| Umweltschützer
legen Verwaltungsklage gegen elsässisches AKW Fessenheim ein
Spanischer Atommeiler Cofrentes, nahe Valencia
ist Spitzenreiter bei Störfällen in
Europas Atomkraftwerken
Basel/Valencia (sk) - Atomkraftgegner aus der Schweiz, Frankreich und
Deutschland
fordern eine Stilllegung des AKW Fessenheim am Oberrhein im Elsass. Sie
legten beim
Pariser Wirtschaftsministerium eine Verwaltungsklage gegen den Betrieb
die beiden
französischen 900 Megawatt Blöcke, die 1977 und 1978 in Betrieb
genommen wurden ein.
Unterdessen teilte die Anwältin der Atomkraftgegner Corinne Lepage
in Paris mit, sie
fordere im Namen des trinationalen Atomschutzverbandes TRAS die vollständige
Stilllegung des Meilers am Oberrhein. Das 30 Jahre alte AKW Fessenheim
arbeite nach
veralteten Sicherheitsvorschriften, die den Risiken zu wenig Rechnung
trügen,
begründete der Verband die Initiative.
Die Anrainer im Elsass sowie in den benachbarten Schweizer und Deutschen
Gemeinden
wollten nicht länger unter diesem strahlenden Damoklesschwert leben.
Corinne Lepage kündigte ebenso für kommende Woche eine Beschwerde
gegen das AKW
Fessenheim bei der EU-Kommission in Brüssel an.
Der Verband, in dem sich rund 50 Gemeinden aus dem Dreiländereck
zusammengeschlossen
haben, wirft dem Betreiberkonzern EDF unter anderem vor, die "radioaktiven,
flüssigen und chemischen Emissionen" nicht auf den neuesten
Stand der Technik
gebracht zu haben.
Frankreich verstösst nach Ansicht der Atomkraftgegner damit gegen
EU-Wasserschutzrichtlinien. Sollte sich die EU-Kommission dieser Meinung
anschliessen, könnte sie ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich
einleiten.
In jüngster Zeit war es in französischen AKWs vermehrt zu besorgniserregenden
Atomunfällen gekommen. Erst am vergangenen Mittwoch sind im Atomkraftwerk
am
Standort Tricastin bei Avignon 100 Beschäftigte bei Wartungsarbeiten
angeblich nur
leicht kontaminiert worden, wie der französische Staatskonzern EDF
mitteilte.
Wenig bekannt dagegen ist hierzulande Europas Rekordhalter was Störfälle
bei
Atommeilern anbelangt. Im Atomkraftwerk von Cofrentes, nahe der spanischen
Hafenstadt Valencia hat es seit dem 26. Juni 2007 drei Zwischenfälle
gegeben, seit
Anfang dieses Jahres sind es bereits acht. Nach Angaben des spanischen
Nuklearen
Sicherheitsrates bestand auch hier keine Gefahr für Arbeiter und
Umwelt. Diese
Häufung von Störfällen hat in den letzten Wochen auch in
Spanien die Diskussion um
eine vorzeitige Schließung des Atomkraftwerks ausgelöst.
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