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Stadtzeitung Saarbrücken

Wird der “Rote Kaplan“ bald Bischof von Trier?
Pastor Friedensreich Selighauer ist hoher Favorit

Von Claude Michael Jung


Für Erzbischof Anro, den apostolischen Visitator, den Papst Benedikt XVI. an die
obere Saar in die Christengemeinde Sankt Donner und Doria, gesandt hat, um einigen
Merkwürdigkeiten nachzugehen, ist der Großhumpendorfer Pastor Friedenreich
Selighauer immer noch hoher Favorit auf das verwaiste Amt des Trierer Bischofs. Der
Trierer Bischofsposten ist vakant, seit Bischof Reinhard Marx, der sechs Jahre lang
die Katholischen Böcke und Schafe hier gehütet hat, wegen der vielen heidnischen
Bräuche überall in seinem Bistum, in die Erzdiözese München und Freising geflohen
ist.

Papst Benedikt XVI: hatte vor allem Bedenken, Pastor Friedensreich Selighauer die
Verantwortung über die Trierer Herde, wegen dessen niemals so recht geklärten
Vorlebens, zu übertragen. Böse Zungen, vor allem Pfälzer aus dem Bistum Speyer
hatten immer wieder behauptet, Pastor Selighauer könne eine Kalaschnikow schneller
zusammenbauen, als das „Vater Unser“ herunterbeten.

Auch kursierten in Rom immer wieder Fotos, die den jungen Kaplan Selighauer im
olivfarbenen Kampfanzug und mit rotem Stern am Barett im südamerikanischen Dschungel
zeigten. Dackelfalten des Zweifels und der christlichen Unmut, legten sich auch auf
die päpstliche Stirn, als der Heilige Vater erfahren musste, dass Pastor
Friedensreich Selighauer fortgesetzt mit Kommunisten und Anarchisten, wie dem
Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump und dem Dorfchronisten Ernst Nonsens, an
der langen Theke in Ännchens Kneipe das Abendmal feiert.

Sicher verwahrt, im Fotoalbum der Erinnerung von Studienrat Ernst Nonsens, sind
dagegen die zahlreichen Farbfotos von den Moskauer Maiparaden zur Sowjetzeit, die
den streitbaren Großhumpendorfer Pastor stets direkt neben dem Kremlchef stehend
zeigen. Auch den Bruderkuss, den Pastor Selighauer dem DDR Staatschef Erich
Honecker, bei dessen Saarlandbesuch am 10.September1987 aufgedrückt hat, bekam im
Vatikan noch niemand mit.

Erzbischof Anro, der apostolischen Visitator, der die Ungereimtheiten im Vorleben
des Anwärters auf den Trierer Bischofsstuhl, klären soll, sieht den Großhumpendorfer
Hirten allerdings immer noch als hohen Favoriten auf das verwaiste Bischofsamt an.
Erzbischof Anro hält es sogar für möglich, dass es Pastor Selighauer als erster
Saarländer noch zum Nachfolger Christi auf Erden bringt und den Vatikan reformieren
wird. Das sagte Erzbischof Anro jedenfalls gestern Abend am Stammtisch in Ännchens
Kneipe am Dorfbrunnen, wo er als Ehrengast des Gemeinderates bis in die frühem
Morgenstunden hinein, Contenance und Sitzfleisch unter Beweis stellte.

Besonders angetan war der apostolische Visitator, Erzbischof Anro von der
„Wunderbaren Geldvermehrung“, die Pastor Selighauer auf den Weg gebracht hat und die
seither reichlich klimperndes Manna in die Pfarrei Sankt Donner und Doria an der
oberen Saar fließen lässt. Der rührige Gemeindehirte hatte erst kürzlich am
„Internatinal Airport Saabrigge“ mehrere Ablassautomaten zur Vergebung der CO2
Sünden der Fluggäste aufgestellt. Sogar Flüge nach Rom und Jerusalem fallen jetzt
unter den Appell an das schlechte Fluggewissen der Nah und Ferneisenden. Freiwillig
stocken die Fluggesellschaften die Ablasspreise sogar noch auf, da sie von Pastor
Selighauers Idee: „Fliege für Gott und den Umweltschutz“ hellauf begeistert sind.

Erzbischof Anro ist überzeugt, wenn Papst Benedikt XVI. von der genialen Reform des
Ablasshandels seines Frontmannes an der oberen Saar erfährt, steht Pastor
Friedensreich Selighauer eine steile Karriere auf der apostolischen Leiter bevor.
Dann kann Pastor Selighauer sogar das Abendmahl weiter mit Kommunisten und
Anarchisten, wie dem Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump und dem
Dorfchronisten Ernst Nonsens weiter feiern. Dafür müssen Bürgermeister Lump und
Studienrat Nonsens dann allerdings nach Rom reisen