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Saargemeinde: Hier ruht ihr Zaster sicher!

Sparkasse Großhumpendorf bietet sicherste Anlage der Welt – Operation Hagen von Tronje bereits angelaufen

Von Claude Michael Jung


Weltweit raue Zeiten für Banken und Wirtschaft. Die Pleitegeier machen fette Beute.Die Aktienkurse fahren Achterbahn und immer mehr Spekulanten drohen zu verarmen. Die Saar, der große Strom des Abenlandes, aber bleibt gelassen, zumindest an ihrem Oberlauf. Hier in Großhumpendorf, in der uralten Tempelritterkommune würde kaum
jemand etwas von der weltweiten Not der Kapitalisten bemerken, wenn nicht täglichschwere Limousinen mit Kennzeichen aus fast allen Kontinenten vor der Sparkasse anhielten und livrierte Chauffeure mit schwarzen Koffern in der Schalterhalle schlangen stehen würden.

Obwohl Bürgermeister Edgar Lump am Stammtisch in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen bekannt gegeben hat, dass Fremdwährungen wie EURO und Dollar nur noch zum Altpapierwert entgegengenommen werden, strömen tausende Pelzmantel und
Nadelstreifenanzugträger in das kommunale Geldinstitut, um ihr Raffgut in die Obhut der kommunalen Monetenverwaltung zu geben. Gleich säckeweise werden auch die guten alten D-Mark Bestände aus den Matratzen der Republik wieder hervorgeholt und nach
Großhumpendorf in Sicherheit gebracht.

Eine schwer mit Klunkern behangene, ältere Dame aus vornehmen Haus, wollte gar ein Einzelzimmer mit Bad im Tresor der Großhumpendorfer Sparkasse anmieten, um sich nicht von ihrem Vermögen trennen zu müssen. Sie hatte gehört, nach der Weltwirtschaftskrise kämen die Bolschewiken wieder an die Macht und würden ihr die schwer ergaunerten Klunkern einfach wegnehmen. Bürgermeister Edgar Lump zeigte sich barmherzig mit der alten Dame und wies ihr ein Zimmerchen im Kellerverlies der Humpenburg zu, allerdings ohne Bad, dafür jedoch, mit stetig munter fließendem
Wasser von den Wänden.

Die autonome Saarkommune Großhumpendorf war bereits im Mittelalter ein Hort des großen Kapitals. Hier wurde der Schatz der Tempelritter verwaltet und nach und nach von den einst hier hausenden und schmausenden Templern von der Humpemburg verprasst.
Heute gilt die Sparkasse Großhumpendorf als das europäische Fort Knox. Oberzocker, Deutsche Bank Chef Josef Ackermann, soll erst kürzlich in einem Rundschreiben an seine Zockerzunft appeliert haben, ihre restliches Raffgut der Sparkasse Großhumpendorf anzuvertrauen. Selbst wenn man sich an der oberen Saar daranmache auch noch den Schatz der Raubritter zu verprassen, so sei dies weniger verlustreich,
als das Monopoly mit Luftsschlössern und Seifenblasen, soll Ackermann betont haben.

Derweil hat Bürgermeister Edgar Lump weitere Mittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung angefordert, um ein nicht mehr benötigtes Kellerverlies im Westteil der Humpenburg zur Federal Reserve Bank of Großhumpendorf umzubauen. Aktien und
Banknoten sollen hier nicht eingelagert werden, sondern lediglich Goldbarren, alte Weine, Edelsteine, sowie andere verwertbare Klunkern. Auch dritte Zähne aus Edelmetall finden im Tresor der Humpenburg ein sicheres Asyl bis wieder Gras über die Weltwirtschaftskrise und ihre Folgen gewachsen ist.

Wie die Pressestelle des Großhumpendorfer Rathauses meldet, will der berühmte ostdeutsche Tatortkommissar Ehrlicher in den kommenden Wochen die Templergemeinde Großhumpendorf besuchen, nicht um seine Kohle in Sicherheit zu bringen, sondern um
zu ermitteln, ob sich die Humpenburg als ausbruchssicheres Kittchen für verwahrloste und asoziale Elemente des Großkapitals eignet.

Derweil wird aus der Sakristei der Pfarrkirche Sankt Donner und Doria berichtet, ex Postchef Klaus Zumwinkel soll sich per email an Pastor Friedensreich Selighauer gewandt haben, und den einflussreichen Gemeindehirten um einen vollständigen Ablass
von seinen Steuersünden ersucht haben. Zumwinkel soll bereits tief bereut haben, seinen Zaster in Lichtenstein angelegt zu haben, statt in der Gralsritterburg am Oberlauf der Saar. Pastor Selighauer soll nach Angaben eines Messdieners, Klaus Zumwinkel zugesichert haben, er werde sich bei Bürgermeister Lump für den Fall, dass der ehemalige Postchef wider Erwarten in den Knast wandern müsse, dafür einsetzten, dass Zumwinkel seine Haftstrafe in der alten Templerfestung abbrummen dürfe.

Unterdessen treffen täglich Tonnen von streunendem Raffgut in der Templerkommune ein. Am Stammtisch in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen hat der Gemeinderat bereits beschlossen einen Ausschuss zu bilden, der bis zur Fertigstellung der Federal Reserve Bank of Großhumpendorf, nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten für die
stillen Reserven der Welt forschen soll. Zu fortgeschrittner Stunde wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Edgar Lump die Operation Hagen von Tronje beschlossen.Ab der kommenden Nacht werden sämtliche hochwertige Schätze in der Saar versenkt. Wo der neue Schatz der Tempelritter versenkt werden wird, bleibt für Außenstehende streng geheim.