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Soviel Geld für nix und wieder nix -
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Kalte Fusion: Untergang des Saarlandes?

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Ein kurzweiliger,erkenntnisbringender Abend mit dem Marxisten Georg Fülberth.

Das Thema der Veranstaltung: Sozialdemokratie, Kapitalismus & Die Linke - Vortrag u.Diskussion mit Prof. Dr. Georg Fülberth. Die Rosa Luxemburg Stiftung hatte zur


Beschreibung
»Die Linke« entstand aus dem Zerfallsprozeß zweier ehemals großer Parteien: der SED und der SPD, und zugleich zweier Gesellschaftstypen: des »Realen Sozialismus« in der DDR und des auf ständigem schnellem Wachstum beruhenden Wohlstandskapitalismus in der Bundesrepublik. Die Abwicklung der SPD war allerdings nur eine teilweise: es blieb noch eine große Mitgliederzahl in der alten Partei und diese ist um ein Vielfaches größer als »Die Linke«. Die Auflösung des alten Wohlfahrtsstaates sowie des Realen Sozialismus aber endet nicht in einem Vakuum, sondern erzeugt einen neuen Zustand: dies ist eine Gesellschaft mit mehr Ungleichheit als zuvor, mit einer stärker abgesunkenen Unterschicht und einem neuen Parteiensystem. In ihm könnte »Die Linke« einen sichtbaren Platz finden. Georg Fülberth beschreibt die Entwicklung der SPD seit 1989 bis heute, die Geschichte der PDS und der WASG und fragt nach dem Platz der Partei »Die Linke« in der Opposition gegen Marktradikalismus und neue deutsche
Weltpolitik.

Bewertung von Karl L. Hesse aus Bendorf am 06.05.2008
*****
ausgezeichnet
Der Marburger Politikwissenschaftler Prof. Dr. Georg Fülberth schafft auf wenigen 169 Seiten, was mir auf 1.000 Seiten kaum möglich erschien: Eine recht kalte und klare Analyse und Problematisierung einer zweiten sozialdemokratischen Partei in Deutschland, die sich "Die Linke" nennt.

Das Cover trägt als Hauptfarben rot und gelb; klassisch steht rot für Fortschritt und Arbeiterbewegung, gelb für Verrat. - Aber damit spielt G. Fülberth nicht.

Als einer der besten lebenden Kenner und Forscher der Geschichte der Arbeiterbewegung, der Gewerkschaften und der Linken in Deutschland gibt G, Fülbeth einen Abriss der Umstände, Personen und Probleme in Zusammenhang der Gründung der PDS bis zur Verschmelzung mit der WASG als " Die Linke".

Wichtig in diesem Buch ist auch das ausfühliche Namensverzeichnis. Ohne jede pejorative Absicht nennt Fülbert die Personen in ihrem Wirken. Das regt zu entsprechenden Internetrecherchen sehr an. Dem Leser wird anheim gestellt, eigene Schlußfolgerungen zu stellen, ohne die es ja ehe nicht geht.

Zu Beginn titelt F. mit "..Gysis kurzem Lehrgang" in Anspielung auf Stalins "Kurzen Lehrgang". Viel mehr Provokation ist nicht zu erwarten. Fülberths eigener historischer Lehrgang ist dann auch kurz, kühl und schonungslos. Mit einer ziemlich elementaren Leichtigkeit schöpft er aus seinem Wissen, um das zu charakterisieren, was aus SPD und SED bisher wurde; welche Fragen sich da aufdrängen.

Einigen Funktionären der Partei "Die Linke", die Fülbert lieber PDL nennen mag, weil er wie ich mehr links sieht, mag G. Fülberths Buch sehr ärgern. Mitgliedern und Interessenten vermittelt es aber ein hohes Problembewußtsein über die Geschichte und Leistungsfähigkeit einer Partei, "wenn sich die Dinge ändern".

Als Marxist ist Fülberth Kritik mehr, als er für sein eigenes Buch reklamiert. - Ich sehe das anders. Es weist allgemeinverständlich auf die Knackpunkte hin, die durch die Existenz zweier konkurrierenden sozialdemokratischen Parteien entstanden sind.

Auf wenigen Seiten mittelbar ein Abriss der linken Bewegungen in Deutschland seit 1945 angestoßen!

Spannend. Leicht zu lesen und wichtig.
Für 12,90 € fast zu billiges Hirnfutter.....

