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Stadtzeitung Saarbrücken

Auch die Mafia will den Zwergstaat Kosovo anerkannen

Banca Internationale del Mafioso verspricht sagenhaften wirtschaftlichen Aufschwung

Von Claude Michael Jung


Um den neuesten europäischen Zwerg nicht der wirtschaftlichen Verwahrlosung zu
überlassen, hat die internationale Geberkonferenz der Mafiaclans heute, an einem
geheimen Ort in der Nähe Moskaus beschlossen, den Neustaat Kosovo unter seine
Fittische zu nehmen. Die Finanzexperten der internationalen Mafia hatten das Treffen
einberufen, um Störungen des internationalen Geldtransits durch den Wegfall einer
oder mehrerer Steueroasen in Europa zu begnen. Ferner soll es dem Finanzadel künftig
nicht zugemutet werden, den beschwerlichen Weg auf die Cayman Islands in der Karibik
nehmen zu müssen, nur um mal hin und wieder das schwer verdiente Schwarzgeldkonto zu
besuchen.

Der Finazrat der United Nations of Mafia (UNM) befürchtet den Totalausfall des
Fürtentums Lichtenstein als Steueroase, durch weitere unseriöse Machenschaften
einiger unzufriedener Bankmitarbeiter in Lichtenstein und der damit verbundenen
Zusammenatbeit mit ausländischen Steuerschnüfflern.

„Europas Mafia, vom Atlantik bis zum Ural, ist sich seiner sozialen Verantwortung
für den Kleinstaat Kosovo, der ohne uns wirtschaftlich nicht überlebensfähig wäre
bewusst. Niemand aus unserer ehrenwerten Gesellschaft will, dass dieser niedliche
Zwerg als eine wirtschaftliche Missgeburt von den Staaten Europas mit ihren schwer
erwirtschafteten Steuergeldern durchgefüttert werden muss“, so Don Luigi Konfetti,
Pate für Wirtschaft und Soziales der neapolitanischen Camorra.

In einem ersten Kosovo-Aufbauplan stellt Igor Wodkarowitsch Schrecklinsky,
Balkanbeauftragter der Russenmafia, ein Massnahmepaket zur Stabilisierung des
angekratzten Vetrauens der europäischen Schwarzgeldanleger vor. Schärfer noch als
die US Goldfestung Fort Knox soll die „Banca Kosovare del Mafioso“ gegen
Eindringlinge und Verräter, die Kundendaten auf CD kopieren und an Agenten der
internationalen Steuerschnüffler weitergeben, geschütz sein. „Wir legen unser
Personal alle drei Monate um, damit Verräter erst gar keine Chance haben“, betont
Igor Wodkarowitsch Schrecklinsky in einem Interview mit dem Sparkassenmagazin
„Zappenduster“.

Gleichzeitig mit dem Neubau von Banken, Casinos und hoch modernen Geldwaschanlagen
will die EU auf anraten der UNM, ein milliardenschweres Programm zur Entwicklung der
Infrastruktur im Kosovo auflegen. Der Flughafen Pristina soll zur internationalen
Drehscheibe für die Geldströme aus aller Welt werden. Gleichzeitig sollen im
gebirgigen Umland große Weideflächen für die scheuen Rehe und Hirsche des Kapitals
entstehen.

Unterdesen wurde bekannt, dass Europas jüngster Sprössling auch als Logistikzentrum
der „world wide mafia organisation“ (WWMO) im Gespräch ist.
Kunstdünger-Hilfslieferungen für die Mohnfelder am Hindukusch sollen von hier aus
nach Afghanistan geflogen werden. Hier. im kleinen Balkanstaat Kosovo, soll nach dem
Willen des Finazrats der United Nations of Mafia (UNM) auch die reiche Ernte der
afghanischen Mohnfelder zu Qualitätsprodukten nach europäischen Richtlinien
verarbeitet werden. Die internationale Lebens und Genussmittelmafia denkt bereits
über eine ISAF Zertifizierung für Mohnprodukte vom Hindukusch nach, heisst es in
einem Papier, dass dem internationalen Finanzmagazin „Zappenduster“ vorliegt.