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Stadtzeitung

 

CDU Schwindel mit Seefischzucht auf Kosten der Bürger im saarländischen Völklingen

Machen Stadtwerke der saarländischen Mittelstadt die Ozeane der Welt schon bald überflüssig?

Völklingen (sk) – Geht's es nach der CDU in der saarländischen Mittelstadt
Völklingen, so werden demnächst vom Gelände der ehemaligen Kokerei Fürstenhausen
aus, Seefische ihren Weg in die Kühlregale der Supermärkte antreten. Das Projekt
riecht nach Satire, wie der alte Traum von der Ananaszucht in den Polregionen der
Erde, wird aber von Völklingens CDU Oberbürgermeister Klaus Lorig und seiner Truppe
für realisierbar gehalten. Seltsam auch, dass für dieses, mit vielen Risiken
behaftete, fragwürdige Zukunftsunternehmen Kundengelder der Stadtwerke ausgegeben
oder wie mancher Völklinger sagt: „veruntreut“ werden sollen. Insgesamt sollen nach
vorläufigen Angaben rund 12 Millionen EURO für die Aufzucht und Mast von
Wolfsbarsch&Co flüssig gemacht werden. Die Befürchtungen, dass hier kräftig an einem
Millionengrab geschaufelt wird, sind indes nicht unbegründet.

Schon im vergangenen Jahr hat DIE LINKE in Völklingen die wirtschaftlichen
Aktivitäten der Stadt bzw. Stadtwerke Völklingen als verantwortungslos und unsozial
kritisiert. Die Aufgabe der Stadtwerke sollte es sein die Energiekosten (Strom und
Fernwärme) sowie Wasser und Abwasser bezahlbar zu halten und den Verkehrsbetrieb
bürgerfreundlich zu gestalten. Aber Fehlanzeige, statt Ausbau der Fernwärme oder der
Erneuerbaren Energiequellen steigen die Gebühren stetig, dafür werden die fixen
Ideen von Oberbürgermeister Klaus Lorig und seiner CDU-Völklingen realisiert, so DIE
LINKE in Völklingen zum Ausflug in das Abenteuer Fischzucht. Empörte Kunden der
Stadtwerke Völklingen haben aufgrund dieser Politik und der gesalzenen Strompreise
der Stadtwerke bereits den Stromanbieter gewechselt.

Die LINKE in Völklingen hat nachgewiesen, dass Süßwasserfischzucht viel billiger
käme als eine Meeresfischzuchtanlage. Sowohl die Investitionen in solch eine Anlage
wie deren Unterhaltung wäre für den halben Preis zu haben. Zudem ist ein Markt für
Süßwasserfische vorhanden, während der für den „Meeresfisch aus Völklingen“ erst
aufgebaut werden müsste. Zudem hat dieser sogenannte Volklinger Meeresfisch eine
deutlich schlechtere Qualität als echter Meeresfisch.

Auch die Angst vor einem Millionengrab ist durchaus berechtigt. Eine Recherche bei
Meeresfischzuchtanlagen an der Nordsee hat ergeben, dass diese Unternehmen am Rande
der Wirtschaftlichkeit arbeiten, obwohl dort das Meereswasser gratis vorhanden ist.

Die Tochterfirma der Stadtwerke Völklingen „Operative Fischzucht Völklingen GmbH“
ist mit einem Anteil von 89,9 Prozent an der „Meeresfischzucht Völklingen GmbH“
beteiligt. Der Anteil des Erfinders „International Fish Farming Technology (IFFT)“
beläuft sich auf schlappe 10,1 Prozent. Wäre die IFFT von der Rentabilität der
Anlage überzeugt, hätte sie einen deutlich höheren Anteil gezeichnet. Die bisher von
der IFFT betriebene Minianlage von 10 Tonnen Jahresleistung scheint jedenfalls nicht
ausreichend, mögliche Geldgeber zu gewinnen. Fazit: Das Risiko sollen die Völklinger
Bürger tragen.

Hinzu kommt, dass ein Kilo hochwertiger und echter Wolfsbarsch im Großhandel zurzeit
9 bis 15 Euro kostet. Legt man eine übliche Handelsspanne von 100 Prozent zu Grunde,
dürften bestenfalls 4,50 Euro bis 7,5 Euro pro Kg im Verkauf erzielbar sein. Die
Jahresleistung soll vorerst 500 Tonnen betragen. 20 Prozent Gewicht reduziert sich
durch das Ausnehmen. Damit ist ein Umsatz von 1,8 bis 3 Mio. Euro möglich, bei dem
kein Ernteausfall durch Krankheiten, Preisschwankungen, geschäftsübliche Rabatte für
Großabnehmer oder auch höhere Preise für Wasser und Energie dazwischen kommen darf.

Dem stehen nicht unerhebliche jährliche Kosten für Abschreibung, Schuldendienst für
Kredite, Personalkosten, sowie weitere Kosten für Wasser, Setzlinge, Futter,
Energie, Logistik, Werbung, Reinigung der Abwässer und Entsorgung von 3,7 Mio Euro
entgegen, rechnet DIE LINKE in Völklingen vor.

Eine Süßwasserfischzuchtanlage für deren Produkte es bereits einen Markt gibt kostet
nur die Hälfte und auch ein privater Investor stünde bereit. Doch OB Lorig und seine
CDU wollten davon nichts hören. Auch die Aussage von Jürgen Presser, Vorsitzender
der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT), „Völklingen hat wohl andere Priroitäten zu
setzen, als sich der Fischzucht hinzugeben!“ treffen bei Lorig und Dahm auf taube
Ohren.

Schade, dass sich die SPD-Völklingen nicht die Mühe macht einmal selbst
nachzurechnen, denn sie stimmte neulich für die Erschließung des Kokereigeländes und
faktisch für den Bau der Meeresfischzuchtanlage. Ist mit den Aufsichtsratstantiemen
die eigene Denkfähigkeit gelähmt? Als Opposition ist die SPD-Stadtratsfraktion
jedenfalls ein Totalausfall, kommentiert Völklingens LINKE das Verhalten der
Sozialdemokraten im Stadtrat.

Die LINKE in Völklingen fordert die CDU-Stadtverwaltung erneut auf, die Finger vom
Bau der Meeresfischzuchtanlage in Fürstenhausen mit öffentlichen Geldern zu lassen.
Die 12 Mio. Euro müssen dafür verwendet werden die Energiepreise sozial gerecht zu
halten. Verloren gegangene Kunden müssen mit einem überzeugenden Energiekonzept und
seriösen Stromtarifen zurück gewonnen werden. Es muss endlich Schluss sein mit den
dubiosen Finanzmachenschaften im Rathaus, so die ultimative Forderung der Linken
Opposition in der saarländischen Mittelstadt Völklingen.