14.10.2011 »Brandsätze werden für Terrorhysterie mißbraucht«

Ein Beitrag von Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag


Im Laufe dieser Woche wurden in Berlin und Brandenburg eine Reihe von größtenteils nicht gezündeten Brandsätzen an Bahnanlagen gefunden. Die politische Rechte versucht wie immer, davon zu profitieren. In den Koali­tionsverhandlungen in Berlin, zu denen die CDU wie die Jungfrau zum Kinde gekommen ist, profiliert sich ihr Vorsitzender Frank Henkel als Law-and-order-Politiker. Vor einem neuen Terrorismus wie zu Zeiten der RAF wird gewarnt. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, spricht von der »verharmlosenden Gewalt gegen Sachen«, die sich jederzeit radikalisieren könne.

Gewalt gegen Sachen soll keineswegs verharmlost werden. Denn es kann niemals ganz ausgeschlossen werden, daß auch Menschen dabei zu Schaden kommen. Daß das »Hekla-Empfangskomitee« in seinem Bekennerschreiben beteuerte, keinem Menschen Schaden zufügen zu wollen, ist ihm dennoch abzunehmen. Auch die Bahn AG selbst hat ein Entgleisen von Zügen wegen des Ausfalls der Signalanlagen für ausgeschlossen erklärt.

Die im Bekennerschreiben genannten Ziele der Gruppe sind durchaus richtig. Sie protestiert gegen Kriege von deutschem Boden aus und Waffenlieferungen in alle Welt; sie protestiert gegen die Ausplünderung anderer Kontinente und die Verarmung großer Teile der Bevölkerung – auch hierzulande; sie wendet sich gegen den alltäglichen Leistungsdruck, der Menschen kaputt und krank macht. Doch die Wahl der Mittel ist falsch. Und sie ist kontraproduktiv. Sie ist die Vorlage für die politische Rechte, all das zu diskreditieren, wofür die Linke in diesem Land steht. Die Forderungen der CDU in den Berliner Koalitionsverhandlungen nach mehr Videoüberwachung und mehr Polizei zeigen es. Die in Berlin vergleichsweise gut ausgestatteten Programme gegen Rechtsextremismus sollten auf den Prüfstand, während Programme gegen »Linksextremismus« gefordert werden. Während neofaschistische Anschläge auf linke Treffpunkte schon traurige Normalität sind, fabulieren Vertreter der CDU von einem neuen »Linksterrorismus«. (...)

Gegen den Willen der übergroßen Mehrheit der Bundesbürgerbürger verlängert die Bundestagsmehrheit ein ums andere Mal den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Dagegen ist Widerstand notwendig. Doch mit individuellen Sabotageaktionen auf den öffentlichen Nah- und Fernverkehr kann keine Antikriegsbewegung aufgebaut werden. Die von dem Verkehrschaos Betroffenen – überwiegend Werktätige und Studierende auf dem Weg zur Arbeit, zur Ausbildung oder zu ihren Familien und Freunden – werden sich deswegen nicht aktiv gegen den Afghanistan-Krieg wenden. Dazu kommt: Die Deutsche Bahn braucht wahrlich keine Brandsätze, um »entschleunigt« zu werden. Das schaffen die Manager des Unternehmens im Zuge von Privatisierung und geplantem Börsengang schon allein – auf Kosten der Bahnkundinnen und -kunden. Den Bundeswehreinsatz in Afghanistan können wir nur mit einer Massenbewegung beenden. Sabotageaktionen zu Lasten der Bevölkerung erweisen diesem Ziel einen Bärendienst. Darum: Laßt uns Sand im Getriebe der Kriegspolitik sein – massenhaft!

14.10.2011 Sozialstruktur u. soziale Lagen in Deutschland

Von Reinhold Schramm (Bereitstellung)

Subjektive Klassenzugehörigkeit - 2011 -

[Aspekte, Erkenntnisse der bürgerlichen Wissenschaft. Oder: Das Kapital und seine Wissenschaften kontrollieren die Entwicklung an der Basis - ihrer Existenzgrundlagen.]

»Probleme der sozialen Ungleichheit und der Verteilung finden gegenwärtig insbesondere angesichts der verschärften wirtschaftlichen Situation und der stagnierenden Einkommensentwicklung wieder große Aufmerksamkeit. Mit den veränderten Rahmenbedingungen sind politische Diskussionen und Konflikte verbunden, aber auch unmittelbare Konsequenzen für die Verteilung des Wohlstands sowie die soziale Lage und Stellung verschiedener Bevölkerungsgruppen in der gesellschaftlichen Statushierarchie. Zudem ist neuerdings auch die Strukturierung der Gesellschaft in soziale Klassen und Schichten wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, nachdem deren Existenz zuvor von manchen Sozialwissenschaftlern zunehmend in Frage gestellt und die ›klassenlose‹ oder ›entschichtete‹ Gesellschaft als Folge einer weitgehenden Individualisierung proklamiert worden war.« {...}

