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Stadtzeitung Saarbrücken

Let’s Make Money an der oberen Saar

Staatssekretär Pissler (CDU) macht den Trollo – Erste europäische Erotik und Sexmessse geplant

Von Claude Michael Jung


Damit der ländliche Raum seine vielfältigen Funktionen als Lebens-, Wirtschafts-,
Natur- und Erholungsraum erfüllen kann, bedarf es einer integrierten und innovativen
ländlichen Entwicklung. Einer Entwicklung, die gekennzeichnet ist durch regionale
Wirtschaftskreisläufe, Netzwerke und Kooperationen, sowie durch eine aktive
Bürgerbeteiligung.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat der regierende Bürgermeister der autonomen
Saargemeinde Großhumpendorf, Edgar Lump, die glorreiche CDU Landesregierung solange
mit Anträgen genervt, bis diese sich rund 750 000 EURO aus den Rippen geschwitzt
hat. Mit dem Sümmchen will die Kommune an der oberen Saar den großen Nebensaal von
Ännchens Kneipe am Dorfbrunen gründlich renovieren. Um die Staatskasse mal wieder
ordentlich zu erleichtern, musste zuvor der Gemeinderat den Saal des uralten
Wirtshauses an der Saar allerdings zum Dorfgemeinschaftshaus erklären. Hier sollen
künftig sämtliche Aktivitäten der Dorfgemeinschaft wie Versammlungen, Proben und
Vereinsaktivitäten stattfinden.

Im Namen der CDU Landesregierung überbrachte Staatssekretär Frank Pissler dem
Großhumpendorfer Gemeinderat einen schwarzen Koffer mit Bargeld. Einen Scheck der
Landesregierung wollte man aus Gründen der finanziellen Sicherheit lieber nicht
annehmen. „Die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses trägt der Grundidee einer
integrierten ländlichen Entwicklung Rechnung“, so Staatssekretär Pissler, nachdem
sich Bürgermeister Edgar Lump davon überzeugt hatte, dass die Knete im Koffer auch
echt war und nicht aus Blüten bestand.

Im Rahmen einer kleinen Feier durfte sich Staatssekretär Frank Pissler, nachdem die
Fördermoneten von Amtmann Franz Klamm sorgfältig unter der langen Theke in Ännchens
Kneipe am Dorfbrunnen verstaut waren, von einigen gut funktionierenden regionalen
Wirtschaftskreisläufen überzeugen. Wie Dorfchronist Studienrat Ernst Nonsens
darlegte, dauerte die Verköstigung der hochprozentigen Produkte aus dem
Großhumpendorfer Biowaffenarsenal nur rund eine halbe Stunde.

Es muss wohl das Großhumpendorfer Bockbier gewesen sein, das die Lichtgestalt der
Saar Landesregierung ins wanken gebracht hat. Wie die streng zölibatär lebende
Großhumpendorfer Grundschullehrerin, Fräulein Zickig beobachtet hat, wollte
Staatssekretär Pissler beim wasserlassen, Trollo, den etwas zu groß geratenen
Mischlingshund von Pastor Friedensreich Selighauer nachahmen. Auf einem Bein
stehend, das andere gegen den Wind erhoben, ging die geplante Erleichterung an der
alten Linde auf dem Rätschplatz zunächst vollständig in die Diensthose. Sodann
strauchelte der Christdemokrat und landete, immer noch mit erhobenem Bein, in der
von ihm verursachten Pfütze.

CDU Staatsekretär Frank Pissler wurde auf einem Pritschewagen vor den Eingang der
Saarländischen Staatskanzlei verbracht und dort zur Ausnüchterung abgelegt. Wie ein
Mitarbeiter der Saarbrücker Stadtreinigung berichtet, hat Staatssekretär Pissler
sich seinen gesamten Mageninhalt noch mehrmals durch den christlich demokratischen
Schwolles (dt. Kopf) gehen lassen.

Derweil plant der Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump einen weiteren Cup. Im
kommenden Jahr soll Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen zur europäischen Begegnungsstätte
aufgewertet werden. Die Förderanträge hierzu sind bereits in Brüssel gelandet und
haben bei den zuständigen Monetenverteilern für einen erhöhten Hormonspiegel
gesorgt. Ohne den örtlichen Klerus gehört zu haben, ist in Lumps europäischer
Begegnungsstätte eine große europäische Erotik und Sexmesse bereits im Frühjahr 2009
geplant. Hier soll als Weltneuheit der erste vollautomatische Deflorateur zur
professionellen Entjungferung vorgestellt werden.

Der von den Geschwistern Ramona und Sarah Ferkel entwickelte stumme Diener wurde
unter den härtesten Bedingungen vom örtlichen Jungfrauenverein getestet und mit sehr
gut bewertet. Vor allem auf dem osteuropäischen Markt, wo Sitte und Moral ganz oben
anstehen und Sex nach dem Willen der Kirche nur im Dunkeln stattfindet, soll der
Deflorateur zum Verkaufsschlager werden. Hier hat Bürgermeister Lump zur
Markteinführung die Verlosung von Deflorationsgutscheinen vorgesehen, mit denen es
sogar älteren Semestern erspart bleibt, im Zustand der Jungfräulichkeit vor die
gestrengen Augen von Petrus treten zu müssen.

Wie Dorfchronist Studienrat Ernst Nonsens seinem Tagebuch anvertraut, gedenkt
Bürgermeister Edgar Lump in der kommenden Woche seinen Plan für die europäische
Begegnungsstätte an der oberen Saar, Pastor Friedensreich Selighauer näher zu
bringen. Bürgermeister Lump ist überzeugt, die Zustimmung der Kanone Gottes zu
erhalten, wenn er die Erfindung der Geschwister Ferkel nicht einfach nur als
vollautomatischen Deflorateur, sondern als Seligmacher für Körper und Geist
anpreist. Es wird allgemein mit einer schnellen Entscheidung des Gemeindehirten
gerechnet. Wetten, ob Bürgermeister Lump die europäische Begegnungsstätte an der
oberen Saar mit einer großen europäischen Erotik und Sexmesse eröffnet, werden an
der langen Theke in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen ab sofort angenommen.