es in Italien einen Generalstreik
der
Basisgewerkschaften gegen den NATO Angriff auf Jugoslawien. In Florenz
fand dazu eine Demonstration mit 3000 TeilnehmerInnen statt, die zum US-Konsulat
führte. Dort kam es zu einem heftigen Angriff der Polizei auf die
Demonstration. Die Regierung
D'Alema hatte angekündigt, emonstrationen vor Militärbasen und
Regierungssitzen
nicht zuzulassen. Viele DemonstrantInnen wurden verletzt, fünf von
ihnen mussten ins
Krankenhaus eingeliefert werden. Am folgenden Tag wurde als Reaktion auf
die
Angriffe das Büro der DS (Democratici di Sinistra - die Partei D'Alemas)
besetzt.
Jetzt - neun Jahre später - kam es zum Prozess gegen 13 Teilnehmer
der Demonstration und der arteibürobesetzung. Obwohl inzwischen die
Anklagen wegen Straßenblockaden verjährt waren, forderte die
Staatsanwaltschaft vier bis fünf Jahre Haft wegen "schwerem
Widerstand gegen die Staatsgewalt". Das Gericht ging über diese
Forderungen hinaus und verurteilte alle 13 Angeklagten zu jeweils sieben
Jahren Haft. Gegen das Urteil wird jetzt in Berufung gegangen, alle Angeklagten
sind
derzeit noch auf freiem Fuß.
Dieses Urteil steht in einer Linie mit den völlig überzogenen
Urteilen gegen
DemonstrantInnen wegen dem G8-Gipfel in Genua. Seit dem Jahr 2000 wurden
9000
Menschen in Italien mit Verfahren wegen politischer Aktivitäten überzogen.
Begonnen hat damit die "linke" Regierung von D'Alema, weitergeführt
hat es die rechte Berlusconi Regierung und auch heute unter der "noch"
Regierung des Romano Prodi hat sich daran nichts geändert.
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