»In Westdeutschland dominieren unter den Erwerbstätigen die Angestellten und Beamten. Während die alte Bundesrepublik insofern bereits über einen längeren Zeitraum als eine ›Angestelltengesellschaft‹ bezeichnet werden kann, hat sich die ausgeprägte ›Facharbeitergesellschaft‹ der damaligen DDR mittlerweile teilweise aufgelöst, wenngleich Arbeiterpositionen - vor allem bei den Männern - hier nach wie vor einen leicht größeren Stellenwert haben.« {...}

72 % der Arbeitslosen in Westdeutschland und 90 % in Ostdeutschland betrachten ihren Anteil am Lebensstandard als nicht gerecht.

»Mit den unterschiedlichen sozialen Lagen gehen auch deutliche Differenzen in der subjektiven Beurteilung einher, ob man glaubt, einen gerechten Anteil am allgemeinen Lebensstandard zu erhalten. Es zeigt sich, dass soziale Lagen, die durch Arbeiter- oder einfache Angestelltenpositionen bestimmt sind, aber vor allem Arbeitslose seltener als andere einen gerechten Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand zu erhalten glauben. Nur 28 % der Arbeitslosen in Westdeutschland und 10 % in Ostdeutschland betrachten ihren Anteil am Lebensstandard als gerecht.« {...}

Subjektive Wahrnehmung - soziale Spaltung

»Am höchsten ordnen sich {...} leitende und höhere Angestellte und Beamte ein, aber auch diejenigen, die in ihrem zurückliegenden Erwerbsleben eine solche Position ausgeübt haben (Rentner) oder den Aufstieg in eine entsprechen-den Positionen für die Zukunft erwarten (noch in Ausbildung).« -

»Ganz unten ordnen sich dagegen un- und angelente Arbeiter sowie Arbeitslose ein. {...} Bemerkenswert ist der Befund, dass sich die Ostdeutschen auch im Jahr 2010 mit ganz wenigen Ausnahmen durchgängig niedriger einstufen als die Westdeutschen.« {...} -

»Dabei ist auch hier darauf hinzuweisen, dass die ostdeutsche Bevölkerung immer noch in nahezu allen sozialen Lagen über ein geringeres subjektives Wohlbefinden verfügt.« {...}

»Klassenlagen« (- bürgerliche Wissenschaft)

»Neben dem Konzept der sozialen Lage wird für sozialstrukturelle Analysen - insbesondere Analysen zur sozialen Mobilität - vielfach auch das auf Max Weber zurückgehende Konzept der Klassenlage verwendet.« {...} -

»Betrachtet man die Verteilung der Bevölkerung auf die elf unterschiedlichen Klassenlagen [bei Ausklammerung der realen Herrschaftsstruktur unter der Finanz- und Monopolbourgeoisie, deren ökonomischen, ideologischen und gesellschaftspolitischen Administration (R.S.)], dann zeigt sich, dass die Klassenstrukturen in West- und Ostdeutschland mittlerweile (2010) überraschend große Ähnlichkeiten, aber weiterhin auch charakteristische Unterschiede aufweisen.« -
»Die Unterschiede manifestieren sich in etwas geringeren Anteilen der Bevölkerung in Ostdeutschland, die auf die beiden Dienstklassen und die einfachen Büroberufe entfallen, sowie in nach wie vor deutlich höheren Anteilen der Klassenlagen der Facharbeiter.« -

»Insgesamt entfällt im Jahr 2010 einschließlich der so genannten ›Arbeiterelite‹ mit 46 % fast die Hälfte der ostdeutschen Bevölkerung auf Arbeiterklassenlagen (Westdeutschland 36 %), darunter 25 % auf die der Facharbeiter.« -

»In Westdeutschland werden mehr als vier von zehn Personen den beiden Dienstklassen zugeordnet, gegenüber gut einem Drittel in Ostdeutschland. In mehr als der Hälfte der unterschiedlichen Klassenlagen - einschließlich der Selbständigen - sind zwischen West- und Ostdeutschland allerdings praktisch keine Unterschiede mehr festzustellen.« -› Abb. 2 (Quelle)

»Subjektive Schichtzugehörigkeit«

(ideologisch-psychologische und geistig-manipulatorische Faktoren berücksichtigen)

