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Saargemeinde zieht
gegen Komasaufen zu Feld
Linke Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol
und Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump gemeinsam im
Kampf gegen den Alkohol
Von
Claude Michael Jung
Erst vor wenigen Tagen hatte die Linke Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol
ihren
gestrengen Zeigefinger erhoben und eine staatliche Suchtpräventionskampagne
gegen
den fortschreitenden Jugendalkoholismus gefordert. Weiter forderte die
linke Madonna
der Nüchternheit, Warnhinweise auf allen alkoholhaltigen Getränken
in Einweg- und
Mehrwegverpackungen, sowie ein vollständiges Werbeverbot für
Alkprodukte aller
Oktanstufen. Vom Appell der Landtagsabgeordneten sichtlich angetan, hat
die uralte
Tempelritterkommune Großhumpendorf an der oberen Saar sofort reagiert.
Zwar will die Gemeinde dem von Spaniol geforderten Werbeverbot für
Alkohol nicht
nachkommen, um der gemeindeeigenen Brauerei, der Sekt und Weinkellerei,
sowie der
Schnapsbrennerei keinen Schaden zuzufügen, trotzdem will man Schneid
im Kampf gegen
den Dämon Alkohol an den Tag legen. Über dem Eingang zu Ännchens
Kneipe am
Dorfbrunnen hat Bürgermeister Lump bereits ein Transparent mit dem
mahnenden
Hinweis. Alkohol macht voll anbringen lassen. Zusätzlich
hat Bürgermeister Lump
seinen Angestellten im Rathaus geraten, während der Dienststunden
nur noch in
dringenden Fällen zur Flasche zu greifen. Selbst Pastor Friedensreich
Selighauer ist
beseelt vom Appell der rührigen Saar-Parlamentarierin und hat dem
Herrn geschworen
seinen Messweinkonsum, im Dienste des Himmels, nicht weiter ausufern zu
lassen.
Einstimmig hat der Großhumpendorfer Gemeinderat am Stammtisch in
Ännchens Kneipe am
Dorfbrunnen den Beschluss verabschiedet, Horst Krug, Rektor des kommunalen
Baldrianeums damit zu beauftragen, die lieben Kleinen über den Suff
im Allgemeinen,
und die damit verbundenen Folgen, aufzuklären zu lassen. Zwei Flaschen
Templerblut,
ein gehaltvoller Rotwein in der Deutschstunde und eine halbe Pulle Großhumpendorfer
Feuerwasser in der Pause danach, haben ihre Wirkung sowohl bei Horst Krug,
als auch
bei seiner wissensdurstigen Klasse nicht verfehlt.
Wie der kleine Luca seinen Eltern erzählte, ist nach Rektor Krugs
Meinung, das ganze
Land ein korrupter Saustall, den es auszumisten gelte. Sein Innerstes
schüttete
Horst Krug sogar vor seiner Klasse aus. So wusste die blonde Lea ihrer
Mama zu
berichten, Rektor Krug sei mit einer Schlampe verheiratet, die sein gesamtes
Gehalt
mit extravaganten Klamotten durchbringe. Nachdem es Horst Krug gelungen
war, in drei
Intervallen, den Papierkorb neben der Tafel voll zu kotzen, konnte sich
seine Klasse
davon überzeugen, dass erbrochener Alkohol abscheulich stinkt, insbesondere
Rotwein
in Kombination mit Schnaps. Zur Krönung der Suchtprävention
referierte Rektor Krug
noch leicht lallend über seine Hämorhyden, bevor er sich schwankend
ins Lehrerzimmer
zurückziehen musste.
Selbst Schulrat Dr. Henry Kluckermann, der nicht umhin konnte der Einladung
des
Großhumpendorfer Gemeinderats zu folgen, beteiligte sich als abschreckendes
Beispiel
am Komasuff im kommunalen Auftrag. Dr. Kluckermann gelang es in der Mathestunde
sogar den Dämon Alkohol zu schockieren. Bis Oberkante Unterlippe
im Sprit stehend,
erkannte der hohe Beamte des Saar Kultusministeriums in der pensionierten,
streng
zölibatär lebenden Dorfschullehrerin Fräulein Zickig seine
angebetet Chantal aus dem
Saarbrücker Rotlichtmillieu. In höchster Not konnte sich die
letzte Jungfrau an der
oberen Saar mit einem beherzten Sprung aus dem Fenster in Sicherheit bringen.
Nach
Aussage von Pastor Friedensreich Selighauer hat Fräulein Zickig unverzüglich
eine
Präventionsbeichte abgelegt und ist danach zu einer Wallfahrt ins
saarländische
Marpingen aufgebrochen.
Nach einer ersten Verlautbarung vom Stammtisch in Ännchens Kneipe
am Dorfbrunnen,
hat der Gemeinderat zu fortgeschrittener Stunde beschlossen, die
Suchtpräventionskampagne gegen den galoppierenden Jugendalkoholismus
fortzusetzen.
In der nächsten Aufklärungsstunde will sich Bürgermeister
Lump persönlich der
Promilleprävention am Großhumpendorfer Baldrianeum annehmen.
Ein Einladungsschreiben
an die Linke Landtagsabgeordnete Spaniol, zur gemeinsamen Druckbetankung
im Dienste
der Abstinenz sei bereits unterwegs, war vom Dorfchronisten, Studienrat
Ernst
Nonsens, zu erfahren.
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