»Eine relevante Ergänzung des im wesentlichen auf objektiven Informationen zur Stellung zum und im Erwerbsleben beruhenden Bildes der Lebenslagen- und Klassenstruktur liefern Informationen über die subjektive Schichteinstufung. Angaben darüber, wie sich Personen in eine vorgegebene Rangordnung sozialer Schichten einstufen, bieten vor allem Aufschlüsse darüber, wie verschiedene Bevölkerungsgruppen innerhalb der Gesellschaft ihren eigenen Status im Vergleich zu anderen wahrnehmen und bewerten, welchen sozialen Milieu sie sich zuordnen und aus welcher Perspektive sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können - Fragen, die auch im Jahre 2010 im Vergleich von Ost- und Westdeutschland von erheblichem Interesse sind.« -› Abb. 3 (Quelle)

»Unter- oder Arbeiterschicht«

(Subjektive Schichten- bzw. ‘Klassenzugehörigkeit’)

»In Westdeutschland ordnete sich im Jahr 2010 jeder Vierte der erwachsenen Bevölkerung der Unter-oder Arbeiterschicht zu, nahezu zwei Drittel der Mittelschicht und knapp jeder Achte der oberen Mittel- oder Oberschicht.« -

[Früchte des sozial-ökonomischen und bürgerlich-ideologischen Wandels:]

»In Ostdeutschland stuft sich 2010 zum ersten Mal die Hälfte der Bevölkerung in die Mittelschicht ein, und 43 % identifizieren sich mit der Unter- oder Arbeiterschicht und lediglich 6 % mit der oberen Mittel- oder Oberschicht.« -

»Der Unterschicht im engeren Sinne zugehörig betrachtet sich in West wie Ost mit 3 bzw. 4 % nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung.«

»Die Unterschiede in der Struktur der sozialen Schichtung, die sich auf Basis der subjektiven Einstufung der Befragten im Vergleich der alten und neuen Bundesländer ergeben, sind damit auch heute noch beachtlich.« {...}

»Auch in Westdeutschland hat der Anteil derjenigen, die sich der Arbeiterschicht zugehörig fühlen, in den letzten Jahren zunächst leicht, dann deutlicher abgenommen, nachdem zuvor allerdings eine Zunahme zu beobachten war.« -

»Betrachtet man die Entwicklung über den gesamten Zeitraum seit 1980, dann zeigt sich jedoch, dass die subjektive Schichteinstufung in Westdeutschland über die vergangenen 30 Jahre weitgehend unverändert geblieben, d. h. außer zyklischen Schwankungen kein Trend zu beobachten ist.« -

»Aktuelle Thesen über das Entstehen einer ›neuen Unterschicht‹ und ein erhebliches Schrumpfen der Mittelschicht finden auf der Grundlage der subjektiven Schichtidentifikation keine empirische Bestätigung.« (Vgl.)

»Die subjektive Schichtzugehörigkeit wird nicht nur von objektiven Faktoren bestimmt, sondern hängt darüber hinaus von dem jeweils zugrunde liegenden Bezugsrahmen und den verwendeten Vergleichs- und Bewertungsmaßstäben ab.« -

»Dennoch wird die subjektive Schichteinstufung auch maßgeblich durch den faktischen sozioökonomischen Status bzw. die soziale Lage bestimmt, in Ostdeutschland allerdings stärker als in Westdeutschland.« -

»Personen, die eine Arbeiterposition einnehmen oder früher eingenommen haben (Rentner), identifizieren sich - insbesondere in Ostdeutschland - auch subjektiv weit überwiegend mit der Arbeiterschicht.« -

»Personen mit einem Angestellten- oder Beamtenstatus sowie Selbständige ordnen sich dagegen mit zum Teil überwiegender Mehrheit der Mittelschicht zu.« -

»In die obere Mittel- und Oberschicht stufen sich zu größeren Anteilen insbesondere leitende und höhere Angestellte und Beamte ein, in Westdeutschland darüber hinaus auch Selbständige sowie Personen, die sich noch in einer Ausbildung befinden.« -› Tab. 5 (Quelle)

[Ein Quellenauszug. Bitte, stets kritisch u. vollständig informieren.]

Quelle: Auszug aus dem Datenreport 2011. Kapitel 7. Sozialstruktur und soziale Lage. Vgl.: Datenreport 2011, Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland.
http://www.destatis.de ...

Vgl.: 7. Sozialstruktur und soziale Lagen.
Vgl.: 7.1 Soziale Lagen und soziale Schichtung.
Siehe auch: 7.2 Soziale Mobilität.
7.3 Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
7.4 Lebenssituationen von Migranten und deren Nachkommen.
7.5 Einstellungen und Kontakte zu Ausländern.